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Photo credit: Mark Thompson/Getty Images

Gegneranalyse: Manchester United

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    1 Monat(e) vor



Am kommenden Sonntag reist der Liverpool FC zum Rivalen aus der Nachbarstadt, Manchester United. Auch sechs Jahre nach dem Abgang von Sir Alex Ferguson sucht man immer noch nach der eigenen Identität. Eine Analyse:

Nachdem in den letzten Jahren viele verschiedene Trainer mit vielen verschiedenen Spielphilosophien verbraucht wurden, die auch alle ihre eigenen, teuren Transfers haben wollten, sieht der Kader von Manchester United dementsprechend aus: Viele überdurchschnittliche Spieler, die zu viel Geld gekostet haben und nicht wirklich zusammen passen.

Kader: Der erste Schritt zur neuen Identität?

Im Sommer wurde nun ein neuer Ansatz gewählt: Britische Spieler sollten her. Geholt wurden daraufhin Aaron Wan-Bissaka für 55 Millionen Euro von Crystal Palace, Daniel James für 18 Millionen Euro von Swansea City und Harry Maguire für 85 Millionen Euro aus Leicester City. Damit hat United einen neuen Transferrekord für einen Verteidiger aufgestellt.

Mit Ander Herrera (Paris St.-Germain) und Romelu Lukaku (Inter Mailand) ließ man zwei Schlüsselspieler ohne adäquaten Ersatz ziehen. Fans wie Experten waren ob des ersatzlosen Abgangs erstaunt, zumal man mit Alexis Sanchez noch einen weiteren Offensivspieler abgab.

Trainer: Ole Gunnar Solskjær – Fergies Lieblingsschüler zurück bei United

Solskjaer übernahm nach der Entlassung von Jose Mourinho interimsweise den Verein. Er wurde für zwei Millionen Euro von Molde FK ausgeliehen, mit einer Option, ihn für acht Millionen Euro fest zu verpflichten.

Da es zu Beginn des Engagements sehr gut lief und man zwölf der ersten 15 Spiele in der Premier League gewinnen konnte zog man trotz Bedenken der Vereinsverantwortichen die Option und verpflichtete Solskjaer unter großer Freude der Anhängerschaft fest.

Ab dem Ziehen der Option wurde absehbar, warum die Verantwortlichen so lange gezögert haben. Mit einem Mal endete die gute Serie und es konnte von den nächsten 14 Spielen in der Liga nur noch drei gewonnen werden, dazu verpasste man letzte Saison die Qualifikation für die Champions-League.

Inzwischen ist der Kredit bei den Fans verspielt, und auch aus dem Vereinsumfeld ist zu hören, dass es demnächst den nächsten Trainerwechsel geben könnte.

Spielsystem: Das Setzen auf die individuelle Qualität

Solskjærs Lieblingssystem ist das 4-2-3-1. Es ist davon auszugehen, dass dieses auch gegen Liverpool zum Einsatz kommen, obwohl mit Paul Pogba der Schlüsselspieler ausfallen könnte. Dafür wird wohl Matic einspringen.

Taktisch lässt sich das System leicht zusammen fassen. Man versucht defensiv gut zu stehen, vorne ist der Plan, Flanken aus dem Halbfeld auf den zweiten Pfosten, um von dort entweder in den Rückraum abzulegen oder den Ball selbst auf das Tor zu bringen. Hier wird bei Liverpool vor allem Fabinho gefragt sein, den Raum zwischen Elfmeterpunkt und Sechzehnerlinie dicht zu machen.

Ansonsten verlässt man sich offensiv hauptsächlich auf die individuelle Qualität, die zweifellos vorhanden ist.

Spannend sein wird zu sehen, wie man den verletzungsbedingten Ausfall von David de Gea, der sich bei der Nationalmannschaft an der Hüfte verletzt hat, kompensieren kann. Sergio Romero gehört sicherlich zu den besten Backups der Premier League, trotzdem weiß man als Liverpoolfan ja aus eigener Erfahrung, dass die ersten Spiele durchaus etwas wackelig sein können.

Form: Schlechtester Saisonstart der Premier-League-Geschichte

Wie bereits beschrieben ist die Form seit April diesen Jahres durchgehend schlecht. Die neue Saison startete mit einem 4:0 gegen Chelsea durchaus hoffnungsvoll, nur sollte lediglich noch ein weiterer Sieg hinzukommen. Insgesamt steht man mit erst neun Punkten nach acht Spielen deutlich näher an den Abstiegsplätzen als an den Champions-League-Plätzen.

Allerdings musste man in den letzten Wochen viele Verletzungen verkraften, was gerade bei einem solch schmalen Kader deutlich zu spüren ist. Da nun fast alle Spieler wieder fit sind, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen, ob eine Platzierung unter den ersten sechs Teams noch möglich ist.

Player to watch: McTominay – Mous Lieblingsschüler

Scott McTominay kommt aus der Jugend von Manchester United. Dort wurde der 1,90 Meter große Schotte vom damaligen Trainer der ersten Mannschaft, Jose Mourinho entdeckt, da er alle körperlichen und spielerischen Qualitäten, die der Portugiese fordert, an den Tag legt. Groß, kräftig, robust, zweikampfstark. Dass Mourinho ihn damals in die erste Mannschaft zog, ist insofern dennoch erstaunlich, als dass McTominay gelernter Stürmer ist und nur notgedrungen in der Saison 2015/16 im Mittelfeld eingesetzt wurde.

Aufgrund seiner Stürmerausbildung ist er kein reiner defensiver Mittelfeldspieler. Für einen defensiven Mittelfeldspieler ist er im Defensivzweikampf nicht stark genug, er muss sich zu häufig mit Fouls behelfen (15 Fouls, zum Vergleich, Fabinho steht bei 9 Fouls).

Er ist eher ein dynamischer Box-to-Box-Spieler, der sich nach Ballgewinnen durchaus mit nach vorne aufmacht.  Eine etwas freiere Rolle neben Matic liegt ihm schon deutlich besser, als die Position des Abräumers neben Pogba.

Prognose

Eine Prognose fällt sehr schwer, da noch nicht absehbar ist, welche der zuletzt verletzten Spieler bei United in die Mannschaft zurückkehren werden.

Liverpool sollte versuchen, viel durch das Zentrum mit flachen Kombinationen zu agieren. Matic, McTominay und auch die Innenverteidiger sind in der Luft deutlich stärker als wenn der Ball flach gespielt wird, zumal sie deutliche Geschwindigkeitsdefizite haben.

Defensiv muss man vor allem auf die Geschwindigkeit der Offensivspieler achten. Hierbei ist vor allem Alexander-Arnold gefragt, nicht zu offensiv zu agieren, da er eben keinen van Dijk hinter sich hat, der ihn absichern kann.

 








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