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Salah gegen Crystal Palace
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Gegneranalyse Crystal Palace – Gelungener Umbruch?

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    1 Monat(e) vor



Analyse │ Am Samstag empfängt der Liverpool FC am fünften Spieltag der Premier League Crystal Palace. Die Gegneranalyse der Redmen Family.

 

Bei den Eagles endete letzte Saison eine Ära. Roy Hodgson (74) beendete seine Trainerlaufbahn und damit auch seine vierjährige Tätigkeit bei Crystal Palace. Sein Nachfolger ist nun Patrick Viera (45). Nicht nur auf der Trainerbank gab es einen Umbruch, auch im Kader veränderte sich einiges.

Kostspieliger Umbruch

Den Umbruch erkennt man schon alleine am Spieleralter. Die Neuzugänge haben ein Durchschnittsalter von 23,3, während die Abgänge im Schnitt 30,7 Jahre alt waren. Entsprechend hatte der Verein auch ein saftiges Transferminus von 73,5 Millionen Euro zu verzeichnen, das größte der Vereinsgeschichte.

Neu im Kader sind die beiden Innenverteidiger Marc Guehi (21) und Joachim Andersen (25). Beide waren in der vergangenen Saison ausgeliehen, Guehi von Chelsea nach Swansea, Andersen von Lyon zu Fulham. Während es für Guehi nun die erste Premier-League-Saison ist, soll Andersen sofort als Abwehrchef fungieren.

Für das zentrale Mittelfeld kam Will Hughes (26) aus Watford, dazu wurde Conor Gallagher von Chelsea ausgeliehen. Im Offensivbereich sind ebenfalls zwei Neuzugänge dabei, Michael Olise (19) kam aus der zweiten Liga von Reading, Odsonne Edouard (23) aus Schottland von Celtic Glasgow.

Sogar noch mehr Spieler stehen auf der Abgangsseite. Vor allem defensiv verließen einige ehemalige Stammspieler den Verein. Patrick van Aanholt (30) ging in die Türkei, Mamadou Sakho (31) in seine französische Heimat, Scott Dann (34) und Gary Cahill (35) in die Championship zu Reading respektive Bournemouth.

Auch im Mittelfeld gab es zwei Abgänge, Andros Townsend (30) wechselte zu Everton, James McCarthy (30) zu Celtic Glasgow. Dazu verließ Ersatzkeeper Wayne Hennessey (34) den Verein Richtung Burnley, Stürmer Connor Wickham (28) ist noch auf der Suche nach einem neuen Verein. Für keinen der Abgänge nahm Palace auch nur einen Cent an Ablösesummen ein.

Patrick Viera – Klappt gleich der erste Versuch?

Die Eagles sind Vieras erste Cheftrainerstation im englischen Profibereich. Zuvor war der ehemalige Weltklasse-Mittelfeldspieler, der sich vor allem in seiner Zeit beim Arsenal FC diesen Ruf erworben hatte, in der Jugend von Manchester City, in den USA sowie bei Nizza unter Vertrag.

Vor allem seine Leistungen in Frankreich ließ die meisten Experten daran zweifeln, dass Viera ein fähiger Trainer werden könnte. Er übernahm von Lucien Favre (63) eine gut funktionierende Mannschaft, die Viera dann eher zurück- als weiterentwickelte.

Vor allem die offensive Ideenlosigkeit war frapierend, in der Saison 2018/19 erzielte die Mannschaft nur 30 Tore. Zwei Jahre zuvor waren es mit 63 noch mehr als doppelt so viele. Es bleibt abzuwarten, wie er sich als Trainer weiterentwickelt und ob er genug Zeit für diese Entwicklung bekommt. Vor der Saison war der Franzose bei den Buchmachern einer der Topkandidaten auf eine frühe Entlassung.

