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Jordan Pickford mit einem brutalen Foul an Van Dijk. Der Niderländern könnte Liverpool bis zu sieben Monate fehlen.
Photo credit: Laurence Griffiths/Getty Images

Merseyside Derby | LFC beantragt eine Untersuchung der VAR-Entscheidungen!

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  • Autor André Völkel
    9 Tage vor



Nach den umstrittenen Entscheidungen des Videoschiedsrichters im Merseyside Derby hat der Liverpool FC nun offiziell die Überprüfungen der VAR-Entscheidungen gefordert.

Liverpool und Everton trennten sich am Wochenende im 237. Merseyside Derby mit 2-2. Dabei hatten die Reds oftmals die Nase vorn und konnten eigentlich durch ein Last-Minute-Tor von Jordan Henderson den Sieg gegenüber vom Stanley Park einfahren.

Insbesondere zwei Szenen, in den der Videoschiedsrichter eingriff, regen derzeit die Diskussionen unter Fans, Spielern, Trainern und Schiedsrichtern an. Liverpool musste während des Merseyside Derbys früh im Spiel Virgil Van Dijk nach einem brutalen Foul von Pickford auswechseln. Der englische Nationaltorhüter ging in der sechsten Minute mit ausgestreckten Beinen in ein aggressives Tackling mit Virgil Van Dijk. Dabei umklammerten beide den Innenverteidiger. Das linke Bein von Pickford trifft dabei van Dijks rechtes Knie mit voller Wucht. Dieses grauenhafte Foul hätte in Retrospektive dem Holländer das Bein brechen können. Derzeit wird vermutet, dass sich Van Dijk eine schwere Kreuzbandverletzung zugezogen hat.

Van Dijk musste daraufhin ausgewechselt werden. Für das Foul bekam Jordan Pickford nur eine Verwarnung. Stattdessen wurde kurz vorher ein Abseits des Niederländers "festgestellt". David Coote, der Offizielle an den Monitoren an dem Tag, überprüfte den Vorfall und stellte fest, dass der Innenverteidiger marginal im Abseits stand.

Jetzt wird es kurios. ESPN berichtete, dass Coote nicht auf eine rote Karte überprüfte. Sondern nur auf die Abseits-Entscheidung fokussiert war. James Pearce von "The Athletic" bestätigte später, dass ihnen mitgeteilt wurde, dass David Coote ein Vergehen von Pickford überprüft habe, aber gegen einen Platzverweis entschied. Michael Oliver, der Schiedsrichter an diesem Tag wirkte sichtlich überfordert mit der Situation und vertraute zu sehr auf den Kollegen am Bildschirm. David Coote stand letzte Saison schon ein paar Mal in der Kritik, insbesondere bei Spielen der Reds.

Liverpool ist verständlicherweise sehr verärgert über diese Situation. "Das ist kein Tackle, das ein Torwart so tun sollte", erklärte Jürgen Klopp nach dem Spiel. "Wir haben jetzt einen Spieler in einer Situation verloren, die der VAR nicht beachtete."

Nach 92 Minuten, beim Stand von 2-2 bekam Jordan Henderson, der im Strafraum freistand, den Ball von Sadio Mané zugespielt und netzte zum Siegtreffer ein. Im Spielaufbau erkannte der VAR allerdings ein Abseits von Sadio Mané. Die Bilder der VAR-Entscheidungen zeigen kein konkretes Abseits.

Nachdem Klopp seine Interviews gegeben hatte, kehrte er in die Umkleidekabine, wo das Team bereits die Entscheidungen diskutierten: "Wir haben die Situation beobachtet und wir verstehen nicht, warum sie Abseits pfiffen."

"Ich bin ein echter Befürworter des VAR, aber man würde erwarten, dass man dann, vor allem bei Abseits, die richtige Entscheidung trifft. Wir haben einmal ein Tor bei Aston Villa geschossen, und sie sagten, die Achselhöhle sei Abseits - das klang schon komisch, wir haben trotzdem gewonnen. Dieses Mal, das Bild, das ich jetzt einmal auf dem Laptop gesehen habe, da ist keine Achselhöhle, da ist nichts, wir stehen einfach nicht im Abseits. Seitdem habe ich 10 Interviews geführt, und jeder sagt mir, dass es kein Abseits war. Das hebt meine Stimmung offensichtlich nicht!"

Liverpool hat nun bei der Premier League einen Antrag eingereicht, der die Situationen und die Entscheidungen, die daraus resultierten überprüfen soll. Hier erhofft sich der Klub und das Team Klarheit über das Regelwerk und die Entscheidungsparameter. Konkret möchte der Klub wissen, wieso Mané im Abseits stand und auf welcher Grundlage der spezielle Moment zur Einschätzung gewählt wurde.

Ebenso erhofft sich Liverpool Klarheit darüber, warum oder ob das Foul an Virgil Van Dijk nicht in Betracht gezogen wurde.

Eine Fehlentscheidung wird sicherlich im Nachhinein nicht mehr korrigiert werden, allerdings könnten weitere Untersuchungsanträge von anderen Klubs der Premier League dazu führen, dass sowohl die Offiziellen hinter den Monitoren, als auch das Regelwerk noch einmal überprüft und hoffentlich angepasst werden.

Kurz vor Schluss bekam in einem hitzigen Derby Richarlison noch eine rote Karte. Der Brasilianer beging ebenfalls ein grauenhaftes und übertriebenes Foul an Thiago. Zu Recht wurde er dafür vom Platz gestellt. Die Wiederholung zeigt, dass er mit gestrecktem Fuß direkt auf das Knie von Thiago tritt.

Sowohl van Dijk, als auch Thiago mussten direkt nach dem Spiel zum Scan. In den nächsten Stunden wird eine offizielle Einschätzung des Liverpool FCs erwartet. Im Falle von van Dijk kursieren derzeit Gerüchte, dass der Leistungsträger sieben bis acht Monate ausfallen könnte.

Der Klub, das Team und die Fans von Liverpool sind zu Recht sauer. Ein hitziges Spiel und kleinere Fehlentscheidungen und natürlich Fouls gehören zu so einem Derby dazu. Davon lebt der Fußball. Wenn allerdings die Technik, die das Spiel fairer machen soll, das Spiel negativ beeinflusst und Spieler andere Spieler absichtlich über brutal verletzen ohne Konsequenzen, dann haben wir ein großes Problem.

 





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