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Photo credit: Michael Regan/Getty Images

Gegneranalyse Manchester City – Entscheidet Dias' Ausfall das Meisterschaftsendspiel?

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    3 Monat(e) vor



Am Sonntag geht es für den Liverpool FC am 32. Spieltag der Premier League im wohl meisterschaftsentscheidenden Spiel zu Manchester City. Die Gegneranalyse der Redmen Family.

Letzte Saison marschierten die Skyblues um Trainer Pep Guardiola (51) durch die Liga. Bereits im Februar wusste jeder, dass City Meister werden würde. Entsprechend hielt man sich zumindest quantitativ auf dem Transfermarkt zurück. Und auch im Winter machten die Skyblues kaum etwas.

Agüeros Nachfolger und ein Abgang

Sowohl auf der Zugangs- als auch auf der Abgangsseite gab es im Winter nur einen Spieler. Neu verpflichtet wurde Julian Alvarez (22). Für den Stürmer bezahlte City 17 Millionen Euro, Alvarez wurde für die Rückrunde zurück zu River Plate in seine argentinische Heimat verliehen. Nicht nur aufgrund seiner Herkunft wird Alvarez als Nachfolger des letzten Sommer gegangenen Sergio Agüero (33) bezeichnet, auch seine Spielweise ähnelt der von „Kun“ sehr. Alvarez ist ein eiskalter Torjäger, der fast immer richtig steht. Als Bonus ist er zudem recht defensivstark und arbeitet viel gegen den Ball.

Verlassen hat den Verein lediglich Ferran Torres (22). Der offensiv vielseitig einsetzbare Spanier kehrte in La Liga zurück, der FC Barcelona bezahlte 55 Millionen Euro für Torres. Eine stolze Summe für einen Spieler, der bei den Cityzens in der Hinrunde – auch aufgrund eines Mittelfußbruchs - kaum eine Rolle gespielt hatte und nur auf vier Ligaspiele gekommen war. Auch deshalb entschied sich Manchester City dafür, keinen Ersatz zu verpflichten.

Fällt Dias Ausfall ins Gewicht?

Manchester Citys grundsätzliches System dürfte jedem bekannt sein. Mit erdrückendem Ballbesitz versucht man, den Gegner mürbe zu machen und sich nach und nach Tormöglichkeiten zu erspielen. Auch in dieser Saison haben die Skyblues mit 68,5 % wieder den höchsten Ballbesitzanteil der gesamten Liga. Gegen den Ball spielt man zwar genau wie Liverpool ein extremes Pressing, das Ziel hiervon ist jedoch ein anderes. Wollen die Reds vor allem hohe Ballgewinne erzwingen, wodurch der Weg zum gegnerischen Tor kürzer wird, setzt City in erster Linie darauf, den Gegner nicht zum Spielaufbau kommen zu lassen. Ziel ist es, dass die Gegner lange Bälle schlagen müssen und man so schnell wieder im Ballbesitz ist, gerne auch in der eigenen Hälfte.

Mit dem Ball wird Joao Cancelo (27) wichtig. Der eigentliche Außenverteidiger hat eine ganz spezielle Rolle. Er rückt ins Mittelfeld nach vorne und agiert wie ein zentraler Mittelfeldspieler. Der Außenverteidiger auf der anderen Seite bildet gemeinsam mit den beiden Innenverteidigern eine Dreierkette. So entsteht offensiv ein 3-4-3. Dieses System bringt zum einen eine Überzahl im Mittelfeld mit sich, was für das Ballbesitzspiel von Vorteil ist, zum anderen ist die Konterabsicherung mit drei Verteidigern auf der letzten Linie deutlich besser als nur mit zwei Mann.

