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Der Liverpool FC gewinnt den Europapokal der Landesmeister 1977 im Finale in Rom gegen Borussia Mönchengladbach
Photo credit: Allsport/Getty Images

Legendäre Spiele | Liverpool gegen Mönchengladbach, 25.5.1977

Geschichte

  • Autor Redmen Family
    1 Monat(e) vor



Bob Paisley führte Liverpool im Jahre 1977 zu ersten Mal auf den europäischen Thron. Damals besiegten die Reds in Rom Borussia Mönchengladbach mit 3:1 und waren zum ersten Mal Europapokal Sieger der Landersmeister.

In der 22. Auflage des Europapokals der Landesmeister war es Liverpool, die sich die Trophäe als erst zweiter englischer Club überhaupt holte. Der Triumph etablierte die bis heute hohen Erwartungen an den Verein und dessen weltweites Prestige.

Liverpool gewann den UEFA Cup 1973 unter Bill Shankly und 1976 unter Paisley. Der erste Erfolg in der Königsklasse war die nächste Steigerung der Reds, welche unter Shankly und Paisley ihre bisher erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte erlebten.

Paisley war im Übrigen der erste Trainer, der den UEFA Cup und den Europapokal der Landesmeister in direkter Folge gewann – gerade einmal drei Jahre nach Amtsübernahme. Erst Rafael Benítez gelang dies mit dem FC Valencia und Liverpool wieder in den Saisons 2003/04 und 2004/05.

Über Trabzon, St. Etienne und Zurüch ins Finale nach Rom

Liverpool qualifizierte sich selbstverständlich als englischer Meister 1976 für den Wettbewerb. Sie setzten sich damals gegen die anderen Landesmeister durch und spielten im Finale im Olympiastadion in Rom gegen Borussia Mönchengladbach.

Der Weg ins Finale gegen den gleichen Gegner wie im UEFA Cup-Finale 1973 – ein Umstand welcher grundlegend für die bis heute währende Fanfreundschaft zwischen den Clubs ist – begann für die Reds beim nordirischen Vorjahresmeister Crusaders. Mit einem 7:0 über zwei Partien setzte man sich souverän durch.

Die zweite Runde gegen Trabzonspor verlief etwas holpriger – mit insgesamt 3:1 konnte aber auch der türkische Club bezwungen werden.

Im Viertelfinale mussten die Reds erstmals auf Anfield hoffen: Nach einer 1:0-Niederlage im Hinspiel gegen AS St. Etienne lag die bisher schwerste Aufgabe dieser Europacup-Saison vor Paisleys Jungs. In Anfield gab es für den französischen Meister von 1976 jedoch nichts zu holen: Durch Tore von Keegan, Kennedy und Fairclough sicherte man sich einen historischen 3:1-Heimerfolg und marschierte weiter ins Halbfinale.

Dort fertigten die Liverpooler Zürich über Hin- und Rückspiel mit 6:1 ab, während sich Gladbach parallel mit einem 1:2 gegen Dynamo Kiew bewähren konnte.

Im Finale, gepfiffen vom Franzosen Robert Wurtz, unter den Augen von 52.000 Zuschauern – darunter an die 20.000 mitgereiste Scouser und Fans des Liverpool FC – standen sich der amtierende englische und der amtierende deutsche Meister in ihrem jeweils ersten EC-Finale gegenüber.

„Es war das perfekte Ende meiner Karriere in Liverpool“, sollte sich Kevin Keegan später erinnern. Für ihn war das Finale am 25. Mai 1977 das letzte Spiel für den Liverpool FC, bevor er für umgerechnet 500.000€ zum Hamburger SV wechselte.

Offener Schlagabtausch zwischen den Reds und den Fohlen

Eine Woche nach einer schmerzhaften Finalpleite im FA Cup, beendete ausgerechnet der Erzrivale Manchester United die Möglichkeit auf ein Triple. Dadurch war der Ansporn durch die mitgereisten Fans einmal mehr entscheidend.

Paisley ließ es sich im Vorfeld aber auch nicht nehmen ein paar "Mind Games" mit den Gladbachern zu spielen. Obwohl ein Einsatz des verletzten Toshack für den Club ausgeschlossen war, ließ er diesen verlauten. Er hoffte damit, die Gladbacher Defensive etwas durcheinander bringen zu können.

Es war ein enges Spiel, in welchem die Reds zur ersten Halbzeit körperlich überlegen waren. In der Folge mussten sie aber mit starkem offensivem Druck des Gegners zurechtkommen. Letztlich schafften sie es nahezu jeden defensiven Fehler Gladbachs eiskalt zu bestrafen und machten damit den Unterschied. Terry McDermott besorgte in der 28. Minute die 1:0-Führung für die Reds.

Phil Neal dazu: „[Wir spielten in einer] sehr freien Formation, ausgelegt um die Deutschen durcheinander zu bringen – und es klappte.“

Tommy Smith schießt Liverpool zum Europapokalsieger

Wenige Minuten nach Wiederanpfiff glich Simonsen (Europas Fußballer des Jahres 1977) auf Seiten der Gladbacher nach einem Fehlpass von Case aus. Liverpool ließ sich nicht viel Zeit um darauf zu antworten. Es war das Eigengewächs Tommie „Anfield Iron“ Smith, welcher für den Unterschied sorgte. Nach einer zuvor parierten Stieleke-Chance auf der anderen Seite schoss Smith in seinem 600. Spiel für den Club mit seinem einzigen Liverpool in Führung. „Ich würde es mit einem Ass im Tennis oder einem Hole-in-One im Golf vergleichen. Alles daran war perfekt.“ sagte Smith über seinen Treffer zum 2:1. 

„Nachdem Tommie uns in Führung gebracht hatte, machten wir so weiter, aber wir hatten zehn Minuten, in denen es wirklich aussah als könne die Borussia gewinnen“, verriet Clemence später.  Dennoch hielten die Reds den Druck der Fohlen stand. Später foulte Bertie Vogts Keegan im Strafraum und der folgende Elfmeter, den Neal klinisch verwandelte, besorgte den 3:1-Endstand.

Dieser Triumph war der Anfang einer bis heute währenden Liebesbeziehung zwischen Liverpool und dem Europapokal. In den folgenden acht Jahren sollten vier weitere Finalteilnahmen und drei Titel in dem Wettbewerb folgen. Nach 1985 standen die Reds dann erst 2005 wieder im Finale und vollbrachten das Wunder von Istanbul – ebenfalls am 25. Mai.

Startelf LFC: Clemence – Neal, Smith, Hughes (C), Jones – Case, McDermott, Kennedy, Callaghan – Keegan, Heighway

 








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