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Manchester United ist der nächste Premier League-Gegner des Liverpool FC.
Photo credit: Oli Scarff/AFP via Getty Images

Gegneranalyse: Manchester United

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    2 Monat(e) vor



Analyse │ Am Sonntag trifft der Liverpool FC im Topspiel des 19. Spieltags der Premier League auf Tabellenführer Manchester United. Die Gegneranalyse der Redmen Family.

Durchschnittliche Lesezeit: 7 Minuten

Seit dem letzten Aufeinandertreffen im vergangenen Januar hat sich einiges bei den Red Devils getan. Kurz nach dem Rückspiel der vergangenen Saison kam Bruno Fernandes (26) aus Lissabon. Der Portugiese veränderte das Niveau der kompletten Mannschaft. Er zählt zweifellos zu den besten Offensivspielern der gesamten Liga. Im Sommer verpflichtete man Linksverteidiger Alex Telles (28), Stürmer Edinson Cavani (33) und Mittelfeldspieler Donny van de Beek (23) für die Breite. Hinter der Startelf wurde es in der letzten Saison nämlich sehr schnell sehr dünn in Sachen Qualität.

Dazu kamen mit Amad Traore (18, für 21 Mio aus Bergamo) und Facundo Pellistri (19, für 8,5 Mio. Pfund aus Peñarol) zwei große Talente für die Außenbahnen. Abgegeben wurde kein Stammspieler. Die beiden bereits verliehenen Chris Smalling (30) und Alexis Sanchez (31) wechselten fest nach Italien. Mittelfeldspieler Andreas Pereira (24) wurde an Lazio Rom verliehen, Rechtsverteidiger Diogo Dalot (21) zum AC Mailand. Beide Akteure spielen in den Planungen von Trainer Ole Gunnar Solskjaer (47) keine Rolle mehr. Man erhofft sich, im kommenden Sommer Abnehmer für die Beiden zu finden.

Ole Gunnar Solskjær – Fergies Lieblingsschüler

Solskjaer übernahm nach der Entlassung von Jose Mourinho (57) interimsweise den Verein. Er wurde für zwei Millionen Euro von Molde FK ausgeliehen, mit einer Option, ihn für acht Millionen Euro fest zu verpflichten. Da es zu Beginn des Engagements sehr gut lief und man zwölf der ersten 15 Spiele in der Premier League gewinnen konnte, zog man trotz Bedenken der Vereinsverantwortlichen die Option und verpflichtete Solskjaer unter großer Freude der Anhängerschaft fest.

Zu seiner aktiven Karriere stand der Norweger elf Jahre für Manchester United auf dem Feld. In dieser Zeit konnte er unter anderem sechsmal die Meisterschaft sowie die Champions League gewinnen. Vor allem der Champions-League-Triumph ist den meisten Fußballfans im Gedächtnis geblieben. Gegen den FC Bayern lag Manchester United bis zur 90. Minute mit 0:1 zurück, ehe man das Spiel in zwei Minuten drehte. Solskjaer gelang hierbei das entscheidende 2:1. Der Name dürfte bei vielen deutschen Fans also sehr negativ (oder positiv) konnotiert sein.

Wieder mit drei Innenverteidigern?

Grundsätzlich spielt Manchester United stets in einem 4-2-3-1. Allerdings hat man letzte Saison in beiden Spielen auf ein System mit drei Innenverteidigern umgestellt. Da dies in beiden Spielen recht gut funktionierte und United auch in dieser Saison regelmäßig gegen große Gegner in diesem System spielt, ist es gut möglich, dass dieses auch am Sonntag wieder zur Anwendung kommt.

In diesem System agieren die Red Devils zumeist sehr abwartend, überlassen dem Gegner den Ball. Allgemein wird offensiv viel über die individuelle Qualität von Marcus Rashford (23) und Fernandes gelöst. Die beiden Starspieler waren bisher zusammen für knapp die Hälfte der Treffer Uniteds verantwortlich. Das liegt nicht ausschließlich an der Stärke der Beiden. Vor allem Anthony Martial (25) spielt weit unter seinen Möglichkeiten. Der französische Mittelstürmer steht erst bei zwei Saisontoren in der Premier League. Auch der Shootingstar der letzten Saison, Mason Greenwood (19), hat in dieser Saison mit Leistungsschwankungen zu kämpfen. Hinzu kommen beim Engländer immer wieder Störfeuer abseits des Feldes.

