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Norwich City, der nächste Premier League-Gegner des Liverpool FC, in der Gegneranalyse.
Photo credit: Shaun Brooks/ActionPlus12272093 via Imago

Norwich City - Klappt der spielerische Ansatz diesmal?

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    11 Monat(e) vor



Gegneranalyse │ Am Samstag geht es für den Liverpool FC im ersten Spiel der Premier-League-Saison 2021/22 zum Aufsteiger Norwich City. Die Gegneranalyse der Redmen Family.

Nach dem Abstieg im Sommer 2020 sind die Canaries nun also zurück in der Premier League. Seither hat sich einiges getan im Osten Englands. Der Trainer ist noch der gleiche, doch der Kader hat nicht mehr viel mit dem von vor zwei Jahren zu tun.

Wenig Abgänge nach dem Abstieg

Nach dem Abstieg mussten – etwas überraschend für den chronisch klammen Verein – lediglich zwei Stammspieler verkauft werden. Innenverteidiger Ben Godfrey (23) zog es zum Everton FC, Linksverteidiger Jamal Lewis (23) nach Newcastle. Teile des erlösten Geldes wurden wieder in den Kader reinvestiert. So kamen unter anderem Stürmer Jordan Hugill (29) von West Ham oder Kieran Dowell (23) aus Everton.

Den größten Einfluss auf den Aufstieg hatten jedoch einige geliehene Spieler. Diese galt es dann diesen Sommer zu halten. Bei Oliver Skipp (20) gelang dies nicht, der defensive Mittelfeldspieler ging zu Tottenham Hotspur zurück. Innenverteidiger Ben Gibson (28) und Linksverteidiger Dimitrios Giannoulis (25) hingegen konnten für zusammen knapp 17 Millionen Euro fest verpflichtet werden.

Endlich finanzielle Mittel

Und auch neben den beiden Transfers stand Trainer Daniel Farke (44) überraschend viel Geld zur Verfügung. Pierre Lees Melou (28) kam aus Nizza und soll das zentrale Mittelfeld verstärken, Angus Gunn (25) verstärkt die Torhüterposition und könnte als Stammkeeper in die neue Saison gehen. Außerdem wurde mit Billy Gilmour (20) ein hochtalentierter Mittelfeldspieler vom Chelsea FC geliehen.

Der Königstransfer war sicherlich der Zugang von Milot Rashica (25). Der Flügelspieler kam für elf Millionen Euro von Werder Bremen. In dieser Woche kamen noch einmal zwei Neuzugänge dazu: Josh Sargent (21) kam wie Rashica aus Bremen, Christos Tzolis (18) aus Saloniki. Beide kosteten jeweils knapp zehn Millionen Euro.

Insgesamt gab Norwich, das nach dem letzten Aufstieg nicht einmal neun Millionen Euro investiert hatte, bisher über 60 Millionen aus. Grund für die hohen Ausgaben war sicherlich auch, dass man mit Emiliano Buendia (24) den Star des Teams für 38,4 Millionen Euro an Aston Villa abgeben musste. Der Argentinier zeigte sich in der Aufstiegssaison für 15 Tore und 17 Vorlagen in 39 Spielen verantwortlich.

Daniel Farke – Ein positiv Verrückter

Der Name Daniel Farke war kaum jemandem ein Begriff, als er nach England ging. Aus der Dortmunder Jugend kommend, meinten viele, er wäre nur geholt worden, weil er wenige Ansprüche stellte. Dass die Kritiker falsch lagen, zeigte sich schnell. Farke ist ein Verfechter des Ballbesitzspiels. Entsprechend hat er seinen Kader auch zusammengestellt. Ihm ist wichtig, dass die Spieler etwas mit dem Ball am Fuß anfangen können.

Dazu ist er ein akribischer Arbeiter. Er sitzt oft bereits wenige Stunden nach dem letzten Spiel vor dem Fernseher und studiert den kommenden Gegner. Dieser Ehrgeiz in Kombination mit seinen taktischen und zwischenmenschlichen Stärken machten ihn nach dem Abstieg vor zwei Jahren für einige Teams in England sowie Deutschland sehr interessant. Dennoch blieb Farke den Canaries erhalten und wollte den angefangenen Weg weitergehen.

