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Der Fulham FC, der nächste Gegner des Liverpool FC in der Premier League, in der Analyse.
Photo credit: Catherine Ivill/Getty Images

Gegneranalyse: Fulham FC

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    19 Monat(e) vor



Am Sonntag geht es für den Liverpool FC im Topspiel des zwölften Spieltags der Premier League nach London zum Fulham FC. Die Gegneranalyse der Redmen Family.

Die Aufsteiger aus dem Westen Londons haben sich in den letzten Jahren zu einer Fahrstuhlmannschaft entwickelt. In den letzten drei Jahren stieg man zweimal in die Premier League auf und dazwischen in die Championship ab. Ein erneuter Abstieg soll unbedingt verhindert werden, der Klassenerhalt ist das einzige Ziel des Teams von Trainer Scott Parker (40). So wird innerhalb des Vereins seit Saisonstart nur von der „Mini League“ gesprochen, die man für sich entscheiden will. Damit sind die letzten fünf Mannschaften der Tabelle gemeint.

Erneut eine hohe Fluktuation im Kader

Eigentlich wollte man diesmal alles anders machen als vor zwei Jahren. Damals kaufte man nach dem Aufstieg für viel Geld ein, schaffte es aber nie, eine funktionierende Mannschaft zu formen. Dieses Mal gab man zwar deutlich weniger Geld aus, dennoch holte man insgesamt zwölf Neuzugänge, darunter alleine sechs Leihspieler. Dazu kamen mit Jean Michael Seri (29) und Andre Zambo Anguissa (24) zwei Spieler zurück, die man nach dem Abstieg verlieh, um ihr Gehalt nicht bezahlen zu müssen.

Und so wirkt es wieder wie vor zwei Jahren, dass man einfach versucht, möglichst jeden Spieler zu holen, der bei drei nicht auf den Bäumen ist, ohne dass die Spieler wirklich zusammenpassen würden. Harrison Reed (25) und Terence Kongolo (26) waren bereits letzte Saison geliehen, kosteten aber mit zusammen elf Millionen Euro eine ordentliche Stange Geld, die wohl auch besser investiert hätte werden können. Joachim Andersen (24), Alphonse Areola (27), Ademola Lookman (23) und Ruben Loftus-Cheek (24) kamen per Leihe von Champions-League-Vereinen. Das sollte eigentlich für ihre Qualität sprechen, doch nicht ohne Grund fanden die Vereine keinen Abnehmer, der Ablöse für die Spieler hätte zahlen wollen.

Den Vogel abgeschossen hat man mit Anthony Knockaert (29). Den französischen Außenbahnspieler lieh man im letzten Jahr mit Kaufoption von Brighton aus. Am 27. Juli, also vor Ende der Saison, zog man die fast zwölf Millionen schwere Kaufoption. Im Laufe des Transfersommers erkannte man dann, dass der Spieler in den Planungen eigentlich keine Rolle spielte, und so verlieh man ihn in die zweite Liga zu Nottingham Forest. Und so spielt der teuerste Neuzugang des Sommers nicht einmal bei den Londonern.

Neues System gefunden?

Zu Beginn der Saison spielte man noch im aus der Aufstiegssaison bewährten 4-2-3-1. Da dies jedoch defensiv überhaupt nicht funktionierte, stellte man vor zwei Wochen gegen Leicester City auf ein System mit drei Innenverteidigern um. Nominell änderte sich jedoch wenig. Bobby Reid (27), der zuvor als Stürmer agierte, wurde auf die Position des rechten Außenverteidigers geschoben. Ola Aina (24), seines Zeichens gelernter Rechtsverteidiger, übernimmt die Rolle des rechten Innenverteidigers. Durch dieses System hat man defensiv sichtlich mehr Stabilität.

Offensive Ansprüche stellt man in diesem System kaum welche. Doch das ist gegen die Topteams der Liga auch kein Problem. Jeder Punkt gegen diese Gegner ist gerne gesehen, selbst eine knappe Niederlage ist kein Beinbruch, solange sich die Cottagers nicht das Torverhältnis kaputt machen. Und so igelt man sich auch bei Rückstand weiter ein und versucht, über die schnellen Offensivspieler den ein oder anderen Konter zu fahren.

