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Die Spieler von Manchester City, dem nächsten Gegner des Liverpool FC in der Premier League.
Photo credit: Catherine Ivill/Getty Images

Gegneranalyse: Manchester City

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    20 Monat(e) vor



Gegneranalyse │ Am Sonntag reist der Liverpool FC am Sonntag in der Premier League zu Manchester City. Die Gegneranalyse der Redmen Family.

Letzte Saison war die schwächste in der Karriere von Pep Guardiola (49). Der katalanische Trainer verlor noch nie so viele Spiele, hatte noch nie so wenige Punkte und auch noch nie einen so großen Rückstand auf den Meister. Somit war klar, dass ein Großangriff auf dem Transfermarkt erfolgen würde.

Die Abwehr ordentlich aufpoliert

Vor allem defensiv war offensichtlich, dass man sich verstärken musste. Und entsprechend reagierte man auch. Mit Nathan Aké (25) kam für 45 Millionen Euro ein Innenverteidiger von Absteiger AFC Bournemouth, der auch auf der Linksverteidigerposition aushelfen kann. Der Königstransfer war der von Rúben Dias (23). Der portugiesische Innenverteidiger kam für fast 70 Millionen Euro von Benfica Lissabon. Inzwischen ist man in der Defensive so breit aufgestellt, dass John Stones (26) eigentlich keine Chance mehr auf Einsätze hat und - wenn der komplette Kader zur Verfügung steht - sogar um seinen Platz auf der Bank fürchten muss.

Offensiv kam mit Ferran Torres (20) lediglich ein Außenbahnspieler aus Valencia. Abgegeben wurde Leroy Sané (24). Den Flügelspieler zog es zum FC Bayern München. Dazu verließ David Silva (34) den Verein ablösefrei gen Spanien zu Real Sociedad.

Pep Guardiola - Genie mit Macken

Als Spieler wurde er sehr stark von seinem ersten Trainer Johan Cruyff geprägt. Dessen Spielideen übernahm er dann auch als Trainer. Mit Kurzpassspiel in Perfektion mit teilweise 50 Pässen am Stück, ohne dass der Gegner am Ball war, sollte der Gegner so lange müde gespielt werden, bis sich eine Lücke auftut.

Dies funktionierte in Barcelona so gut, dass das Barcelona unter Guardiola durchaus als das beste Team aller Zeiten bezeichnet werden kann. Auch bei Manchester City hat er diese Spielweise nahezu perfektioniert.

Allerdings gibt es auch an Guardiola durchaus Dinge, die man kritisieren kann. Beispielsweise versucht er in großen Spielen oft, etwas ganz Besonderes, Innovatives zu machen, was seinen Mannschaften regelmäßig den Erfolg in der Champions League kostet. Auch kann er es oft nicht lassen, vor wichtigen Spielen zu versuchen, psychologischen Einfluss auf den Gegner oder den Schiedsrichter zu nehmen.

Dazu halten sich nach wie vor hartnäckige Gerüchte, dass Guardiola mit Doping in Verbindung stehen soll. So gab er zu seiner Zeit als Spieler in Italien einst eine positive Doping-Probe ab. Auch wenn er damals freigesprochen wurde, der Verdacht konnte nie endgültig aus der Welt geschafft werden.

Stabile Abwehr, unkreativer Angriff

Manchester City stand in all den Jahren unter Guardiola vor allem für überragende Offensive. Die Defensive hingegen war regelmäßig das Sorgenkind. In dieser Saison ist es bis dato genau umgekehrt. Die Abwehr konnte gerade durch die Sommerneuzugänge deutlich gefestigt werden.

Dafür hat man in der Offensive Probleme, Torchancen zu kreieren. Bernardo Silva (26) gestand diese Probleme zuletzt auch offen ein: „Jede Mannschaft weiß, wie wir spielen. Wir haben es mit Mannschaften zu tun, die den Ball nicht wollen, sie warten auf den Gegenangriff.“

Diese Spielweise praktizierten die Teams auch in den letzten Jahren gegen Manchester City, doch nie gelang es den Gegnern so regelmäßig wie im Moment, das Angriffsspiel der Skyblues komplett zum Erliegen zu bringen. Das hat sicherlich auch mit den Verletzungen der beiden Stürmer Sergio Agüero (32) und Gabriel Jesus (23) zu tun.

Doch dass es nicht nur an der schwachen Chancenverwertung liegt, sondern dass man sich schlicht kaum Chancen herausarbeitet, kann mit einem fehlenden Mittelstürmer eigentlich nicht begründet werden. Spieler wie Silva oder auch Raheem Sterling (25) bleiben weit hinter ihren Erwartungen zurück. Zudem erweist sich Rodri (24) immer noch nicht als würdiger Nachfolger für Fernandinho (35).

Auch der Abgang von David Silva macht sich bemerkbar. Der Spanier ist zwar sicherlich kein Lautsprecher, dennoch war er ein Führungsspieler. Sein Abgang wurde weder sportlich noch menschlich kompensiert. Der einzig konstant gute Spieler in dieser Saison ist Kyle Walker (30). Der Rechtsverteidiger blüht nach einer schwächeren Saison wieder auf und ist aktuell wohl der stärkste Spieler im Kader.

Mehr als ein Tor ist nicht mehr drin

In den letzten vier Spielen konnte man jeweils nur ein Tor erzielen. Das reichte dank einer stabilen Abwehr immerhin zu acht Punkten. Vor allem Dias stellt sich als echte Verstärkung heraus, auch, dass mit Aymeric Laporte (26) der Abwehrchef endlich wieder fit ist, hilft sichtlich.

Guardiola hat sich auch einen weiteren Kniff einfallen lassen. Da keiner der im Kader stehenden Linksverteidiger restlos überzeugen konnte, stellte er zuletzt mit João Cancelo (26) den eigentlichen Backup-Rechtsverteidiger dort auf. Und dieser konnte vor allem defensiv so sehr überzeugen, dass dies durchaus zur Dauerlösung werden könnte. Dazu ist Jesus zurück, in der Champions League durfte er immerhin schon wieder 20 Minuten ran.

Prognose

Wie bereits letzte Saison wird es vor allem darauf ankommen, die schnellen Gegenangriffe der Skyblues zu verhindern und selbst schnell umzuschalten. Sind beide geordnet, ist kaum ein Durchkommen möglich. Das Fehlen von Agüero dürfte ein Vorteil für Liverpool sei, traf der Schwiegersohn Diego Armando Maradonas doch bisher in jedem (!) seiner sieben Spiele im Etihad Stadium in Manchester.

Gerade in dieser Saison ist auch die Regenerationszeit ein wichtiger Punkt. Beide Teams spielten am Dienstag in der Champions League, während Manchester zu Hause spielen durfte, mussten die Reds nach Italien zu Atalanta Bergamo reisen. Dazu schonte Guardiola deutlich mehr Spieler als Klopp, vor allem die beiden Stamminnenverteidiger kamen nicht zum Einsatz.








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