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Photo credit: Paul Childs/Pool/Getty Images

Gegneranalyse: Tottenham Hotspur

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    13 Monat(e) vor



Analyse │ Am Mittwoch empfängt der Liverpool FC im Topspiel des 13. Spieltags der Premier League die Tottenham Hotspur. Die Gegneranalyse der Redmen Family.

Seit etwas mehr als einem Jahr hat Jose Mourinho (57) das Sagen bei den Spurs. Als Nachfolger von Mauricio Pochettino (48) stabilisierte er die Mannschaft und führte sie noch in die Europa League. Zur neuen Saison wollte man wieder die Champions-League-Plätze angreifen. Hierfür nahm man erneut viel Geld in die Hand.

Das Hauptaugenmerk auf die Breite gelegt

Insgesamt hatte man in diesem Sommer ein Transferminus von knapp 100 Millionen Euro. Die Kaufoption über 32 Millionen für Giovani Lo Celso (24) wurde gezogen, dazu holte man mit Sergio Reguilon (23) einen neuen Linksverteidiger aus Spanien. Aus der heimischen Liga kamen mit Matt Doherty (28) ein neuer Rechtsverteidiger und mit Pierre-Emile Höjbjerg (25) ein defensiver Mittelfeldspieler. Dazu wurde mit Carlos Vinicius (25) ein Ersatzstürmer geliehen, mit Joe Hart (33) ein neuer Ersatzkeeper verpflichtet und mit Joe Rodon (22) ein junger Innenverteidiger aus der zweiten Liga geholt.

Der namhafteste Neuzugang war ohne Zweifel Gareth Bale (31). Der Waliser kehrte per Leihe nach sieben Jahren von Real Madrid zurück zu den Spurs, wo er damals zu einem der besten Fußballer auf diesem Planeten reifte. Abgegeben wurden Jan Vertonghen (33), der ablösefrei nach Portugal ging, sowie Kyle Walker-Peters (23), der nach einer Leihe in der Rückrunde nun fest von Southampton FC verpflichtet wurde. Ansonsten hat man noch einige Talente verliehen, die sich in den kommenden Jahren zu tragenden Säulen entwickeln sollen.

Jose Mourinho – Noch ein Toptrainer?

Champions League-Sieger mit dem FC Porto und Inter Mailand, spanischer Meister, italienischer Meister, englischer Meister, Gewinner des Triples mit Inter und des „kleinen Triples“ mit Manchester United. Es gibt nichts, was Mourinho noch nicht gewonnen hat. Allerdings stellt sich seit einigen Jahren die Frage, ob er und seine Art des Fußballs noch zeitgemäß sind.

Bei Chelsea und Manchester United spielte er jeweils eine starke zweite Saison, in der dritten Saison brach man völlig ein und spielte eher gegen den Abstieg als um die Champions League-Qualifikation. Bei den Spurs scheint es bisher ähnlich zu sein, nach einer durchwachsenen ersten Saison spielt man in der zweiten Saison um die Meisterschaft mit.

Seine überhebliche Art ließ durch den fehlenden Erfolg in den letzten Jahren viele an ihm zweifeln. Dazu kommt seine Masche, nach schlechten Spielen seiner Mannschaft Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen, um von der schwachen Leistung seines Teams abzulenken. Dies tat er letzte Saison nach dem Spiel gegen Chelsea FC, als er Antonio Rüdiger (27) Schauspielerei vorwarf, oder nach dem Spiel gegen den Southampton FC, als er sich mit einem der Assistenten der Saints anlegte.

Starke Defensive und vorne individuelle Qualität

Nachdem man letzte Saison taktisch noch ein bisschen experimentiert hatte, spielt man diese Saison in einem klaren 4-2-3-1. In diesem System steht man sehr kompakt, überlässt dem Gegner zumeist bereitwillig den Ballbesitz und versucht dann, über schnelle Gegenstöße nach vorne zu kommen. Hierbei ist das Zusammenspiel von Harry Kane (27) und Heung-Min Son (28) entscheidend.

