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Der Watford FC, der nächste Gegner des Liverpool FC in der Premier League, in der Gegnernalyse.
Photo credit: Tony Marshall/Getty Images

Gegneranalyse Watford FC - Watford doing Watford things

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    2 Monat(e) vor



Am Samstag geht es für den Liverpool FC am achten Spieltag der Premier League an die Vicarage Road zum Watford FC. Die Analyse der Redmen Family:

Nachdem Watford im letzten Jahr nach dem Abstieg 2020 der direkte Wiederaufstieg gelungen war, verstärkte der Verein aus dem Vorort Londons seinen Kader clever. Neun potenzielle Verstärkungen kamen, dafür gab man weniger als 20 Millionen Euro aus.

Qualitative und quantitative Verstärkungen

Der teuerste Neuzugang war Imran Louza (22). Der zentrale Mittelfeldspieler kam für zehn Millionen Euro vom FC Nantes aus Frankreich. Die beiden namhaftesten Spieler kamen von Tottenham Hotspur. Für Mittelfeldmann Moussa Sissoko (32) überwies Watford 3,5 Millionen Euro, Linksverteidiger Danny Rose (30) kam ablösefrei.

Außerdem verpflichteten die Hornets je drei weitere Mittelfeldspieler und Stürmer. Für das Mittelfeld kamen Ozan Tufan (26), Peter Etebo (25) und Juraj Kucka (34) allesamt auf Leihbasis. Im Angriff wurde mit dem ehemaligen Kölner Emmanuel Dennis (23), Ashley Fletcher (25) aus Middlesbrough und Joshua King (29) vom Everton FC nachgebessert. King und Fletcher kamen ablösefrei, für Dennis wurden vier Millionen Euro fällig.

Neben diesen sofortigen Verstärkungen kam noch ein Perspektivspieler, der dem ein oder anderen Deutschen seit Kurzem etwas sagen dürfte. Kwadwo Baah (18) wechselte ablösefrei aus Rochdale zu den Hornets. Der in Stuttgart geborene Außenbahnspieler wurde, nachdem er zuvor für die englischen Juniorenteams aufgelaufen war, für die deutsche U19-Nationalmannschaft nominiert und gilt als großes Talent.

Aufgrund dieser großen Zahl an Neuzugängen mussten natürlich auch etliche Spieler den Verein verlassen. Auch Spieler, die in den letzten Jahren ein wichtiger Bestandteil der Stammelf waren. So zog es Mittelfeldmann Will Hughes (26) für sieben Millionen zu Crystal Palace, sein Nebenmann Nathaniel Chalobah ging ablösefrei zum Fulham FC.

Der ehemalige Kapitän und Publikumsliebling Troy Deeney (33) wechselte zu Birmingham City. Dazu wurde der Kader weiter ausgedünnt, viele junge Spieler verliehen, wie etwa Tom Dele-Bashiru (21, Reading FC) oder Domingos Quina (21, Fulham FC).

Claudio Ranieri - Folgt das nächste Wunder?

Trotz eines eigentlich ordentlichen Starts in die Saison musste Aufstiegstrainer Xisco (41) in der Länderspielpause seinen Hut nehmen. Für ihn übernahm Claudio Ranieri. Der Italiener ist kein Unbekannter, Watford ist bereits seine vierte Trainerstation auf der Insel. Anfang des Jahrtausends trainierte er den Chelsea FC, von 2015 bis 2017 Leicester City und im Winter 2018/19 Fulham.

Seinen größten Erfolg feierte Ranieri sicherlich in seiner Zeit bei Leicester City. Zum damaligen Zeitpunkt war seine Trainerkarriere gefühlt schon vorbei. Nachdem sich die Mannschaft 2014/15 mit einem Schlussspurt gerade noch vor dem Abstieg retten konnte, übernahm der Italiener im Sommer 2015 den Abstiegskandidaten Nummer 1. Nicht umsonst war Ranieri bei den Buchmachern der Topkandidat für die erste Trainerentlassung der Saison.

