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West Bromwich Albion, Liverpools nächster Gegner in der Premier League, in der Analyse.
Photo credit: Andrew Boyers/Pool/AFP via Getty Images

Gegneranalyse: West Bromwich Albion

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    18 Monat(e) vor



Analyse │ Am Sonntag empfängt der Liverpool FC am 15. Spieltag der Premier League West Bromwich Albion. Die Gegneranalyse der Redmen Family.

Die Baggies sind nach zwei Jahren in der Championship zurück im englischen Oberhaus. Ohne große finanzielle Verstärkungen startete man mit dem Ziel Klassenerhalt in die Saison.

Ehemalige Leihspieler als Rückgrat der Mannschaft

Der Aufstieg wurde vor allem auf dem Rücken von Leihspielern geschafft. Diese sollten auch in der neuen Saison für die Mannschaft aus dem Großraum Birmingham auflaufen. Und so wurden der ehemalige Nürnberger Matheus Pereira (24) und Grady Dinangana (22) für zusammen knapp 20 Millionen Euro fest verpflichtet. Filip Krovinovic (25) konnte noch ein weiteres Jahr aus Portugal geliehen werden.

Zur Verstärkung des Teams kamen vier neue Spieler: Stürmer Karlan Grant (23) kam mit der Empfehlung von 19 Toren vom Zweitligisten Huddersfield Town. Der ehemalige Chelsea-Spieler Branislav Ivanovic (36) kam ablösefrei aus Russland zurück auf die Insel. Callum Robinson (25) kam in einem Tauschgeschäft aus Sheffield, dafür gab man Oliver Burke (23) ab. Der wichtigste Neuzugang war erneut ein Leihspieler. Conor Gallagher (20) holte man per Leihe vom Chelsea FC. Insgesamt gab man nur knapp 40 Millionen Euro aus. Vergleich man dies mit den Ablösesummen vorheriger Aufsteiger in die Premier League, ist dies sehr wenig.

Abgegeben wurde mit Ahmed Hegazy (29) ein potenzieller Stammspieler, der Ägypter ging nach Saudi-Arabien. Mit Gareth Barry (39) beendete außerdem ein ganz Großer des englischen Fußballs und der Rekordspieler der Premier League seine Karriere. Der Mittelfeldspieler kam in der vergangenen Saison jedoch lediglich auf drei Einsätze, die meiste Zeit der Saison stand er nicht einmal im Kader. Man kann den sportlichen Verlust daher wohl als marginal bezeichnen.

Sam Allardyce - Zurück auf der großen Bühne

Sam Allardyce (66) ist seit 16. Dezember zurück in der Premier League, zurück in West Brom. Dort, wo seine Reise begann, damals am 01.07.1989. Von Brian Talbot (67) wurde er als Co-Trainer zu den Baggies geholt. Seither betreute er neun Vereine, West Brom ist also seine zehnte Station als Cheftrainer. Am längsten hielt der Engländer es bei den Bolton Wanderers aus, dort war er über sieben Jahre in der Verantwortung.

Seit seiner Entlassung beim Everton FC war er zuletzt mehr als zwei Jahre ohne Verein. Umso erstaunlicher war es, als die Gerüchte über sein Comeback aufkamen. Doch Allardyce hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass er Teams zum Klassenerhalt führen kann. Mit Crystal Palace 2016/17 und AFC Sunderland 2015/16 übernahm er Vereine in einer ähnlichen Lage, in welcher sich West Brom momentan befindet, und führte die Mannschaften mit Platz 14 respektive 17 zum Klassenerhalt.

Bekommen hat "Big Sam" den Job, da der Verein sich von Slaven Bilic (52) getrennt hatte. Ausschlaggebend hierfür waren nicht nur sportliche Gründe. Der Kroate, der die Mannschaft zum überraschenden Aufstieg führte, überwarf sich mit der Vereinsführung. Grund hierfür war in erster Linie der Verkauf von Hegazi, der offenbar ohne das Wissen von Bilic getätigt wurde. Dass man dennoch noch so lange zusammen arbeitet, lag vor allem daran, dass Allardyce sich zuletzt im Ausland aufhielt und die Quarantäneregeln einhalten musste.

Eine kleine, aber nicht uninteressante Randbemerkung ist auch noch, dass Allardyce der bislang letzte Trainer einer Mannschaft war, die in Anfield ein Ligaspiel gewinnen konnte (2:1 mit Crystal Palace, 23.04.2017). Keines seiner letzten drei Ligaspiele in Anfield hat er verloren und dabei fünf Punkte geholt. Es ist also Vorsicht geboten.

Kaum Anhaltspunkte auf das System

Da Allardyce bisher nur ein Spiel auf der Bank saß, lässt sich noch nicht wirklich sagen, wie er spielen lassen will. Vor allem, da Kapitän Jake Livermore (31) gegen Aston Villa (0:3) bereits in der 37. Spielminute einen Platzverweis kassierte und dies die Dynamik des Spiels schon früh beeinflusste. Was als ziemlich sicher gilt ist, dass West Brom im 4-1-4-1 spielen wird. Zum einen stiegen die Baggies in diesem System auf, zum anderen gilt es als Allardyces Lieblingssystem. Auch, dass man eher abwartend und defensiv agieren wird, kann als gegeben angesehen werden.

Matheus Pereira - Genie und Wahnsinn liegen eng beisammen

Pereira könnte wohl einer der besten Fußballer der gesamten Liga sein. Die Betonung liegt auf dem Wort "könnte", denn immer wieder machen ihm unerklärliche geistige Aussetzer einen Strich durch die Rechnung. So bekam er bei seiner Zeit in Nürnberg im Abstiegsendspiel gegen Fortuna Düsseldorf (1:2) bereits nach vier Minuten eine rote Karte, da er sich eine Tätlichkeit erlaubte.

Bei West Brom ließ er sich am elften Spieltag nach 34 Minuten ebenfalls zu einer Unbeherrschtheit hinreißen, die erneut mit Rot geahndet wurde. Zu dem Zeitpunkt stand es im Spiel gegen Crystal Palace 1:1, am Ende verloren die Baggies mit 1:5. Auch in der Aufstiegssaison wurde er Ende Januar 2020 vom Sportgericht für zwei Spiele gesperrt.

Warum er dennoch immer wieder zum Einsatz kommt und den Baggies über acht Millionen Euro wert war, liegt an seiner unglaublichen sportlichen Qualität. So sorgte er mit acht Toren und 20 Vorlagen nahezu im Alleingang für den Aufstieg West Broms. Er war an 36 Prozent der Tore des Teams direkt beteiligt. Auch in dieser Saison ist er an drei der zehn Tore West Broms beteiligt gewesen. Entsprechend vorsichtig muss auch Liverpool am Sonntag sein. Denn der Brasilianer hat seine drei Spiele dauernde Sperre abgesessen und wird heiß darauf sein, allen zu zeigen, was er drauf hat.

Prognose

Die Baggies werden sehr defensiv stehen und auf Konter spielen. Hierbei muss man vor allem Pereira im Auge behalten, aber auch Gallagher, der bereits zwei Treffer von außerhalb des Strafraums erzielt hat und als einer der besten Distanzschützen der Liga gilt. Eine Möglichkeit, West Brom zu schwächen, scheint es bisher zu sein, sie zu provozieren. Bereits drei rote Karten stehen zu Buche, zwei davon durch Tätlichkeiten.








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