Next
STATS
Liverpool FC Transfer Centre und Ticker



 
Crystal Palace - Liverpool FC | Am Samstag reist der Liverpool FC im ersten Spiel des 14. Spieltags der Premier League nach London zu Crystal Palace. - Gegneranalyse Redmen Family
Photo credit: Photo by Glyn Kirk - Pool/Getty Images

Gegneranalyse: Crystal Palace

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    6 Monat(e) vor



Analyse │ Am Samstag reist der Liverpool FC im ersten Spiel des 14. Spieltags der Premier League nach London zu Crystal Palace.

Das Spiel bedeutet auch ein Wiedersehen mit Nathaniel Clyne (29). Der Rechtsverteidiger und ehemalige englische Nationalspieler bekam im Sommer keinen neuen Vertrag und wechselte nach fünf Jahren beim LFC daher ablösefrei zu den Eagles.

Verjüngungskur ohne Abgänge

 

 

In der letzten Saison kam immer wieder Kritik an der Kader- und Transferpolitik von Palace auf. So bekam mit Tyrick Mitchell (21) lediglich ein Spieler unter 22 Jahren überhaupt Einsatzzeit, und diese auch erst nach Restart, als es für die Mannschaft um nichts mehr ging. Auch Jairo Riedewald (24) und Max Meyer (25) bekamen kaum einmal die Chance von Anfang an. Und so hatte man in der letzten Saison die mit Abstand älteste Stammelf.

Dieses „Problem“ wollte man im Sommer adressieren. Und so holte man mit Nathan Ferguson (19) und Eberechi Eze (22) zwei hochtalentierte Spieler aus der zweiten englischen Liga. Neben den beiden und Clyne kam ebenfalls aus der zweiten Liga mit Jack Butland (27) ein neuer Ersatztorwart. Der ehemalige englische Nationalkeeper möchte nach mehreren unglücklichen Jahren nochmals angreifen. Dazu wurde Stürmer Michy Batshuayi (26) erneut vom Chelsea FC ausgeliehen. Der Belgier war bereits in der Rückrunde der Saison 2018/19 an die Eagels ausgeliehen.

Abgegeben wurde kein einziger wichtiger Spieler. Der letzte Saison in die Türkei verliehene Stürmer Alexander Sörloth (24) wurde nach Leipzig verkauft. Durch diesen Verkauf kam man im Transferfenster auf einen finanziellen Überschuss von knapp einer Million Euro. Man hat also sowohl in finanzieller als auch in sportlicher Hinsicht sehr gute Arbeit geleistet. Und all dies wurde mit Ruhe und Bedacht ohne große Schlagzeilen gemacht.

Roy Hodgson - Weltenbummler auf seiner letzten Mission

 

 

Die Ruhe, die Palace aktuell ausstrahlt, zeigt sich auch auf der Trainerposition. Seit 2006 überlebte kein Trainer länger als zwei Jahre im Londoner Süden. Bevor Hodgson kam, mussten gleich drei Trainer in nicht einmal neun Monaten gehen. Doch der routinierte Trainer, der in seiner Karriere bereits in neun Ländern gearbeitet hat, hat mit seiner ruhigen Art die Mannschaft und den Verein stabilisiert.

Auffällig ist vor allem, dass über 50 % all seiner Niederlagen gegen die großen sechs Mannschaften der Premier League zustande kommen. Gegen den Rest punktet man konstant gut unter ihm. Auch damit lässt sich die Ruhe, die um den Verein herrscht, begründen. Gegen die besten Mannschaften wird nicht viel erwartet und gegen die Mannschaften, gegen die man für eine solide Saison punkten muss, tut man das auch.

Defensive Stabilität und vorne hilft Zaha

 

 

Palace spielt in einem sehr kompakten 4-4-2. Das zentrale Mittelfeld besteht dabei aus zwei sehr lauf- und kampfstarken Spielern. Hierbei ist James McArthur (33) gesetzt. Die Position neben ihm teilen sich Riedewald, Lukas Milivojevic (29), James McCarty (30) und Cheikhou Kouyate (30), wobei Kouyate in dieser Saison zumeist in der Innenverteidigung aufläuft. Was anfangs als Notlösung aufgrund von Verletzungen geplant war, entwickelte sich im Laufe der Saison zu einer wirklich guten Idee.