Doch es sollte anders kommen. Man startete gut in die Saison, erst am siebten Spieltag gab es die erste Niederlage (2:5 gegen Arsenal). Da die Mannschaft danach weiter lieferte und neun der nächsten elf Spiele gewann, stand man an Weihnachten nicht wie prognostiziert auf dem letzten, sondern auf dem ersten Platz. Diesen Platz sollte man auch nicht mehr hergeben, die Foxes konnten sich die erste Meisterschaft in der Vereinshistorie sichern. Dies war die wohl größte Underdog-Story in der Geschichte des Fußballs und Inspiration für Millionen von Fans, Spieler und Vereine. Und Ranieri war ein entscheidender Baustein davon.

Trotz seines Heldenstatus musste er nur neun Monate nach der Meisterschaft seinen Hut nehmen. Die Liebe und Dankbarkeit der Fans werden ihm jedoch auf ewig gewiss sein. Ob er bei Watford ein ähnliches Märchen schreiben kann erscheint unwahrscheinlich, die Hoffnung der Fans ist jedoch immer da, wenn der eigene Verein Claudio Ranieri verpflichtet.

Watfords Taktik: Die große Unbekannte

Taktisch kann man noch nicht wirklich sagen, wie Watford unter dem neuen Trainer agieren wird. Im letzten Spiel bei Leeds United wurde im 4-2-3-1 agiert, man legte vor allem Wert auf eine stabile Defensive. So hatten die Hornets nur 33% Ballbesitz, auch fünf Schüsse (einer davon auf das gegnerische Tor) sprechen eine deutliche Sprache.

Das 4-2-3-1 gilt nicht unbedingt als Lieblingssystem von Ranieri. Dieser bevorzugt in der Regel ein System mit zwei Spitzen, von denen eine etwas hängend agiert. Optionen, wer die beiden Stürmer sein könnten, gibt es genug. Vor allem der talentierte Joao Pedro (20) scheint prädestiniert für die Rolle der hängenden Spitze.

Eigentlich gut gestartet

Eigentlich waren die Ergebnisse für einen Aufsteiger nicht schlecht. Nach sieben Spielen steht die Mannschaft bei ebenso vielen Punkten. Aston Villa (3:2) und Norwich City (3:1) konnten geschlagen werden, gegen Newcastle United gab es ein Unentschieden. Die übrigen Gegner waren einfach individuell überlegen, so verlor man beispielsweise gegen  Tottenham Hotspur (0:1) oder die Wolverhampton Wanderers (0:2).

Daher ist es durchaus überraschend, dass Xisco gehen musste. Aber so kennt man das inzwischen ja in Watford. Die Besitzer-Familie rund um Gino Pozzo (56) ist nicht gerade für gutes Management bekannt. Regelmäßig werden Trainer trotz guter Leistungen entlassen, Spieler ohne wirklichen Plan verpflichtet und anschließend zwischen Watford und Udinese Calcio, die ebenfalls der Familie gehören, hin und her geschoben.

Prognose

Wie bereits gesagt ist es sehr schwierig zu prognostizieren, wie Watford am Samstag auflaufen wird. Nimmt man Ranieris Zeit in Leicester zum Vorbild, wird er versuchen defensiv zu stehen und dann über Konter und Standardsituationen für Gefahr zu sorgen. Vor allem bei ruhenden Bällen strahlte die Mannschaft bisher wenig Gefahr aus, erst ein Treffer resultierte aus einer Standardsituation.


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Defensiv ist die Mannschaft hingegen äußerst anfällig bei Ecken und Freistößen. Bereits vier Gegentreffer fing man sich, das ist Ligahöchstwert. Bedenkt man, dass Liverpool mit fünf Toren nach Standards die beste Mannschaft der Liga ist, dürfte hier einiges möglich sein für die Reds. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Hornets in dieser Premier-League-Saison mit Abstand am meisten foulen. 14,6 Fouls pro 90 Minuten sind ganze drei mehr als der Zweite in dieser Statistik.








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