Aktuell wird Cancelo, eigentlich Rechtsfuß, nahezu ausschließlich auf der linken Seite eingesetzt. Grund hierfür ist, dass Abwehrchef Ruben Dias (24) seit Ende Februar mit einer Oberschenkelverletzung ausfällt. Da John Stones (27) zurzeit nicht zwingend das Vertrauen des Trainers genießt, agiert Manchester City regelmäßig mit zwei Linksfüßern in der Innenverteidigung, namentlich Aymeric Laporte (27) und Nathan Ake (27). Daher muss der die Dreierkette bildende Außenverteidiger Rechtsfuß Kyle Walker (31) sein.

Der Rückraum als größte Gefahr

Dies Einsatz gegen Liverpool gilt als unwahrscheinlich. Am vergangenen Wochenende meinte Guardiola: "Der Arzt sagte, die Stelle, an der sich Dias verletzt hat, ist derart gefährlich, dass wir vorsichtig sein müssen. Es ist sinnvoll, ihm sechs Wochen Pause zu geben als vier. Wir werden kein Risiko eingehen. Wenn er einen Rückfall erleidet, würde er für den Rest der Saison ausfallen."

Offensiv spielt City die ganze Saison über mit einer sogenannten falschen Neun im Sturmzentrum. Das heißt, hier wird kein klassischer Stürmer eingesetzt, sondern ähnlich wie bei Liverpool ein wendiger, technisch starker Spieler. Entsprechend zählen Flanken auch nicht zum bevorzugten Mittel der Skyblues. Stattdessen schickt man regelmäßig die offensiven Außenspieler hinter die Abwehrkette, von wo aus sie den Ball auf den Stürmer oder die heranrückenden Mittelfeldspieler zurücklegen sollen. Auf diese Weise fielen beispielsweise beide Treffer gegen Burnley am letzten Wochenende. Vor allem der Rückraum muss daher ganz besonders bewacht werden.

Zu viele Aussetzer im Kalenderjahr 2022

Am 15. Januar gewannen die Skyblues ihr Heimspiel gegen Chelsea mit 1:0. Nach Spielende waren sich die meisten Experten einig, die Meisterschaft sei entschieden. Zu stark präsentierte sich City, der Sieg gegen die Blues war der zwölfte Liga-Erfolg hintereinander. Dazu hatten sie – bei zwei Spielen mehr auf der Habenseite – stolze 14 Punkte Vorsprung auf die Reds.

Seither hat sich jedoch einiges verändert. Von den letzten acht Spielen gewann Manchester City nur fünf, verlor gegen Tottenham (2:3) und ließ gegen die vermeintlich leichten Gegner Southampton (1:1) und Crystal Palace (0:0) Punkte liegen. Auch in anderen Spielen wie gegen Everton (1:0) oder Brentford (2:0) sah die Mannschaft alles andere als sicher aus.

Und so kann davon ausgegangen werden, dass City auch in den verbleibenden Spielen weiter den ein oder anderen Punkt liegen lassen dürfe. Die Reds müssen also nicht voll auf Sieg spielen, auch bei einem Remis ist die Meisterschaft noch lange nicht verloren.

Prognose

Spielerisch kennen sich die Mannschaften und die Trainer inzwischen in- und auswendig, die Bilanz in 14 Spielen mit Guardiola an der Seitenlinie ist mit je fünf Siegen und vier Remis komplett ausgeglichen. Manchester City wird tendenziell mehr den Ball haben, der LFC wird sich im hohen Pressing versuchen. Wie bereits muss Liverpool defensiv vor allem auf die Rückpässe in den Rückraum achten. Kein anderes Team hat aus diesem Bereich mehr Abschlüsse als City.


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Wichtig wird defensiv auch sein, Jack Grealish (26) nicht zu viele Standardsituationen zu schenken. Der Engländer war in den vergangenen beiden Jahren der meist gefoulte Spieler der Liga, in dieser Saison steht er immerhin auf Platz sechs in dieser Statistik. Und trotz des fehlenden kopfballstarken Mittelstürmers sind die Skyblues nach Standardsituationen überraschend gefährlich, bereits 13 Tore erzielten sie. Nur Liverpool ist hier ligaweit besser.








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