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Photo credit: Clive Mason/Getty Images

Gegneranalyse: Wolverhampton Wanderers

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    22 Monat(e) vor



Nachdem die Wolves als Aufsteiger kommende Saison sensationell auf Platz sieben landeten, schien es in dieser Saison deutlich schwerer zu werden. Doch mit klugen Umstellungen ist man inzwischen wieder in der Spur. Die Analyse der Redmen Family:

Die Verstrickungen des Beraters Jorge Mendes mit den Wolves führen dazu, dass man sich – mit einigen hochkarätigen Klienten von ihm im Team – im letzten Jahr für Europa qualifizieren konnte.

Kader: Breiter aufgestellt für Europa

Der Kader wurde kaum verstärkt, es wurde eher in die Breite investiert. Es kamen mit Patrick Cutrone, Jesus Vallejo und Pedro Neto junge Spieler, die langsam an die Mannschaft herangeführt werden und die vor allem in den Pokalwettbewerben und der Europa League Spielzeit bekommen.

Dazu wurden die Kaufoptionen bei Leander Dendonker und Raul Jimenez gezogen, die sich letzte Saison zu unverzichtbaren Stammspielern entwickelt hatten.

Abgegeben wurde kein kaderrelevanter Spieler. Durch die Umstellung während der letzten Saison wurden die Flügelspieler obsolet, daher wurden diese auf Leihbasis abgegeben.

Trainer: Nuno Espirito Santo – Mehr als nur ein Motivator

Der ehemalige Torwart, der als Ersatztorhüter unter Jose Mourinho die Champions League mit dem FC Porto gewinnen konnte, setzte anfangs seine Karriere als Torwarttrainer fort. Da er bereits in dieser Zeit für einen Torwarttrainer großen Einfluss auf die taktische Ausrichtung seiner Teams nahm und vor allem auch für die Ansprachen vor dem Spiel verantwortlich war, bekam er 2012 zum ersten Mal die Chance, als Cheftrainer zu arbeiten. 2017 übernahm er schließlich die Wolves und führte sie direkt in seinem ersten Jahr in die Premier League.

Er gilt als Trainer, der sehr auf die defensive Stabilität Wert legt. So lässt sich unter ihm auch an den drei Innenverteidigern nicht rütteln. Selbst wenn der ein oder andere Innenverteidiger ausfällt, lässt er lieber gelernte Mittelfeldspieler hinten spielen, als sein System umzustellen.

So stellte man letzte Saison die viertbeste Abwehr der Premier League. Als Aufsteiger durchaus bemerkenswert.

Taktik: Flügellastig nach vorne, robust hinten

Spielte man zu Saisonbeginn noch im 3-5-2, hat man seit dem Ausfall von Willy Bolly und der daher notwendigen Zurückziehung von Leander Dendonker in die Innenverteidigung das System wieder auf ein 3-4-3 umgestellt, welches man in der Aufstiegssaison 2017/18 noch favorisiert hatte.

Dieses System sorgt nun dafür, dass Adama Traore deutlich öfter zum Einsatz kommt. Über seine Dribbelstärke versucht man, in das letzte Drittel zu gelangen. Aber auch Diogo Jota auf der linken Seite ist sehr dribbelfreudig. Das sieht man auch daran, dass die Wolves in Sachen Dribblings auf Platz vier in der Premier League stehen.

Defensiv sind sie vor allem über außen durchaus anfällig, da die Außenverteidiger regelmäßig vergessen, dass sie ja eigentlich Verteidiger sind. Auch sind sie durchaus anfällig dafür, Freistöße zu verursachen. So foulen die Wolves ligaweit am zweithäufigsten.

Player to watch: Raul Jimenez – Prototyp eines modernen Stürmers

Raul ist ein Stürmer, der alles für sein Team macht, was gerade benötigt wird. Er ist nach Firmino wohl der zweitbeste pressende Stürmer der Liga, er hat die drittmeisten Schüsse pro Spiel und spielt die meisten Key-Pässe aller Stürmer der Liga. So verwundern auch seine Zahlen nicht, er ist bereits an 12 Toren direkt beteiligt, welche fast gleichwertig auf Tore (acht) und Vorlagen (sechs) aufgeteilt sind.

Er weicht auch immer wieder gerne aus dem Zentrum aus, um mit Flanken die einstartenden Außenverteidiger zu bedienen. Dieser Spielzug hat bereits mehrfach zum Erfolg geführt.

Auch ist er in Kontersituationen als der Spieler, der den Ball fest macht und auf die schnellen Jota und Traore weiterleitet extrem wertvoll.

Form: Die Dreifachbelastung macht sich bemerkbar

Die Wolves haben bereits 33 Pflichtspiele in dieser Saison in den Knochen. Das sind zwei mehr als Liverpool bisher hatte, die ja ihrerseits deutlich über dem Ligadurchschnitt liegen.

Und diese Belastung sieht man dem Team auch an. Musste man sich anfangs der Saison erst an den Rhythmus gewöhnen, musste man vom 22. September bis zum 12. Dezember in 17 Pflichtspielen nur eine Niederlage hinnehmen. Zuletzt merkte man den Spielern die Belastung allerdings schon sehr an, auch wenn die Ergebnisse noch stimmen. So war man beispielsweise in Brighton nach 70 Minuten stehend k.o., gegen Norwich konnte man erst zur zweiten Hälfte seine gewohnte Leistung abrufen.

Das wohl beste Saisonspiel hob man sich für den Boxing Day auf. Ein perfektes Weihnachtsgeschenk sowohl für die eigenen Fans als auch die Fans des Liverpool FC war der Sieg gegen Manchester City. Nun steht man auf Platz fünf und nur noch zwei Punkte hinter dem Champions-League-Platz.

Dieses Spiel dürfte allerdings viel Kraft gekostet haben, was wiederum für Liverpool sprechen dürfte.

Prognose:

Außenverteidiger, die gerne mal das nach hinten arbeiten vergessen und ein personell schwach aufgestelltes Mittelfeld. Die Wolves klingen wie gemacht für Liverpool.

Allerdings heißt es Vorsicht vor den schnellen Gegenangriffen, vor allem Traore ist in blendender Form, aber auch Raul spielt aktuell auf sehr hohem Niveau. Raul muss am besten schon vor der Ballannahme gestört werden, mit dem Ball am Fuß ist er einer der besten der Liga.

Wenn die Wolves mal eine längere Ballbesitzphase haben, muss man auch auf die beiden Mittelfeldspieler achten, Joao Moutinho und Ruben Neves sind sehr starke Distanzschützen.








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