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Photo credit: Laurence Griffiths/Getty Images

Gegneranalyse: Tottenham Hotspur

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    8 Monat(e) vor



Am Samstag kommt es an der neuen White Hart Lane zur Neuauflage des Champions League Finals. Der Liverpool FC ist zu Gast bei den Tottenham Hotspur. Die Analyse der Redmen Family:

Seit besagtem Champions League Finale haben sich die beiden Mannschaften in komplett entgegengesetzte Richtungen entwickelt. Nachdem die Spurs nach 12 Spielen mit nur 14 Punkten auf Platz 14 standen, trennte man sich vom langjährigen Erfolgstrainer Mauricio Pochettino und instalierte Jose Mourinho.

Kader: Was passiert mit Eriksen?

Im Vergleich zur Hinrunde hat sich bisher noch nichts verändert. Die große Frage des Winters bleibt, ob Christian Eriksen den Verein noch verlässt oder nicht. Der Vertrag des dänischen Mittelfeldspielers endet im Sommer, somit besteht nun letztmals die Chance, eine Ablösesumme zu kassieren. Von Seiten der Spurs werden offenbar rund 20 Millionen Pfund gefordert, Inter Mailand scheint der heißeste Kandidat zu sein.

Ein allzu großer Verlust wäre ein Abgang für das Team nicht, da Eriksen schon die ganze Saison ziemlich lustlos auf dem Feld agiert und unter Mourinho nur noch zweite Wahl ist.

Trainer: Jose Mourinho – Noch ein Toptrainer?

Champions League Sieger mit dem FC Porto, Inter Mailand und Real Madrid, spanischer Meister, italienischer Meister, englischer Meister, Gewinner des Triples mit Inter und des „kleinen Triples“ mit Manchester United. Es gibt nichts, was Mourinho noch nicht gewonnen hat. Allerdings stellt sich seit einigen Jahren die Frage, ob er und seine Art des Fußballs noch zeitgemäß sind.

Bei Chelsea und Manchester United spielte er jeweils eine starke zweite Saison, in der dritten Saison brach man völlig ein und spielte eher gegen den Abstieg als um die Champions League Qualifikation. Auch seine überhebliche Art ließ durch den fehlenden Erfolg in den letzten Jahren viele an ihm zweifeln.

Dazu kommt seine Masche, nach schlechten Spielen seiner Mannschaft Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen, um von der schwachen Leistung seines Teams abzulenken. Dies tat er zuletzt nach dem Spiel gegen Chelsea FC, als er Antonio Rüdiger Schauspielerei vorwarf, oder nach dem Spiel gegen Southampton FC, als er sich mit einem der Assistenten der Saints anlegte.

All dies wirft die Frage auf, ob Mourinho noch so gut ist wie sein Ruf. Dies wird sich wohl erst kommende Saison herausstellen, wenn er einige Wunschspieler bekommt und er seine Art des Fußballs voll implementiert hat.

System: Hybridsystem mit Fokus auf der individuellen Qualität

Da in den letzten Wochen mit Danny Rose und Ben Davies beide etatmäßigen Linksverteidiger ausgefallen sind, ist Mourinho von seinem bevorzugten 4-2-3-1 etwas abgerückt. Stattdessen wurde ein Hybridsystem aus 4-2-3-1 und 3-4-2-1 gespielt. Durch den Ausfall von Harry Kane wurde das System nochmals modifiziert, sodass aus dem 3-4-2-1 ein 3-5-2 wurde.

In der Abwehr laufen zumeist Eric Dier und Tobias Alderweireld als klare Innenverteidiger auf. Auf der linken Seite spielen Jan Vertonghen und Ryan Sessegnon. Je nach Spielsituation spielt entweder Vertonghen einen klaren Linksverteidiger und Sessegnon spielt auf der linken Seite der offensiven Dreierreihe im Mittelfeld, oder Vertonghen gibt den dritten Innenverteidiger, während Sessegnon als linker Schienenspieler die Außenbahn alleine abdeckt.

Offensiv setzt man hauptsächlich auf die individuelle Qualität, vor allem, da Mourinho durch seine Übernahme während der Saison noch kein passendes Offensivsystem implementieren konnte.

Allgemein lässt sich sagen, dass die Spurs vor allem in den großen Spielen eher abwartend agieren und das Risiko scheuen.

Form: Leicht erholt, aber zu inkonstant

Nach dem Trainerwechsel lief es zunächst gut. Die ersten drei Spiele wurden gewonnen, dabei erzielte man zehn Tore. Nach einem Dämpfer bei Manchester United ging es zunächst mit zwei weiteren Siegen in der Premier League gut weiter. Aus den letzten vier Spielen holte man allerdings nur noch vier Punkte, im FA-Cup muss man nach einem Unentschieden gegen Middlesbrough FC, bei dem man nahezu in Bestbesetzung spielte, in ein Wiederholungsspiel.

Spielerisch lief es von Anfang an nicht wirklich rund, viele der Tore resultierten aus der individuellen Qualität der Spieler, nicht aus einem guten Zusammenspiel.

Player to watch: Dele Alli – Wie Phönix aus der Asche

Nachdem Dele – aufgrund einer schweren Kindheit möchte er nicht bei dem Nachnamen seines Vaters genannt werden – im Alter von 19 Jahren zu den Spurs kam, schien es in den ersten beiden Saisons, als könnte er der große Hoffnungsträger sowohl der Spurs als auch der englischen Nationalmannschaft werden. Er spielte sich sofort in die Mannschaft, erreichte in seiner ersten Saison 19 Torbeteiligungen in der Premier League, in der zweiten Saison sogar 27.

Aufgrund seiner Spielweise wurde er schon damals oft mit Michael Ballack verglichen. Technisch nicht der versierteste, allerdings mit viel Drang Richtung Tor, kopfballstark und immer für ein Tor aus der zweiten Reihe gut.

In den kommenden Jahren wurden kleinere Verletzungen sein ständiger Begleiter. Dazu kam, dass ihm der Erfolg zu Kopf zu steigen schien.

Die Saison 2018/29 markierte einen persönlichen Tiefpunkt für ihn. In 25 Spielen war er nur noch an acht Toren direkt beteiligt. Auch in dieser Saison stand er unter Mauricio Pochettino in 12 Spielen lediglich fünf mal auf dem Feld.

Mit dem Trainerwechsel änderte sich dies schlagartig. Dele stand in bisher jedem Spiel unter Mourinho in der Startelf, konnte in neun Spielen sechs Torbeteiligungen sammeln und zeigt durchweg starke Leistungen.

Prognose:

Ein Team ohne offensives Konzept, bei dem mit Kane der beste Stürmer ausfällt und dessen Mittelfeld durch Ausfälle stark dezimiert ist, dazu mit einer Dreierkette, was Liverpool traditionell entgegenkommt, bei dem mit Sessegnon ein Spieler auf der linken Seite spielt, der gerne mal das verteidigen vergisst. Eigentlich ist alles angerichtet für Liverpool und vor allem Trent Alexander-Arnold.

Aufpassen muss man besonders auf Heung-Min Son und dessen Geschwindigkeit. Allgemein muss man vor den schnellen Gegenangriffen der Spurs gewarnt sein, ligaweit erzielte bisher nur Leicester CIty mehr Tore in diesen Situationen.








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