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Photo credit: Andrew Powell/Liverpool FC via Getty Images

Gegneranalyse: Leicester City

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    5 Monat(e) vor



Der Liverpool FC trifft am kommenden Spieltag auf Leicester City. Eine der Überraschungsmannschaften der noch jungen Premier League Saison. Jürgen Klopp trifft auf einen alten Bekannten. Brendan Rodgers.

Nachdem man nach der Überraschungsmeisterschaft 2015/16 die letzten drei Jahre im grauen Mittelmaß festhing, scheint die Mannschaft bereit zu sein für einen Angriff auf die Topteams der Premier League.

Kader - Prominente Zu- und Abgänge

Im vergangenen Transferfenster wurden fünf Kderspieler abgegeben, darunter Mahrez und Okazaki. Der sicher schmerzlichste Abgang war der von Abwehrchef Harry Maguire. Dieser wechselte für die Rekordsumme von 87 Millionen zu Manchester United. Der wichtigste Neuzugang ist Youri Tielemans, der letzte Rückrunde aus Monaco ausgeliehen war. Er konnte fest verpflichtet werden.

 

 

Dies kann ob seiner starken Leistungen und der namhaften Interessenten an Tielemans durchaus aus Erfolg gewertet werden. Diesen Erfolg lies man sich auch einiges kosten, für den zentralen Mittelfeldmann bezahlte man 45 Millionen. Der Abgang von Maguire wurde nicht durch einen Neuzugang kompensiert, da für die potentiellen Kandidaten unverschämt hohe Ablösesummen gefordert wurden. Stattdessen versucht man, den Abgang intern zu ersetzen durch Çağlar Söyüncü, dem nach Anlaufschwierigkeiten der Stammplatz zugetraut wird.

Trainer Brendan Rodgers – Zurück aus Schottland

Nachdem er aus Swansea FC eine spielerisch derart starke Mannschaft machte, dass sie den Spitznamen „Swansealona“ (in Anlehnung an den FC Barcelona und ihr Ballbesitzspiel) bekamen, wechselte er an die Merseyside. Jedoch sollte es ihm nicht gelingen, eine Mannschaft aufzubauen, die dauerhaft Erfolg haben würde. Man verpasste knapp die Meisterschaft in der Saison 13/14. Anfang der Saison 2015/16 war Schluss,  Jürgen Klopp übernahm.

 

 

Nach 2 ½ Jahren bei Celtic Glasgow, mit denen er zwei mal das Double in Schottland gewinnen konnte, wurde auf seinen Wunsch hin der Vertrag aufgelöst, nachdem er das Angebot aus Leicester bekam. Rodgers ist ein Verfechter des schönen Ballbesitzspiels. Er versucht, auch gegen nominell bessere Mannschaften, seinen Spielstil durchzubringen. Als Trainer gehört er mittlerweile zu den Besten seines Fachs.

Probleme hat er hingegen oft, den Kader richtig zusammen zu stellen. Das war bei Liverpool bereits sein Problem, und auch bei Leicester scheint es wieder der Fall zu sein. Im Sommer war die klare Schwachstelle die Flügelposition, für die zwar Perez geholt wurde, dieser passt allerdings nicht wirklich in das ballbesitzorientierte System. Nach dem Abgang von Maguire dachten die meisten Experten, dass noch ein Innenverteidiger kommen würden. Stattdessen holte man mit Praet noch einen Spieler für das zentrale Mittelfeld, obwohl man auf dieser Position bereits sehr stark besetzt war. Dadurch muss James Maddison, der seine Stärken ganz klar im Zentrum hat, nun regelmäßig auf die Außen ausweichen, wodurch er viel seiner Klasse verliert.

Spielsystem - Swanselona 2.0?

 

 

Gespielt wird im 4-1-4-1. Dieses ist allerdings asymmetrisch ausgelegt. Das heißt, dass im Spiel nach vorne Pereira, der rechte Außenverteidiger, sehr weit nach vorne schiebt, während Chillwell auf links im Spielaufbau eher defensiv bleibt, um die beiden Innenverteidiger zu unterstützen. Dadurch bedarf es im Spielaufbau auch nicht der Unterstützung durch die Mittelfeldspieler, wodurch im Zentrum ein Übergewicht geschaffen wird. Dies sollen die technisch starken Spieler nutzen, um sich bis an den Strafraum des Gegners zu kombinieren. Unterstützt werden sie noch zusätzlich von einem der Außenspieler.

Defensiv setzt man auf starkes Pressing. Hierfür sind vor allem die Außenverteidiger wichtig, diese treten bei Ballverlust nicht etwa den Weg nach hinten an, sondern unterstützen das Pressing. Sollte man doch einmal im eigenen Drittel verteidigen müssen, versucht man, die Gegner auf die Flügel zu drängen, um sie zu Flanken zu nötigen, die dann in der Regel leichte Beute für Söyüncü und Jonny Evans sind.

Form - Nutznießer der schwächelnden Topteams?

Man konnte zwar nach den Auftritten letzte Saison unter Rodgers annehmen, dass man die Topteams durchaus ärgern könne, dass es allerdings so gut klappt, damit war gerade nach dem ersatzlosen Abgang von Maguire nicht unbedingt zu rechnen. Mit vier Siegen, zwei Unentschieden und erst einer Niederlage steht man auf Platz 3. Bisher war man in jedem Spiel die bessere Mannschaft, was durchaus überrascht, da man mit Manchester United, Chelsea und Tottenham bereits gegen drei der Top Sechs gespielt hat. Dass man auch diesen Mannschaften mit Ausnahme von United die eigene Spielweise aufdrängen konnte, spricht für das unter Rodgers gewonnene Selbstvertrauen.

 

 

Rodgers konnte in 17 Partien 31 Punkte holen und damit mehr als Arsenal, Chelsea, Manchester United und Tottenham in dieser Zeit. Das ist nicht nur ein Zeichen für ein kurzweiliges Formhoch.

Spieler im Fokus - Winfred N'Didi – Der neue Kanté?

N'Didi kam nach der Meisterschaft und dem Abgang von N'Golo Kanté, um langfristig als dessen Nachfolger aufgebaut werden zu können. Nach Anlaufschwierigkeiten in seiner ersten Saison konnte er sich nach und nach steigern. Letzte Saison stand er in allen 38 Spielen auf dem Feld. Unter Brendan Rodgers wurde er zum Schlüsselspieler. der erst 22-jährige ist als einziger Sechser der Verbindungsspieler zwischen der Defensive und der Offensive. Vor allem defensiv glänzt er, sowohl bei den abgefangenen Pässen als auch bei den gewonnenen Zweikämpfen steht er auf Platz 1 in der gesamten Liga. Dazu kommt, dass er inzwischen deutlich disziplinierter und souveräner auftritt.

 

 

Prognose:

Leicester wird auch in Liverpool versuchen, das Spiel zu machen. Diese Art Gegner liegt der Mannschaft von Jürgen Klopp sehr, da man hier seine Geschwindigkeit ausspielen kann. Außerdem kommt es dem Pressingsystem von Klopp sehr entgegen, dass Leicester zumeist nur mit drei Spielern aufbaut, die mit den drei Angreifern sehr gut zugestellt werden können. Im Zentrum dürften die ihre körperliche Überlegenheit gut ausspielen können.

 








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