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Liverpool FC Transfer Centre



 

Photo credit: Mike Hewitt/Getty Images

Gegneranalyse: Southampton FC

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    17 Monat(e) vor



Am Samstag empfängt der Liverpool FC den Southampton FC. Nach einem schwachen Start, gekrönt von einer historischen Niederlage, konnten sich die Gäste im Laufe der Saison immer besser fangen. Die Analyse der Redmen Family:

Nach dem Weggang von Virgil van Dijk Richtung Liverpool sah es ziemlich düster aus um das Team aus der Südküstenstadt. In beiden Jahren konnte man sich erst kurz vor Saisonende vor dem Abstieg retten. Inzwischen steht man wieder deutlich besser da.

Kader: Wunschspieler des Trainers statt großer Namen

Im Sommer wurde der Kader wenig verändert. Die Kaufpflicht für Danny Ings griff, für den Angreifer flossen knapp 22 Millionen nach Liverpool. Mit Che Adams wurde ein talentierter Stürmer aus der zweiten englischen Liga, Moussa Djenepo kam aus Lüttich für die Außenbahn. Dazu kamen Kevin Danso und Kyle Walker-Peters per Leihe für die Abwehr.

Abgegeben wurde kein wirklich relevanter Spieler, lediglich der Abgang von Mario Lemina verwunderte etwas, lieferte er vor allem in seiner ersten Saison in England 2017/18 gute Leistungen ab.

Trainer: Ralph Hasenhüttl – Abstiegskampf in England statt Meisterschaftskampf in Deutschland

Ralph Hasenhüttl hat einen beschwerlichen weg hinter sich. Angefangen hat er seine Trainerkarriere in der dritten Bundesliga bei der Spielvereinigung Unterhaching. Nach weiteren Stationen in der deutschen Unterklassigkeit kam er nach Ingolstadt, wo er den FC Ingolstadt zum Aufstieg in die Bundesliga coachte und sie dort sogar eine Saison halten konnte. Anschließend ging es nach Leipzig, wo er den „Verein“ als Aufsteiger bis auf Platz zwei und somit in die Champions League führte. Im zweiten Jahr lief es durch die Doppelbelastung und auch deshalb, weil Hasenhüttl eine etwas spielerischere Komponente einbringen wollte, nicht mehr so und man landete auf Platz sechs. Da Leipzig im Sommer 2019 Julian Nagelsmann als Trainer verpflichten wollte und Hasenhüttl nicht ein Jahr den Platzhalter mimen wollte, einigte man sich auf ein Ende der Zusammenarbeit.

Am 06.12.2018 übernahm er dann in Southampton. Zu dem Zeitpunkt stand man mit neun Punkten aus 15 Spielen auf einem Abstiegsplatz. Ohne Verstärkungen im Winter konnte er die Mannschaft daraufhin retten.

Ralph Hasenhüttl steht in erster Linie für starkes mannschaftstaktisches Pressing. Dadurch konnte bereits Ingolstadt überzeugen, in Leipzig ebenfalls und auch in England hat er inzwischen ein ordentliches System etabliert.

System: Gutes Pressing und vorne hilft Ings

Zu Beginn der Saison spielte man im 5-3-2 System. Durch einen sehr schlechten Saisonstart wurde dieses System am 13. Spieltag auf ein 4-4-2 umgestellt. Hierbei wird es defensiv eher zum 4-2-4, da die zentralen Mittelfeldspieler sehr tief stehen, während die Außenspieler die Stürmer im Pressing sehr aktiv unterstützen. Über das Pressing versucht man, Ballgewinne sehr weit in der gegnerischen Hälfte zu erzielen und somit den Weg mit Ball zum gegnerischen Tor möglichst kurz zu gestalten.

Ligaweit steht man in Sachen Tacklings auf Platz eins, allerdings auch in Sachen Fouls. Es kommt daher auch ein Stück weit auf die Linie des Schiedsrichters an, ob das System der Saints funktioniert oder nicht.