Ruben Loftus-Cheek - Klappt der dritte Anlauf?

Ruben Loftus-Cheek ist einer dieser vielen hochtalentierten Spieler aus der Chelsea-Jugend, wenn nicht der talentierteste von allen. Er hat alles, was es braucht, um einer der dominantesten Spieler auf seiner Position zu sein. Er ist groß, körperlich stark, schnell, technisch versiert, hat ein gutes Kopfballspiel und ist zudem torgefährlich, vor allem aus der Distanz. Doch etwas bremst ihn Zeit seiner Karriere aus: Verletzungen.

Zu Beginn lief noch alles nach Plan. Mit 21 Jahren wurde er langsam an die erste Mannschaft herangeführt, wurde der Engländer für mehr Spielzeit an Crystal Palace verliehen. War er fit, so war er bei den Eagles absoluter Stammspieler. Doch Loftus-Cheek verpasste 14 Spiele verletzungsbedingt. Als er zurückkam, sah es bei Chelsea ähnlich aus. In der Hinrunde war er quasi keinen Tag schmerzfrei, spielte demnach nur sehr selten.

Gegen Ende der Saison bekam der Mittelfeldspieler mehr Einsatzzeit, in sechs der letzten sieben Ligaspiele stand er von Anfang an auf dem Feld. Man dachte also, der Durchbruch sei geschafft. Doch drei Tage nach dem letzten Ligaspiel, als sich die Mannschaft auf das Europa-League-Finale vorbereitete, riss er sich die Achillessehne. Das war gleichbedeutend mit einer neunmonatigen Pause. Als Loftus-Cheek sich gerade wieder in den Kader gekämpft hatte, kam die coronabedingte Unterbrechung. Im Anschluss machte er zwar einige Spiele, doch man sah ihm den Rost merklich an.

Da Chelsea im Sommer auf seiner Position mit Kai Havertz (21) einen prominenten Neuzugang verpflichtete, sahen es Verein und Spieler als das Beste an, wenn Loftus-Cheek für mehr Spielpraxis erneut verliehen werden würde. Und so landete er am letzten Tag des Transferfensters bei Fulham.

Allmählich findet man in die Saison

Sportlich läuft es zuletzt besser. Nachdem die Cottagers nach sechs Spielen lediglich einen Punkt auf der Habenseite hatten, konnte man aus den letzten fünf Spielen zwei Siege und somit sechs Punkte holen. Vor allem der Sieg gegen West Bromwich Albion (2:0) war enorm wichtig. Diese sind nämlich eines der oben genannten fünf Teams, die sich bereits früh als die im Abstiegskampf befindlichen Mannschaften herauskristallisiert haben. Und da nicht davon auszugehen ist, dass die Mannschaften viele Punkte gegen den Rest der Liga holen, sind Siege in den direkten Duellen Gold wert.

Der Sieg bei Leicester City (2:1) vor zwei Wochen war eine große Überraschung und hat gezeigt, dass man durchaus auch den ein oder anderen Bonuspunkt holen kann. Und somit steht man mit sieben Punkten aus elf Spielen auf einem Nichtabstiegsplatz.

Prognose

Es erwartet den LFC also ein sehr defensiv eingestellter Gegner. Vor allem das Zentrum wird dicht gemacht. Somit dürfte es einmal mehr auf die Kreativität der Außenverteidiger ankommen. Da Trent Alexander-Arnold (22) wieder fit ist, dürfte dies der Mannschaft von Jürgen Klopp (53) in die Hände spielen.

Aufpassen muss man defensiv vor allem auf die Läufe von Loftus-Cheek, der mit seiner Dynamik und Technik Abwehrreihen im Alleingang aushebeln kann. Auch Lookmans Tempo ist nicht zu verachten. Sollte Liverpool mit einer Führung in die Pause gehen, kann es zudem sein, dass Scott Parker - wie gegen Manchester City passiert - erneut systematisch umstellt. Dort zog er nämlich nach der Pause Reid eine Position nach vorne, Aina ging auf seine angestammte Position und man spielte im 4-1-4-1 weiter.

 








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