Etwas offensiver und mit neuem System

In der Spielanlage ist Palace etwas offensiver unterwegs als in den letzten Jahren. Auch das System wurde umgestellt. Spielte die Mannschaft zuvor im 4-4-2, ist nun das 4-3-3 das bevorzugte System. Die Spieler stehen insgesamt deutlich höher, auch das Pressing wird intensiver betrieben. Im Ballbesitz traut man sich deutlich mehr zu, vor allem, da die Innenverteidiger mit dem Ball mehr anzufangen wissen als die Innenverteidiger der letzten Jahre.

Viera scheint früh seine Wunschelf gefunden zu haben. Im Tor steht nach wie vor Vicente Guaita (34), der je nach Tagesform zwischen Kreis- und Welklasse pendelt. Zumeist ist er jedoch ein zumindest durchschnittlicher Premier-League-Keeper. Vor ihm werden Guehi und Andersen von Joel Ward (31) auf der rechten und Tyrick Mitchell (22) auf der linken Seite flankiert. In der Offensivbewegung schaltet sich Mitchell deutlich mehr mit ein als Ward, das System wird dann ein wenig assymmetrisch. Das lässt sich auch statistisch nachweisen. 44% der Angriffe der Eagles gehen über links, 35% über rechts.

Im Mittelfeld haben Cheikhou Kouyate (31), James McArthur (33) und Gallagher aktuell die Nase vor unter anderem dem eigentlichen Kapitän Luka Milivojevic (30). Währen Kouyate vor der Abwehr aufräumen soll und McArthur durch seine Lauf- und Zweikampfstärke Löcher stopfen soll, ist Gallagher für die Verbindung zwischen Defensive und Offensive zuständig. Der junge Engländer liebt es, den Ball durch das Mittelfeld zu treiben. Sowohl bei den Key-Pässen (7) als auch bei den Schüssen (10) führt er seine Mannschaft an.

Wenn er den Ball abgibt, dann zumeist an Wilfried Zaha (28). Der Ivorer ist auch in dieser Saison wieder der Dreh- und Angelpunkt der Offensive der Eagles. Neben ihm agierten in den ersten vier Spielen Christian Benteke (30) und Jordan Ayew (30). Durch sein starkes Debüt mit zwei Treffern nach Einwechslung könnte sich Edouard den Startplatz im Sturmzentrum gesichert haben.

Ständige Entwicklung erkennbar

Zu Beginn der Saison konnte man denken, Palace würde dieses Jahr ganz tief im Abstiegskampf stecken. Gegen Chelsea war man komplett chancenlos (0:3), gegen Aufsteiger Brentford war man maximal auf Augenhöhe (0:0). Auch gegen West Ham United (2:2) waren die Eagles die schwächere Mannschaft. Dennoch waren erste Ansätze zu erkennen. Die Mannschaft hatte 55% Ballbesitz und durchaus gute Phasen im Spiel.

Am vergangenen Spieltag dann platzte der Knoten. Gegen die Tottenham Hotspur lieferten die Londoner eine nahezu perfekte Vorstellung ab und gewannen mit 3:0. Das Ergebnis wurde durch einen Platzverweis für die Spurs zwar beeinflusst, doch auch davor war Palace die überlegene Mannschaft. Immer wieder pressten sie stark und kamen zu zahlreichen gefährlichen Aktionen. Defensiv ließ man kaum etwas zu.

Prognose

Es wird spannend sein, welches Palace wir sehen. Das abwartende aus den ersten Spielen oder das offensivfreudige vom vergangenen Wochenende. Tendentiell werden die Eagles auswärts eher wieder etwas defensiver agieren. Daher ist auch gut möglich, dass Gallagher sich auf der Bank wiederfinden wird.

Wie sehr sich der Stil der Mannschaft verändert hat, sieht man auch daran, dass keines der fünf Tore nach Standardsituationen gefallen ist. Früher waren Ecken und Freistöße noch die größte Waffe der Eagles, heute muss man die Mannschaft hier kaum noch fürchten.

Aus dem Spiel dürfte vor allem etwas über die eigene rechte Seite gehen. Zaha ist nicht gerade für seine Defensivarbeit bekannt, und Mitchell ist wie bereits angesprochen ebenfalls sehr offensivfreudig. Dadurch entstehen immer wieder Lücken.








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