Next
STATS

 

Photo credit: Photo Credit: Catherine Ivill/Getty Images

Gegneranalyse: Crystal Palace

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    23 Monat(e) vor



Am Sonntag geht es für den Liverpool FC nach London. Im Selhurst Park wartet das Auswärtsspiel bei Crystal Palace. Diese haben sich unter dem ehemaligen Liverpooler Trainer Roy Hodgson zu einem sehr unangenehmen Gegner entwickelt. Die Reds seien gewarnt.

Heimlich, still und leise mausert sich Crystal Palace zu einem sehr respektablen Premier-League-Verein. Im Sommer wurde der Kader weitestgehend zusammengehalten, nach Jahren voller Aktionismus steuert man ruhigere Fahrwasser an.

Kader: Die Band (fast) zusammengehalten

So musste man im Sommer lediglich einen Stammspieler ziehen lassen. Aaron Wan-Bissaka, aus der eigenen Jugend stammend, wurde schweren Herzens nach Manchester United abgegeben. Den Abgang seines Rechtsverteidigers ließ man sich mit 55 Millionen Euro jedoch fürstlich bezahlen.

Auch bei den Neuzugängen blieb es verhältnismäßig ruhig. James McCarthy kam für das zentrale Mittelfeld, Gary Cahill kam als zusätzliche Option für die Innenverteidigung vom Chelsea FC und Jordan Ayew wurde fest verpflichtet, nachdem der Stürmer bereits letzte Saison von Swansea City ausgeliehen war.

Trainer: Roy Hodgson - Weltenbummler auf seiner letzten Mission

Die Ruhe, die Palace aktuell ausstrahlt, zeigt sich auch auf der Trainerposition. Seit 2006 überlebte kein Trainer länger als zwei Jahre im Londoner Süden. Bevor Hodgson kam, mussten gleich drei Trainer in nicht einmal neun Monaten gehen. Doch der routinierte Trainer, der in seiner Karriere bereits in neun Ländern gearbeitet hat, hat mit seiner ruhigen Art die Mannschaft und den Verein stabilisiert.

Auffällig ist vor allem, dass knapp 57% all seiner Niederlagen gegen die großen sechs Mannschaften der Premier League passieren. Gegen den Rest punktet man konstant gut unter ihm. Auch damit lässt sich die Ruhe, die um den Verein herrscht, begründen. Gegen die besten Mannschaften wird nicht viel erwartet und gegen die Mannschaften, gegen die man für eine solide Saison punkten muss, tut man das auch.

System: Massives Mittelfeld und schnelle Stürmer

Palace spielt in einem 4-5-1, das je nach Bedarf auch zum 4-1-4-1 wird. Die Übergänge sind hierbei fließend. Das Zentrum wird mit drei zweikampfstarken Spielern dicht gemacht, wobei Luca Milivojevic den strategischen Sechser hinter James McArthur und Cheikhou Kouyaté gibt.

Im Ballbesitz stellt sich die Abwehr asymmetrisch auf, das heißt, der Rechtsverteidiger bleibt eher defensiv, während Patrick van Aanholt auf links weit mit nach vorne schiebt. Dadurch kann der eigentliche linke Mittelfeldspieler mit ins Zentrum neben den Stürmer gehen und es entsteht eine Art 3-1-4-2. Da man allerdings nicht sehr oft längere Ballbesitzphasen hat, speziell gegen Topteams, wird diese taktische Option nicht allzu oft zu sehen sein.

Ansonsten versucht man, den Ball schnell zu Ayew zu bringen, der trotz seiner schmächtigen Statur sehr gut darin ist, Bälle zu behaupten und abzulegen. Diese Ablagen erfolgen in der Regel auf die beiden Außenspieler, die dann mit Tempo zum Tor ziehen sollen. Hier heißt es besonders für die Außenverteidiger, den Außenspielern nicht zu viel Raum zu geben.

Dass bei Flanken wenig Gefahr besteht, sieht man daran, dass man erst ein Tor per Kopf erzielen konnte. Daher wäre es durchaus eine Überlegung wert, Joe Gomez in der Innenverteidigung den Vorzug vor Dejan Lovren zu geben.

Form: Allmählich kehrt Normalität ein

Nach einem starken Start mit 14 Punkten aus acht Spielen konnte man in den letzten vier Spielen lediglich einen Punkt holen. Der Spielplan meinte es zuletzt allerdings auch nicht gut mit den Eagles. Alle diese vier Spiele waren gegen Topteams, insgesamt muss man somit hintereinander gegen die besten fünf Mannschaften der Liga antreten. Dass in diesen Partien wenig zu holen sein würde, war absehbar. Doch sowohl gegen Arsenal als auch gegen Leicester präsentierte man sich in guter Form.

Insgesamt ist man im Kalenderjahr 2019 stark unterwegs. In der Jahrestabelle steht man mit 45 Punkten aus 30 Spielen auf Platz sieben.

Player to watch: Luca Milivojevic - Ein Mann für alle Fälle

Er kreiert die meisten Chancen des Teams, fängt die meisten Pässe ab, spielt die meisten eigenen Pässe, schießt sämtliche Standards, schlägt die meisten Flanken aus dem Spiel, ist Kapitän und Anführer des Teams. Kurzum, Milivojevic ist die entscheidende Person bei Palace.

Seine Kreise gilt es einzuschränken, hier sind vor allem die Mittelfeldspieler und Roberto Firmino gefragt, ihm die Bälle möglichst schnell wieder vom Fuß zu nehmen.

Seine Aggressivität hat auch durchaus seine Schattenseiten. So hat er bislang die meisten Fouls ligaweit begangen und auch bereits jetzt sechs gelbe Karten gesehen. Er fehlte somit bereits ein Spiel gelbgesperrt, gegen Manchester City musste er nach nicht einmal 70 Minuten akut gelb-rot-gefährdet ausgewechselt werden. Hier kann man durchaus ansetzen und ihn immer wieder in Zweikämpfe verwickeln.

Prognose

Dass die Eagles gut verteidigen können, haben sie in den letzten Spielen über weite Phasen gezeigt. Allerdings kommt ihre Anfälligkeit bei Standards Liverpool als bestes Team der Liga nach Standards sehr entgegen.

Sollte man die Kreise von Milivojevic einengen können, kommt die Offensive von Palace ziemlich zahnlos daher. Die Offensivspieler können zwar durchaus auch durch Einzelaktionen etwas kreieren, allerdings hat sich in den letzten Spielen gezeigt, dass ihnen oftmals die Kraft dafür fehlt, wenn sie defensiv viel mitarbeiten müssen.








TAGS
  saison 19/20   premier league   Crystal Palace  


Weitere News