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Pep Guardiola, Trainer von Liverpools nächstem Gegner Manchester City
Photo credit: Paul Childs/POOL/AFP via Getty Images

Gegneranalyse: Manchester City

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    16 Monat(e) vor



Am Donnerstag geht es für den Liverpool FC im ersten Spiel als Meister nach Manchester zu City. Die Gegneranalyse der Redmen Family.

Das Hinspiel war möglicherweise das beste Spiel, das jemals auf englischem Boden ausgetragen wurde. Sowohl für Fachleute wie Tobias Escher als auch für Fans war das Spiel außergewöhnlich. Die Passstafetten auf beiden Seiten, das Pressing, das Lösen aus ebendiesem, die Tore, vieles war auf einem Niveau, das man von zwei Mannschaften im selben Spiel wohl noch nie gesehen hat. Das Tor zum 2:0 für den LFC war wohl nicht nur für Trainer Jürgen Klopp ein Tor, das man in dieser Art und Weise noch nie so gesehen hat. Die Highlights des Hinspiels und vor allem den zweiten Treffer könnt ihr hier nochmals bestaunen.

Das Rückspiel am Donnerstag verspricht auch einiges. Die Anspannung ist weg, beide Teams wollen gewinnen, keiner hat den Druck, nicht verlieren zu dürfen.

Kader: Fast wieder alle an Bord

Die Saison war geprägt von Verletzungssorgen. Vor allem defensiv konnte man sich während der ganzen Zeit nicht einspielen.

Aymeric Laporte fiel 21 Spiele aus, John Stones 17. Auch die restlichen Verteidiger und die beiden defensiven Mittelfeldspieler Rodri und Fernandinho fehlten regelmäßig. Einzig Kyle Walker stand quasi durchgehend zur Verfügung.

Inzwischen sind außer Eric Garcia alle Defensivspieler wieder fit. Im Spiel am Donnerstag wird jedoch Fernandinho wegen einer roten Karte im Spiel gegen Chelsea FC ausfallen.

Offensiv ist Leroy Sané seit dem Restart wieder im Kader. Der Deutsche fehlte ganze Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses, den er sich im Community Shield gegen Liverpool zugezogen hatte. Im Spiel gegen Burnley vorige Woche musste man die Verletzung von Sergio "Kun" Aguero hinnehmen. Der argentinische Torjäger wird aufgrund einer Knieverletzung für den Rest der Saison ausfallen.

Trainer: Pep Guardiola – Genie mit Macken

Als Spieler wurde er sehr stark von seinem ersten Trainer Johan Cruyff geprägt. Dessen Spielideen übernahm er dann auch als Trainer. Mit Kurzpassspiel in Perfektion mit teilweise 50 Pässen am Stück, ohne dass der Gegner am Ball war, sollte der Gegner so lange müde gespielt werden, bis sich eine Lücke auftut.

Dies funktionierte in Barcelona so gut, dass das Barcelona unter Guardiola durchaus als das beste Team aller Zeiten bezeichnet werden kann. Auch bei Manchester City hat er diese Spielweise nahezu perfektioniert, nicht umsonst holte man in den letzten beiden Saisons zusammen 198 Punkte in der Premier League.

Allerdings gibt es auch an Guardiola durchaus Dinge, die man kritisieren kann. Beispielsweise versucht er in großen Spielen oft, etwas ganz besonderes, innovatives zu machen, was seinen Mannschaften regelmäßig den Erfolg in der Champions League kostet. Auch kann er es oft nicht lassen, vor wichtigen Spielen zu versuchen, psychologischen Einfluss auf den Gegner oder den Schiedsrichter zu nehmen.

Dazu halten sich nach wie vor hartnäckige Gerüchte, dass Guardiola mit Doping in Verbindung stehen soll. So gab er zu seiner Zeit als Spieler in Italien einst eine positive Doping-Probe ab. Auch wenn er damals frei gesprochen wurde, der Verdacht konnte nie endgültig aus der Welt geschafft werden.