Die beiden verstehen sich blind und sich in einer unglaublichen Form. Zusammen kommen sie gemeinsam bereits auf 33 Torbeteiligungen. Von den 19 Treffern haben sich die beiden ganze zwölf bereits gegenseitig aufgelegt. Dabei fungiert Kane immer öfter als Spielmacher und Son als Zielspieler. Der Engländer lässt sich häufig ins Mittelfeld fallen, während der Südkoreaner viele Läufe hinter die gegnerische Abwehrkette versucht.

Im Kampf um die Meisterschaft angekommen

Die Spurs sind nach leichten Anlaufschwierigkeiten inzwischen voll in der Saison angekommen. Nach der Auftaktniederlage gegen den Everton FC (0:1) verlor man keines der nächsten elf Spiele bei sieben Siegen und vier Unentschieden. Vor allem defensiv wusste man zu überzeugen, in den letzten sieben Spielen kassierte man nur zwei Gegentreffer.

Im letzten Spiel bei Crystal Palace (1:1), sah man dem Team von Mourinho jedoch – genau wie allen anderen europäisch vertretenen Teams – die Strapazen, die in dieser Saison bereits die Mannschaften eingeprasselt sind, deutlich an. Man hatte in der zweiten Hälfte der körperlichen Spielweise der Eagles nichts mehr entgegenzusetzen und kam nicht über ein Unentschieden hinaus.

Pierre-Emile Höjbjerg – Das entscheidende Puzzlestück?

Im Sommer lachten die meisten Fans noch, als die Spurs Höjbjerg als Neuzugang vorstellten. Den Höjbjerg, der bei den Bayern in München gescheitert war und danach bei Southampton FC spielte, was wollen die Spurs denn mit dem? Doch der Däne hat sich schnell zu einem absoluten Schlüsselspieler entwickelt. Er ist mit seiner körperlichen Präsenz, seiner Zweikampfstärke und seiner guten Umschaltbewegung essenziell.

Er führt die Mannschaft sowohl bei der Anzahl der Pässe als auch bei der Passquote (88,7%) an, außerdem hat er die meisten Zweikämpfe gewonnen. Mehr als die Hälfte der Tore der Spurs entstehen in dieser Saison nach einem Ballgewinn von Höjbjerg. Dazu kommt noch, dass er – etwas unerwartet – die meisten erfolgreichen Dribblings der Mannschaft erreicht. Dadurch, dass er immer mit vollem Einsatz spielt, ist er auch der Spieler der Spurs, der am häufigsten foult.

Prognose

Die Spurs werden auch in diesem Spiel wieder dem Gegner den Ball überlassen. In den drei Spielen gegen Manchester City (2:0), Chelsea FC (0:0) und Arsenal FC (2:0) hatte die Mannschaft von Mourinho im Schnitt 34% Ballbesitz. Am Mittwoch dürfte es ähnlich aussehen, vielleicht sogar noch extremer. Dies ist jedoch gewollt, um Kane und Son mehr Platz für ihre Spielzüge zu geben.

Auch die Außenverteidiger sind offensiv durchaus stark. Gibt man vor allem Reguilon zu viel Platz, kann auch er die gegnerische Abwehr aushebeln. Gleiches gilt für Tanguy Ndombele (23). Der junge Franzose wird zumeist im offensiven Mittelfeld eingesetzt und kann durch seine Körpertäuschungen und Pässe dafür sorgen, dass das gegnerische Mittelfeld kaum Zugriff auf ihn bekommt.

Defensiv ist den Spurs wohl am besten durch Standards beizukommen. Im letzten Spiel gegen Palace holten die Eagles in der zweiten Hälfte eine Standardsituation nach der anderen heraus, nahezu jede einzelne sorgte für Gefahr. Dazu sind die Innenverteidiger der Spurs nicht die besten, was das Spiel mit dem Ball angeht. Gezieltes Pressing könnte also sehr effektiv sein. Wobei die Abwehrspieler die klare Vorgabe haben, lieber jeden Ball auf die Tribüne zu schießen als sich in gefährliche Situationen zu begeben.








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