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Sophie Bradley-Auckland, die Kapitänin der Liverpool FC Women, kehrt vorerst nicht zur Mannschaft zurück.
Photo credit: Charlotte Tattersall/Getty Images

Liverpool FC Women: Kapitänin kehrt vorerst nicht zurück!

News

  • Autor Noel Pospiech
    17 Monat(e) vor



Sophie Bradley-Auckland, Verteidigerin und Spielführerin der Liverpooler Frauenmannschaft, gibt Einblicke in ihr Leben in Zeiten der Corona-Pandemie.

Die Fußballerin ist als Leiterin eines familiär geführten Pflegeheims in Nottingham tätig und erklärt in einem Interview mit dem Verein was es bedeutet, einen systemrelevanten Beruf auszuüben. Außerdem gibt sie Einblicke darüber, warum sie vorerst nicht auf den Fußballplatz zurückkehren wird und wie sie die letzten Monate vor große Herausforderungen gestellt haben. Bradley-Auckland meinte auch, sie könne "nicht zum Verein zurückkehren, solange ein Risiko für das Pflegeheim besteht".

Im Gespräch mit liverpoolfc.com erklärt die Verteidigerin, dass die letzten Monate nicht nur für sie schwierig waren: "Es war für jeden einzelnen auf dem Planeten herausfordernd [...]". Aktuell sei es zudem schwer, auf Licht am Ende des Tunnels zu hoffen, aber es bleibe nach wie vor wichtig "jeden Tag so zu nehmen, wie er kommt".

Seit drei Jahren im Pflegebereich tätig

Die 30-Jährige leitet zusammen mit ihrem Vater das Edenhurst Care Home in Nottingham. Das Pflegeheim liegt seit jeher in familiärer Hand und wurde ursprünglich von Bradley-Aucklands Großeltern geführt. Seit drei Jahren ist sie nun im Pflegeheim tätig, kurz nach dem sich die Verteidigerin der bereits dritten Knieoperation unterziehen musste: "Ich dachte, ich würde nie wieder zum Fußball zurückkehren, also sprang ich ein, um die Rolle meines Vaters zu übernehmen." Seit letztem Jahr leiten die beiden gemeinsam das Pflegeheim.

Bradley-Auckland schildert zudem die ungewohnte Situation, die mit dem Corona-Virus einherging. Durch die Pandemie sind die Bewohner des Pflegeheims der zusätzlichen Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Zudem haben die Bewohner nicht die Möglichkeit, ihre Angehörigen zu sehen, sodass man sich mit Videoanrufen und Kurzbesuchen am Fenster Abhilfe schaffen muss.

Die Gesundheit der Menschen im Edenhurst Care Home zu bewahren, stehe allerdings an erster Stelle. Von der aktuellen Situation lässt sich die Verteidigerin sowieso nicht runterkriegen: "Es ist wichtig für mich und alle Mitarbeiter, jeden Tag mit einem Lächeln auf dem Gesicht zu erscheinen."

"Aktuell haben wir immer noch einen Lockdown."

Ihren Tag startet Bradley-Auckland im hauseigenen Fitnessraum, bevor es dann zur Arbeit geht. Für die Spielerin der Reds ist das Fitnesstraining mehr als nur körperliche Anstrengung: "Das Training bietet mir eine mentale Zuflucht, bei der ich mich einfach nur auf die Einheit fokussieren kann." Nach einem langen Arbeitstag sei es zudem "schwieriger zu trainieren", sodass ihr die Einheiten vor der Arbeit einen zusätzlichen Schub für den Tag geben.

Am Arbeitsplatz gibt es nun ebenfalls veränderte Rahmenbedingungen. So muss die Britin zusätzlich zu Kittel und Handschuhen, Brille und Schutzmaske tragen. Außerdem werden das Personal wöchentlich, und die Bewohner des Pflegeheims monatlich auf Corona getestet. Diese Prozedur nehme "sehr viel Zeit in Anspruch" aber es versichere "besonders die Bewohner und deren Angehörige". Bislang gab es keinen einzigen Covid-Fall im Pflegeheim.

Die nächsten Monate kann die Spielerin der Reds nicht vorausplanen. Man müsse "von Tag zu Tag schauen". Während hingegen Geschäfte, Firmen und Schulen nach und nach öffnen, weilt das Pflegeheim noch unter strengeren Auflagen: "Aktuell haben wir immer noch einen Lockdown, sodass es Freunden und Angehörigen der Bewohner weiterhin nicht gestattet ist, ins Pflegeheim zu kommen." Sollte sich allerdings der Zustand eines Bewohners drastisch verschlechtern, wurden bereits Maßnahmen in die Wege geleitet, die es Angehörigen ermöglichen sollen, "die Bewohner zu sehen".

"Fußball kann manchmal sehr hart sein."

Aufgrund der weiter steigenden Corona-Fälle im Vereinigten Königreich sah sich die Spielführerin der Reds zu einer Entscheidung gezwungen. Bislang konnte sie für Liverpool spielen, da sie zusätzlich ihre Rolle im Pflegeheim erfüllen konnte. Doch es sei Bradley-Auckland nicht Wert "für den Fußball [...] jemandes Leben aufs Spiel zu setzen". An Fußball kann sie in der jetzigen Phase sowieso kaum denken: "Tatsache ist, dass ich erst dann nach Liverpool zurückkehren kann, wenn für das Pflegeheim kein Risiko mehr besteht."

Die Entscheidung fiel ihr allerdings alles andere als leicht, ist die 30-Jährige doch Spielführerin und letztjährige Spielerin des Jahres der Frauenmannschaft. In einem Videochat mit dem gesamten Team erklärte Bradley-Auckland ihre Entscheidung: "Ich glaube, dass einige von ihnen es nicht glauben konnten. Fußball kann manchmal sehr hart sein."

Aufgrund ihrer Arbeit im Edenhurst Care Home hat sich der Fokus der Verteidigerin ein wenig geändert. Allerdings plant Bradley-Auckland irgendwann zum Team zurückzukehren und "die Mannschaft da hinzuführen, wo sie hingehört - in die Women's Super League."

Zu guter Letzt hat die Spielführerin der Frauenmannschaft noch eine Nachricht an alle Anhänger: "Zunächst möchte ich mich für die Tatsache entschuldigen, dass ich aktuell nicht wiederkommen werde. Das Pflegeheim hat aktuell Vorrang aber ich möchte den Fans sagen: unterstützt weiterhin das Team, und es kommen wieder gute Zeiten. Jeder Rückschlag führt zu einem Comeback, und ich denke, wir haben einen großartigen Kader und ein großartiges Trainerteam, mit dem wir nächstes Jahr wieder in der Women's Super League angreifen können. Unterstützt das Team weiterhin und ich hoffe, dass wir uns bald wieder sehen."

 





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