System: Konzentration auf den Pokal?

Wie Manchester City spielt, wissen wir inzwischen wohl alle. Man führt auch diese Saison wieder die Liga in Sachen Ballbesitz, Pässen, Schüssen und Toren an, dies alles aus der Grundordnung des 4-3-3. Als dies ist nichts Neues.

Die Frage ist allerdings, wird Pep das Spiel ernst nehmen und seine beste Elf spielen lassen, oder wird er den ein oder anderen Spieler im Hinblick auf die noch ausstehenden Spiele im FA Cup und der Champions League schonen. Durch die Verletzung von Aguero musste City bereits die Erfahrung machen, was gerade in der aktuellen Phase passieren und wie schnell die Saison für einen Spieler vorbei sein kann.

Vor allem Kevin de Bruyne und Laporte sind zwei Spieler, die durchaus verletzungsanfällig sind und essenziell für das Spiel der Skyblues sind. Daher ist durchaus möglich, dass die beiden Spieler in dem zu erwartend physischen Spiel eine Pause bekommen.

Aber egal, wer am Ende bei Manchester auf dem Feld stehen wird, sie werden - von dem Guard of Honor vor dem Spiel abgesehen - keine Geschenke machen.

Form: Die Defensivprobleme hören nicht auf

Seit dem Restart hatte man vier Spiele. Gegen Arsenal, Burnley und gegen Newcastle (FA-Cup) konnte man souveräne Siege ohne Gegentreffer einfahren. Gegen den Chelsea FC, das Spiel, das Liverpool zu Meister machte, sah man ganz deutlich die Probleme der Citizens.

Bei schnellen Umschaltsituationen fehlt die Abstimmung in der Abwehr, aber auch die Geschwindigkeit, um die gegnerischen Angreifer ablaufen zu können. Außerdem fehlt es mit Ausnahme von Laporte den Verteidigern an einem sauberen Passspiel, sodass man mit gezielten Pressingaktionen zu leichten Ballgewinnen kommen kann.

Player to watch: Ederson

Fußballerisch top, im Torwartspiel nur Durchschnitt. Mit diesem einen Satz kann man Ederson eigentlich perfekt beschreiben. Fußballerisch ist er der wohl beste Torwart aktuell. Dadurch schaltet er sich nicht nur immer wieder aktiv in den Spielaufbau ein, sondern fängt auch regelmäßig Konter bereits weit außerhalb des eigenen Strafraums ab.

Diese Stärke kann allerdings auch zur Schwäche werden, da er zu oft auch versucht, in brenzligen Situationen eine spielerische Lösung zu finden, was das ein oder andere mal schiefgeht.

Im Torwartspiel hat Ederson einige Schwächen. Im Eins gegen Eins ist er stark, aber vor allem in Sachen Strafraumbeherrschung und bei Fernschüssen ist er nicht der sicherste. Das dürfte Liverpool durchaus zugutekommen, da man vor allem über Flanken und mit Alex Oxlade-Chamberlain und Fabinho auch wieder über Fernschüsse gefährlich ist.

Prognose

Wie bereits erwähnt, geht es in dem Spiel hauptsächlich um die Ehre. Daher ist davon auszugehen, dass die 22 Spieler auf dem Feld Vollgas geben werden, vor allem vor dem Hintergrund, dass platte Spieler durch die fünf möglichen Wechsel deutlich eher ausgewechselt werden können.

Das Fehlen von Aguero dürfte vor allem mental ein Vorteil für Liverpool sei, traf der Schwiegersohn Diego Armando Maradonas doch bisher in jedem seiner sieben (!) Spiele im Etihad Stadium in Manchester.

Die längere Regenerationszeit dürfte ein weiterer Punkt für den LFC sein. Manchester City spielte am Sonntag noch im FA-Cup, während die Reds bekanntlich am vergangenen Mittwoch zum letzten Mal ran mussten.

 








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