Offensiv ist alles auf Wilfried Zaha (28) ausgerichtet. Der Ivorer ist das Herz und die Seele des Teams. Nach einer schwachen Vorsaison mit nur vier Toren und fünf Vorlagen zeigt er in dieser Saison wieder, warum er zu den besten Offensivspielern der Liga gehört und warum Palace ihn nicht für weniger als 70 Millionen Euro abgeben möchte. In elf Spielen ist er an neun Treffern und damit an 47 % der Tore der Eagels direkt beteiligt. In dieser Statistik steht er auf Platz neun ligaweit.

Überraschend stark gegen Topteams

Anders als noch in den letzten Jahren holt man die Punkte in dieser Saison vor allem gegen die Topteams. So konnte man an den ersten beiden Spieltagen Southampton FC (1:0) und Manchester United (3 : 1) schlagen. Außerdem gab es gegen die Tottenham Hotspurs ein starkes 1:1. Da man auch gegen die kleinen Mannschaften weiterhin konstant punktet, steht man aktuell deutlich näher an den internationalen Plätzen als an den Abstiegsplätzen.

Nathaniel Clyne - Die letzte Chance genutzt?

 

 

Es gab eine Zeit, da galt Clyne als einer der besten Rechtsverteidiger der Welt. Damals, um das Jahr 2015 herum. Dem Liverpool FC waren seine Dienste im Sommer 2015 fast 18 Millionen Euro wert. Gekommen war er aus Southampton, wie so viele Spieler zu der Zeit. Bei Liverpool entwickelte er sich rasch zum Stammspieler, in seinen ersten beiden Jahren spielte er 70 der 76 möglichen Ligaspiele, allesamt von Beginn an. Und auch in der Nationalmannschaft war er regelmäßiger Gast.

Doch dann kam jener unglückselige 12.07.2017. An diesem Tag absolvierten die Reds ein Testspiel gegen die Tranmere Rovers (4:0). Zur Halbzeit musste Clyne mit Rückenproblemen ausgewechselt werden. Was zunächst nach einer kleinen Blessur aussah, die den Engländer einige Wochen außer Gefecht setzen würde, wurde deutlich schlimmer. Erst am 07.04.2018 stand er erstmals wieder in der Premier League auf dem Rasen (0:0 gegen Everton FC).

 

 

Da sich während seiner Abwesenheit Trent Alexander-Arnold (22) derart stark entwickelt hatte, kam er in der Hinrunde der Folgesaison nur auf vier Einsätze. Deshalb sahen beide Seiten eine Leihe als passendes Mittel an, dem Engländer durch mehr Spielzeit wieder zu seinem alten Niveau zu verhelfen. Es wurde der AFC Bournemouth gewählt. Sehr zum Missfallen von Cardiff-City-Trainer Neil Warnock (72). Dieser war nämlich der Ansicht, Liverpool habe ihm versprochen, Clyne nach Cardiff zu verleihen. In Bournemouth spielte Clyne in 14 der möglichen 16 Spiele und zeigte starke Leistungen. Gerade als man dachte, er könne wieder angreifen, riss er sich in der Vorbereitung auf die Saison 2019/20 das Kreuzband. Dadurch kam er in der abgelaufenen Saison auf keine einzige Minute Spielzeit bei den Reds. Anschließend wurde sein Vertrag nicht verlängert und er verließ den Verein.

Von Palace wurde er ursprünglich als Notlösung verpflichtet. Nachdem er lange Zeit vertragslos war, bekam er bei Palace, aus deren Jugend er ursprünglich stammte, eine Chance. Grund dafür war vor allem die Knieverletzung von Neuzugang Ferguson. Eigentlich dachte man, der junge Engländer wäre pünktlich zum Saisonstart wieder fit, doch dies war nicht der Fall. Und da auch die eigentliche Stammkraft Joel Ward (31) ausfiel, bekam Clyne die Chance. Und diese nutzte der Rechtsverteidiger. Er bleibt gesetzt, obwohl Ward inzwischen seit fünf Spielen wieder fit ist. Seine Stärken lagen schon zu seiner Liverpooler Zeit vor allem in der Defensive, womit er perfekt in das Konzept der Eagles passt.

Jeden Liverpool-Fan dürfte es freuen, dass es bei Clyne nach der langen, schweren Zeit wieder so gut läuft und wir wünschen ihm weiterhin Alles Gute und weiterhin Viel Erfolg, zumindest ab Sonntag.

 








TAGS
  crystal palace   gegneranalyse   manager   premier league  


Weitere News