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Photo credit: Paul Ellis/Getty Images

Safe Standing nimmt eine weitere Hürde

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  • Autor Robin Wittwer
    8 Monat(e) vor



Die Legalisierung von Stehplätzen im britischen Fußball rückt näher. Die ersten Vereine bemühen sich bereits um eine Genehmigung.

Stehplätze sind in Grossbritannien und vor allem in Liverpool ein kotroverses Thema. Die historischen Hintergründe dazu und weshalb viele Fans wieder legal stehen wollen, sind in dieser Kolumne zusammengefasst.

Letztes Jahr gab die britische Regierung einen Bericht in Auftrag, welcher in kurzer Zeit zusammenfassen sollte, ob die Wiedereinführung von Stehplätzen machbar und sinnvoll ist. Die Autoren waren sich einig, dass noch mehr Forschung zur Thematik notwendig sei.

Vor allem etwas stand im Fokus: Warum und wie stehen Fans in den Stadien, obwohl es per Gesetz verboten ist? Ist die Wiedereinführung von Stehplätzen (Safe Standing) mindestens genauso sicher oder sogar sicherer als die aktuelle Situation mit ausschließlich Sitzplätzen?

Safe Standing gemäss Forschung sicherer als Sitzplätze

Mittlerweile wurde von der "Sports Grounds Safety Authority" (Beratungsstelle der britischen Regierung über Sicherheit in Sportstadien, kurz SGSA) die vorläufigen Zwischenresultate dieser Forschung veröffentlicht. Diese Resultate zeigen, dass Safe Standing einen positiven Einfluss auf die Sicherheit der Fans hat. Grundlage der neuen Erkenntnissen der SGSA war das Verhalten der Fans im Celtic Park, Westfalenstadion und mehrere League One Clubs. Bis zum Ende dieser Saison werden noch weiter Daten gesammelt, welche dann im Schlussbericht integriert werden.

 

 

Die Barrieren vor jeder Reihe vermindern das Risiko, dass Fans von höheren Reihen auf weiter unten liegende Reihen fallen können (Zuschauerkollaps).

Einn solches Szenario wird gegenwärtig immer mal wieder zum Problem, wenn beim Torjubel die Fans nach vorne fallen. Obwohl es deswegen noch nie einen ernsthaften Zwischenfall gab, tragen Fans regelmässig kleinere Wunden am Schienbein davon, weil sie an der vorderen Sitzreihe anstehen.

Desweiteren erlaubt Safe Standing, dass die Fans nach Spielschluss geordneter durch die Reihen gehen können. Weitere Vorteile gegenüber der heutigen Situation sind in den oben verlinkten Forschungsresultaten zu lesen.

Politischer Wille zur Gesetzesänderung vorhanden

Obwohl der endgültige Bericht der SGSA noch aussteht, zeichnet sich ab, dass Safe Standing in den beiden höchsten Spielklassen ab der Saison 2021/22 legalisiert werden könnte. Sowohl die britische Regierungspartei Tories, als auch die Oppositionspartei Labour haben unlängst die Einführung von Safe Standing in ihr Parteiprogramm aufgenommen.

In der Vergangenheit haben bereits mehrere Premier League Clubs die Einführung von Safe Standing beantragt. Bislang wurden diese Anträge allerdings immer abgelehnt. Mit dem sich gegenwärtig ändernden Bewusstsein könnte es aber nicht mehr lange dauern, bis der erste Premier League Club eine Genehmigung erhält. Vor wenigen Tagen stellte etwa Manchester United einen Antrag zur Einführung von 1.500 Safe Standing Plätzen im Old Trafford.

Die aktuelle Entwicklung ist sehr vielversprechend und es sieht danach aus, als ob Safe Standing wirklich Realität werden könnte. Ob und in welchem Umfang Safe Standing in Anfield umgesetzt wird, bleibt aber offen. Liverpool steckt wegen Hillsborough weiterhin in einer sehr komplexe Situation. Es bleibt zu hoffen, dass die Einführung in anderen Stadien auch die letzten Zweifel in Liverpool beseitigen wird.

Auf eine sicherere Zukunft, in der die Fans die Wahl haben, ob sie sitzen oder stehen möchten.





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