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FC Liverpool, Liverpool FC, Jürgen Klopp, Manchester United
Photo credit: Catherine Ivill/Getty Images

Gegneranalyse: Manchester United

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    1 Monat(e) vor



Manchester United - Doch noch ein Topteam? │ Gegneranalyse Redmen Family

Am Sonntag kommt es in Anfield zum größten Spiel des englischen Fußballs, Manchester United ist zu Gast. Trotz einer durchwachsenen Saison haben die Gäste inzwischen wieder gute Karten, sich über den vierten Platz für die Champions League zu qualifizieren. Die Analyse der Redmen Family.

Da sich am Kader und an der Trainerposition nichts verändert hat im Vergleich zum Hinspiel, wird hier auf die Analyse aus der Hinrunde verwiesen: https://www.redmenfamily.de/news/gegneranalyse-manchester-united

Seit einigen Tagen wird Bruno Fernandes von Sporting Lissabon verstärkt mit Manchester United in Verbindung gebracht. Sollte der Transfer des offensiven Mittelfeldspielers noch vor dem Spiel über die Bühne gehen, könnte es durchaus sein, dass er schon am Sonntag im Kader steht.

 

System - Ein eigenes System nur für Liverpool

Grundsätzlich spielt Manchester United stets in einem 4-2-3-1. Allerdings hat man im Hinspiel auf ein System mit drei Innenverteidigern umgestellt. Dazu spielte Daniel James eher neben Marcus Rashford, wodurch sich ein 5-2-1-2 ergab.

Da dies vor allem in der ersten Hälfte sehr gut funktionierte und man sogar die bessere Mannschaft war, ist es gut möglich, dass auch am Sonntag wieder dieses System zur Anwendung kommt. Ein weiterer Punkt, der dafür spricht ist, dass mit Scott McTominay und Paul Pogba zwei körperlich starke Spieler im Mittelfeld ausfallen werden. Diese fehlende Körperlichkeit könnte man mit einem zusätzlichen Innenverteidiger ausgleichen.

Im Hinspiel traute sich United in der ersten Halbzeit sehr weit nach vorne. Dies war auch zum Teil der kurzfristigen Umstellung in der Aufstellung geschuldet (ein Mittelfeldspieler hatte sich beim Aufwärmen verletzt, erst dadurch wurde der dritte Innenverteidiger aufgestellt), auf die Jürgen Klopp und sein Trainerteam taktisch nicht mehr reagieren konnten. So war vor allem Divock Origi in der ersten Hälfte etwas überfordert, wann er welchen Gegenspieler übernehmen muss, wodurch Aaron Wan-Bissaka oft sehr viel Platz bekam und Andrew Robertson gegen zwei Gegenspieler stand.

 

 

Dies wurde in der zweiten Hälfte dann deutlich besser, wodurch sich das Spielgeschehen deutlich mehr in die Hälfte von Manchester United verlagerte. Sadio Mane sollte mit einem offensiv orientieren Außenverteidiger deutlich besser zurechtkommen, als es Origi getan hat. Daher dürfte man defensiv weniger Probleme bekommen.

Offensiv dürfte das Fehlen von MvTominay sehr stark ins Gewicht fallen. Es ist zwar nicht einmal allen eigenen Fans aufgefallen, aber der Schotte hat sich in den letzten zwölf Monaten vor allem in den großen Spielen zu einem entscheidenden Mann entwickelt. So auch im Hinspiel gegen Liverpool, als er mit seiner Zweikampfstärke und seiner Fähigkeit, den Ball zu halten, viel Druck von der eigenen Abwehr genommen hat.

Erst als er nach 70 Minuten allmählich müde wurde, kam Liverpool deutlich besser durch das Mittelfeld und gewann die Überhand. Ob Nemanja Matic diesen Ausfall kompensieren kann, darf bezweifelt werden.

Player to watch: Harry Maguire - Überteuert, aber wertvoll

 

 

Das Gespött war groß, als Manchester United im vergangenen Sommer tatsächlich wie von Leicester City gefordert über 80 Millionen für Maguire zahlte. Wie könne man nur für einen solchen Spieler so viel Geld ausgeben hieß es. Die Versteifung auf diesen einen Spieler sei wirtschaftlicher Selbstmord, andere Spieler auf dem selben Niveau wären für die Hälfte zu haben gewesen. Das Gespött wurde noch größer, als Leicester City sich - ohne einen Nachfolger zu holen - zu einer der besten Defensivmannschaften der Liga entwickelte und aktuell elf Punkte vor United steht. Schnell wurde auch der Vergleich zu Virgil van Dijk angestrengt, den Maguire als teuerster Abwehrspieler der Welt abgelöst hatte.