Sobald die erste Pressinglinie überspielt ist, zieht man sich sehr weit zurück und steht mit zwei kompakten Viererketten nahe am eigenen Tor. Die beiden Stürmer stellen sich dabei eher hintereinander auf, wodurch ein 4-4-1-1 entsteht. Dieses ist aus dem Spiel nur schwer zu knacken.

Es muss daher versucht werden, das Pressing schnell zu überspielen und dann mit Tempo auf die sechs defensiv stehenden Spieler zu laufen, damit sich die Kette im Mittelfeld nicht formieren kann.

Player to watch: Danny Ings – Die wandelnde Torgarantie

Welcher Liverpoolfan erinnert sich nicht an Ings. Es schien nach seinem Wechsel 2015 nach Liverpool so, als wäre er der Stürmer, den man seit dem Abgang von Luis Suarez gesucht hatte. In seinen ersten fünf Spielen erzielte er zwei Tore, zeigte sein Potential und wurde zum Spieler des Monats September gewählt. Dann riss er sich das Kreuzband und das Unheil nahm seinen Lauf. Er sollte nie wirklich dauerhaft gesund bleiben und konnte somit sein Potential nie voll entfalten.

2018 ging es dann per Leihe mit Kaufpflicht nach Southampton. Und auch wenn er nicht so ganz in das Pressingsystem von Hasenhüttl passt, ist er für das Team essentiell. Er erzielte in dieser Saison 45% aller Treffer des Teams, in den letzten 13 Spielen seit der Systemumstellung traf er zehn mal.

Ings ist ein reiner Torjäger. Zu Neujahr war die Quote seiner Schüsse, die auf das Tor des Gegners gingen, höher als seine Passgenauigkeit. Auch das Verhältnis zwischen Toren (14) und Vorlagen (eine) zeigt dies.

Durch seine Technik, Geschwindigkeit, Durchsetzungskraft im Zweikampf und Unberechenbarkeit im Abschluss ist er auch alleine eine Gefahr für jede Abwehr. Lange Pässe kann er auf die verschiedensten Arten verarbeiten.

Seine starke Form hat ihn auch wieder bei der englischen Nationalmannschaft ins Gespräch gebracht. Sein bisher einziges Länderspiel datiert vom 12.10.2015, doch nun scheint er eine echte Alternative für die Europameisterschaft in diesem Jahr zu sein, sofern er fit bleibt.

Form: Die Systemumstellung hat Wunder bewirkt

Dass eine historische Niederlage auch etwas gutes haben kann, glauben wohl die wenigsten. Bei den Saints war es allerdings der Fall. Mit 0:9 verlor man am 25.10. zu Hause gegen Leicester City, es war die höchste Heimniederlage einer Mannschaft in der Premier-League-Geschichte.

Die Experten waren sich einig, dass dies zeitgleich das Ende von Hasenhüttl als Trainer sein würde. Doch in Southampton blieb man wie schon so oft in der Vergangenheit ruhig, analysierte die gemachten Fehler und konnte daraus lernen.

In den beiden darauffolgenden Spielen verlor man zwar noch, allerdings war ab diesem Zeitpunkt eine derartige mannschaftliche Geschlossenheit zu erkennen, sodass man seit 23. November aus 12 Ligaspielen 23 Punkte holen konnte. Nur Liverpool und Manchester City holten in diesem Zeitraum mehr Punkte.

Auch die Systemumstellung vom 5-3-2 hin zum 4-4-2 trägt zum aktuellen Höhenflug ihren Teil bei.

Prognose:

Durch das intensive Pressing der Saints wäre es wichtig, vor allem im Mittelfeld frische Beine zu haben. Somit wäre es eine gute Gelegenheit, Fabinho erstmals seit seiner Verletzung von Anfang an auf's Feld zu schicken und vielleicht Jordan Henderson mal eine Pause zu gönnen.

Auch wenn er in seinen Spielen bisher noch nicht überzeugt hat, wäre auch zu überlegen, Takumi Minamino erstmals in der Premier League von Beginn an spielen zu lassen, da er spielerisch Divock Origi gegenüber deutliche Vorteile hat, was im schnellen Spiel zwischen den Ketten sehr hilfreich sein würde.








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