Hohes Pressing und spielerische Lösungen

Norwich möchte mitspielen. In ihrer Abstiegssaison hatten sie im Schnitt über 50% Ballbesitz. Man versucht nicht wie andere Abstiegskandidaten, das eigene Tor zu verbarrikadieren, sondern möchte gepflegten Offensivfußball spielen. Dass dies durch die fehlende individuelle Qualität im Kader nicht immer gut geht, dürfte klar sein. Allerdings möchte Farke nicht von seinem Stil abweichen, mit dem er zweimal in drei Jahren den Aufstieg geschafft hat.

Es wird nur im äußersten Notfall mit langen Bällen agiert. Selbst unter Druck wird versucht, sich spielerisch zu befreien. Das dürfte Liverpool entgegenkommen, da gegen Norwich das Pressing zu einigen sehr frühen Ballgewinnen führen dürfte.

Systemtechnisch spielt Norwich im 4-2-3-1, wobei die Außenspieler sehr zentral stehen und die Außenverteidiger recht offensivfreudig sind. Das Spiel ist sehr rechtslastig ausgelegt. Die drei Spieler mit den meisten Ballaktionen im Team waren in den letzten beiden Jahren Rechtsverteidiger Max Aarons (21), der rechte Sechser Kenny McLean (29) und Buendia. Buendia ist zwar nicht mehr im Kader, seinen Platz und seine Rolle dürfte Rashica jedoch genauso übernehmen. Hier wird also viel Arbeit auf die linke Abwehrseite der Reds zukommen.

Player to Watch: Billy Gilmour – Chelseas Talisman

Der zentrale Mittelfeldspieler wurde bei den Glasgow Rangers ausgebildet und wechselte mit 16 Jahren in den Nachwuchs des Chelsea FC. Dort entwickelte sich der hochtalentierte Gilmour rasant, in der Saison 2019/20 durfte er in den Pokalwettbewerben Spielpraxis in der ersten Mannschaft sammeln, 2020/21 kamen dann immerhin fünf Ligaspiele und zwei Champions-League-Spiele hinzu. Nun soll der Schotte in Norwich endgültig den Schritt zu einem Erstliga-Spieler machen.

Und die Voraussetzungen sind mehr als gut. Die Spielweise passt perfekt zu den Canaries, Gilmour gilt als sehr spielintelligenter Akteur, der mit seinen linienbrechenden Pässen immer wieder für Gefahr nach vorne sorgen kann. Auch gegen Pressing ist er durch seine umsichtige Spielweise sehr resistent, verliert selten die Übersicht unter Druck. Etwas arbeiten muss Gilmour noch an seiner Zweikampfhärte, was mit einer Körpergröße von 1,70 Metern auch nur zu verständlich ist.

Es wird sehr spannend sein zu sehen, wie sich der schottische Nationalspieler mit dauerhafter Spielzeit in der Liga macht. In seinen bisherigen Spielen fiel er fast durchweg positiv auf, so war Gilmour beispielsweise im EM-Spiel seiner Schotten gegen England (0:0) Spieler des Spiels.

Prognose:

Was Liverpool mit einer Mannschaft machen kann, die mitspielen möchte, defensiv dafür große Probleme hat, hat man in den letzten Jahren immer wieder gesehen. So gab es beispielsweise gegen Atalanta Bergamo ein 5:0, Leicester City wurde regelmäßig abgeschossen, und auch Norwich City selbst kam vor zwei Jahren mit 1:4 unter die Räder.


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Ein ähnliches Schicksal könnte Norwich auch diesmal wieder ereilen. Vor allem bei Standards dürfte Liverpool klar im Vorteil sein und sich so die ein oder andere sehr gute Chance erarbeiten können, auch die oft mangelhafte Konterabsicherung der Canaries wird einige Möglichkeiten zulassen.








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