Dass er zu teuer war, sollte jedem klar sein. Und dass er den Vergleich zu van Dijk nicht für sich entscheiden kann (das kann aktuell höchstens Joe Gomez) ebenfalls. Allerdings sollte man sich das ganze genauer ansehen und nicht vorschnell urteilen.

Der Vergleich zu van Dijk lässt sich insofern entkräften, als dass dieser im Sommer 2019 sicherlich mehr als 100 Millionen gekostet hätte, eher Richtung 150. Daher ist dieser Vergleich nur bedingt passend.

Zu Leicester City ist zu sagen, dass diese ihren Spielstil in den letzten elf Monaten komplett geändert haben. Durch den aktuellen Ballbesitzfußball gibt es deutlich weniger Druck auf die Abwehr, was fast zwangsläufig zu weniger Gegentoren führt. Sobald der Gegner allerdings versucht mitzuspielen, bemerkt man den Unterschied schon deutlich. Hat man letzte Saison mit Maguire in vier Spielen gegen Liverpool und Manchester City lediglich fünf Gegentore bekommen, sind es diese Saison in drei Spielen gegen diese Teams bereits neun Gegentore.

 

 

Doch nun zum sportlichen: Maguire hat alles, was man sich von einem Innenverteidiger wünscht. Er ist schnell, stark im Zweikampf, gut im Kopfball, hat eine gute Spieleröffnung über den langen Ball, dazu ist er ein echter Anführer, was man auch daran sieht, dass er bereits in seiner ersten Saison zum Ersatzkapitän wurde und während der Saison David de Gea von diesem Posten verdrängt hat. Was bei ihm noch dazu kommt ist, dass er einer der besten Innenverteidiger ist wenn es darum geht, das Spiel mit einem Dribbling zu eröffnen und gegnerische Formationen aufzubrechen. So war er in der vergangenen Saison der Innenverteidiger mit den meisten Dribblings in der Premier League. Auch diese Saison liegt er hier wieder ganz vorne. Diese Qualität hat er beispielsweise einem van Dijk voraus.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ablösesumme wohl etwas zu hoch war, er allerdings zweifelsohne zu den besten fünf, wenn nicht zu den besten drei Innenverteidigern der Liga gehört und Manchester United somit mit dem Transfer sicherlich keinen Fehler gemacht hat.

Form: Allmählich in der Form eines Spitzenteams

 

 

Die Formkurve ist klar steigend. Holte man in den ersten 14 Spielen lediglich 18 Punkte, waren es in den letzten acht Spielen ganze 16 Punkte. Dadurch konnte man auch drei Punkte auf den Chelsea FC auf Platz vier gut machen und ist somit mit noch fünf Punkten Rückstand wieder in Reichweite der Champions-League-Plätze. In der Formtabelle seit dem 15. Spieltag steht man auf Platz drei.

Vor allem der Sieg im Manchester Derby bei Manchester City gab viel Selbstvertrauen und Aufwind, was man in den Spielen danach deutlich spürte.

Prognose:

Jürgen Klopp dürfte dieses mal nicht so überrascht werden, sollte Manchester United erneut mit drei Innenverteidigern auflaufen. Daher dürfte eher die zweite Hälfte des Hinspiels als Gradmesser dienen, in der Liverpool Ball und Gegner beherrschte, allerdings zu selten in aussichtsreiche Positionen kam. Ob man dies am Sonntag besser schafft, wird sich zeigen.

Ein weiteres Plus für Liverpool könnte sein, dass Manchester United am Mittwoch ihr Wiederholungsspiel im FA-Cup gegen die Wolverhampton Wanderers hatte, in dem der ein oder andere Stammspieler zum Einsatz kam. Daher dürfte die Kraft für den LFC sprechen. In dem angesprochenen Spiel verletzte sich Marcus Rashford, es ist unklar, ob er am Sonntag zum Einsatz kommen kann.

 








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