Nach holprigem Saisonstart inzwischen ein Topteam

Die Formkurve ist klar steigend. Holte man nach einer sehr kurzen Sommerpause und somit ohne Vorbereitung aus den ersten drei Spielen nur drei Punkte, waren es aus den folgenden 14 Spielen starke 33 Punkte. Lediglich ein Spiel ging verloren. Die Punktverluste kamen allesamt gegen Topteams. Dass United von der Tabellenspitze grüßt, ist zwar ein ungewohntes Bild, jedoch keinesfalls Zufall. Zu konstant punktet man gegen die kleineren Mannschaften, dazu profitiert man sicherlich auch von den nicht wie gewohnt punktenden Konkurrenten. Dazu haben vor allem Fernandes und Rashford eine ähnliche Gier, wie sie die Liverpooler Spieler in den vergangenen beiden Jahren ausgezeichnet hat.

Marcus Rashford - Ritter, Ehrendoktor und Stürmer

Selbst als Liverpool-Fan kann man Rashford nicht nicht mögen. Der Junge hat alles, was es braucht, sowohl als Fußballer wie auch als Mensch. In Manchester geboren, durchlief er sämtliche Jugendmannschaften der Red Devils. Unter Louis van Gaal (69), der gemeinhin als einer der besten gilt, wenn es darum geht, Talente zu entdecken, debütierte Rashford mit 18 Jahren in der Premier League. Und was für ein Debüt er feierte. Mit zwei Treffern und einer Vorlage besiegte der Engländer den Arsenal FC fast im Alleingang. Das Spiel endete 3:2 für United und sollte der Startschuss einer großen Karriere sein.

Inzwischen kommt Rashford auf über 240 Spiele für die Red Devils und markierte in diesen mehr als 80 Treffer. In der ewigen Torschützenliste des so traditionsreichen Vereins ist er bereits auf Platz 14 angekommen. Letzte Saison machte Rashford nochmals einen enormen Leistungssprung. In 48 Ligaspielen kommt er seither auf 24 Treffer und 15 Vorlagen. Dazu traf er in dieser Saison in der Champions League in sechs Einsätzen sechsmal.

Abseits des Feldes engagiert sich Rashford wie kaum ein zweiter Fußballer für soziale Belange. Während des ersten Corona-Lockdowns in England sammelte er beispielsweise genug Geld, um bedürftigen Kindern eine kostenlose warme Mahlzeit am Tag bereitstellen zu können. Insgesamt kamen auf sein Betreiben hin über 20 Millionen Euro an Spenden zusammen. Auch in der Vorweihnachtszeit engagierte er sich wieder für die sozial benachteiligten Kinder. Aufgrund dieses Engagements verlieh ihm die University of Manchester den Ehrendoktortitel. Rashford wurde als jüngstem Menschen diese Ehre zuteil. Und auch die Queen ehrte Rashford. Sie ernannte ihn zum Member of the Order of the British Empire.

Prognose

Jürgen Klopp dürfte nicht überrascht sein, sollte Manchester United erneut mit drei Innenverteidigern auflaufen. Auch werden die Gäste sehr defensiv eingestellt sein, es ist gut möglich, dass sieben rein defensiv orientierte Spieler auf dem Feld stehen werden. Dennoch heißt es aufpassen, denn wie bereits beschrieben sind Fernandes und Rashford aktuell wohl eines der beiden besten Offensivduos der Liga (neben Harry Kane / Heung-Min Son).

Ob die lange Pause seit dem letzten Ligaspiel wirklich wie gemeinhin behauptet ein Vorteil für den LFC sein wird, muss sich erst noch zeigen. In der Vergangenheit schien es oft so, als hätten die Reds nach Pausen Probleme, wieder in den Rhythmus zu finden.








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