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Divock Origi trifft zum 4:0 im UEFA Champions League-Halbfinale zwischen dem Liverpool FC und dem FC Barcelona im Jahr 2019.
Photo credit: Clive Brunskill/Getty Images

Origi spricht über das Comeback gegen Barcelona

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  • Autor Richard Köppe
    18 Monat(e) vor



Divock Origi spricht im Interview mit der Vereinswebsite über das Liverpooler Comeback gegen den FC Barcelona und seinem entscheidenden Treffer nach Trent Alexander-Arnolds Eckball.

Am 7. Mai 2019 gelang dem Liverpool FC im Champions League-Halbfinale das schier Unmögliche. Nach einer 0:3-Niederlage im Hinspiel im Camp Nou gegen den FC Barcelona, schaffte es das Team von Jürgen Klopp, den Spielstand zu drehen und ins Finale nach Madrid einzuziehen.

"Corner taken quickly...ORIGIII!!!!"

Einer der maßgebenden Anteil an dem Wunder von Anfield hatte war Divock Origi. Der Stürmer steuerte zwei Treffer an dem Abend bei, dabei auch das entscheidende 4:0. Das Tor versetzte die ganze Fußballwelt ins Staunen. Die schnell ausgeführte Ecke von Trent Alexander-Arnold traf dem FC Barcelona völlig unvorbereitet. Origi nutze dies gedankenschnell aus und traf freistehend das Tor von Marc Andre ter Stegen. Überraschend kam die Aktion von Alexander-Arnold für Origi nicht: "Ich habe gesehen [dass der Ball von Alexander-Arnold kam]", sagte Origi im Interview mit liverpoolfc.com.

"Ich sah den Ball auf dem Spielfeld und wollte ihn dem Balljungen zurückgeben. Nachdem ich das tat, ging ich zurück, aber die Leute brauchten einige Zeit, um sich in Position zu bringen, also schaute ich automatisch, wer die Ecke trat, weil abhängig davon sichmeine Positionierung ändert", erklärt der Stürmer. "Als ich hinschaute, konnte ich sehen, wie Trent aufblickte und ich glaube, wir hatten kurzen Augenkontakt und ich konnte sehen, dass er instinktiv etwas vor hatte. Als er den Ball hineinschlug, sah ich auf, bevor ich den Ball treten konnte und ich sah dass Pique und ter Stegen mehr in der Mitte standen und die linke Seite offen war. Es war ein ziemlich schwerer Abschluss und ich war einfach glücklich! Als der Ball hineinging, ging es so schnell. Selbst im Kopf dauert es eine Weile und es war ein Schlüsselmoment."

"Das Spiel hat das Beste in uns hervorgebracht"

Mit dem Treffer war das nicht für möglich gehaltene Comeback geglückt. Liverpool hatte den großen FC Barcelona vorgeführt und sollte am 1. Juni im Finale der Champions League spielen. Das 0:3 in Barcelona war laut Origi zwar ein schwerer Schlag, jedoch sorgte es dafür, dass er und seine Teamkollegen hoch motiviert ins Spiel gingen.

"Ich denke [das Hinspielergebnis] hat die Messlatte definitiv sehr hoch gelegt, was uns gefällt, denn natürlich muss man vier Tore erzielen und darf nicht gegen eines der besten Teams der Welt ein Gegentor kassieren. Es forderte uns heraus, alles aus uns herauszugraben. Die Tatsache, dass sie drei Tore erzielten, half uns noch mehr dabei, einfach rauszugehen und unseren Fußball zu spielen. Wir kennen unsere Grundlagen, wir wissen, was wir tun müssen, wir wissen, was uns zu Liverpool macht. Das ist sowohl für die Fans und für uns [Spieler] alle gleich. Ich denke, dieses Spiel hat das Beste in uns hervorgebracht", sagte Origi.

"Ich denke, wir waren wirklich, wirklich, super motiviert und wir waren voll dabei. Ich erinnere mich, dass ich mich auf das konzentriert habe, was ich tun musste, weil es ein so wichtiger Moment war. Vielleicht war es für Barcelona nicht vom Vorteil, dass die Atmosphäre so laut war und wir sie so hoch gepresst haben und offensichtlich auch Risiken eingegangen sind, weil wir wussten, dass wir Tore schießen mussten. Ich denke, die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war sehr mutig und das war ein wichtiger Faktor, um dieses Spiel zu gewinnen und sicherzustellen, dass Barcelona nicht in ihren Spielfluss kam."

Kleinere Änderungen statt flammende Ansprache

Nach 45 Minuten führte Liverpool 1:0 durch Origis Treffer in der siebten Minute. Für die Liverpooler Spieler bedeutete dies, dass sie im zweiten Durchgang noch einen Gang höher schalten mussten. Trainer Jürgen Klopp blieb aber in der Kabine ruhig und gab überraschenderweise keine flammende Ansprache. "Ich denke, zur Halbzeit hat er nur ein paar taktische Anpassungen vorgenommen und uns weiter in die richtige Richtung getrieben", erinnert sich Origi. "Ich denke, wir mussten weitermachen, wir mussten vielleicht zwei oder drei kleinere Dinge anpassen, aber insgesamt denke ich, dass wir gut im Spiel waren und oft, wenn das passiert, passt der Trainer nicht wirklich so viel an."

"[...] Wir waren mental an einem guten Ort, ich denke, wir haben nicht zu viel voraus gedacht oder viel in der Vergangenheit gewühlt, wir waren nur im Moment und zu diesem Zeitpunkt konnte man es fühlen, man konnte es spüren. Es ist wichtig, in der Lage zu sein, alles auszublenden, denn es ist ein Hochdruckspiel, es steht viel auf dem Spiel, es kommt viel Energie von allen Seiten und ich denke, als Spieler hatten wir in dieser Halbzeitpause wirklich eine reife Haltung emotional und mental."

Barcelona oder Madrid - welches Tor war wichtiger?

Nach seinem wichtigen Treffer zum 4:0 traf Origi auch einige Wochen später im Champions League wieder. Gegen Tottenham Hotspur sorgte der Belgier kurz vor Ende der Partie mit seinem 2:0, dass der Henkelpott den Weg Richtung Merseyside antrat. Obwohl der Treffer nicht diese Entscheidungsgewalt hatte, wie sein Tor gegen Barcelona, so war er dennoch wichtig, um den Sieg über die Bühne zu bringen."

Ich würde sagen, dass das Tor gegen Tottenham uns näher an den Pokal gebracht hat", urteilt Origi. "Das hat eine andere Emotion, als damals das Comeback im Halbfinale, was ebenfalls entscheidend war. Und ich weiß, dass beide eine große Bedeutung hatten, dass alle drei Tore [im Halbfinale und im Finale] sehr wichtig waren. Wenn Leute mich fragen, welches mir mehr bedeutet, sage ich ihnen, dass ich es vorziehen würde, dass sie es selbst entscheiden!"





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  divock origi   saison 18/19   uefa champions league  


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