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Photo credit: Alex Livesey/Getty Images

Gegneranalyse Chelsea FC: Ein ebenbürtiger Gegner?

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    4 Monat(e) vor



Analyse | Am Sonntag kommt es im Londoner Wembley Stadium zum Finale im EFL-Cup. Der Liverpool FC trifft auf den Chelsea FC. Die Gegneranalyse der Redmen Family.

Nachdem Manchester City in den letzten vier Jahre jedes Mal den EFL-Cup gewann, gibt es in dieser Saison also einen neuen Sieger. Chelsea konnte sich letztmals 2014/15 den Pokal schnappen. Da Trainer Thomas Tuchel (48) noch auf seinen ersten inländischen Titel wartet und es mit der Meisterschaft diese Saison nicht wird, dürfte Chelsea besonders motiviert sein.

Zwei Elfmeterschießen zu Beginn

Der Weg ins Finale war zunächst alles andere als einfach. Genau wie Liverpool stieg auch Chelsea als Europapokal-Teilnehmer erst in Runde drei in den Wettbewerb ein. In den vier Runden spielte man ausschließlich gegen Premier-League-Konkurrenten. In den beiden ersten Spielen empfing man Ende September bzw. Ende Oktober Aston Villa und den Southampton FC an der Stamford Bridge. Nach intensiven 90 Minuten mit der größtenteils zweiten Elf stand es je 1:1. Das Elfmeterschießen musste also entscheiden. Beide Male verschoss der Gegner zwei Elfmeter, während man selbst nur einmal scheiterte.

Im Viertelfinale mussten die Blues zum Brentford FC reisen. Erneut spielten hauptsächlich Ergänzungsspieler, dazu kamen auch einige Talente zum Einsatz. Entsprechend schwer tat man sich erneut, erst in der 80. Spielminute platzte der Knoten. Bees-Kapitän Pontus Jansson (31) unterlief ein Eigentor. Das 2:0 erzielte dann der eingewechselte Jorginho (30) per Strafstoß, Christan Pulisic (23) war gefoult worden (85.).

Den Spurs keine Chance gelassen

Im Halbfinale ging es schließlich gegen ein echtes Topteam, die Tottenham Hotspur. Hier agierte man nun auch erstmals mit quasi der gesamten ersten Elf. Taktisch hatten die Blues jedoch etwas neues im Petto, erstmals seit Ewigkeiten spielte man einmal wieder mit Viererkette. Diese hatte Tuchel zuletzt vor gut einem Jahr eingesetzt. Seither ist sie auch in der Liga die vorherrschende Formation.

Im Hinspiel zuhause dominierte Chelsea die Spurs fast nach Belieben. 64% Ballbesitz und ein Schussverhältnis von 19:5 sprechen eine klare Sprache. Am Ende gewannen die Blues mit 2:0, Kai Havertz (22) und Ben Davies (28) mit einem Eigentor waren die Torschützen. Das Rückspiel ging Tottenham deutlich offensiver an. Diese Offensivfreudigkeit war jedoch nur von kurzer Dauer. In der 18. Spielminute erzielte Antonio Rüdiger (28) nach einer Ecke das 0:1, der Widerstand der Spurs war gebrochen. In der Folge brachte Chelsea die Partie cool über die Zeit und zog ins Finale ein.

Die Ausfälle der Außenverteidiger wogen schwer

Grund für die genannte Umstellung im System war vor allem der Ausfall beider Außenverteidiger. Sowohl Ben Chilwell (25) als auch Reece James (22) verletzten sich schwer und fehlten lange. Chilwell zog sich Ende November einen Kreuzbandanriss zu, James laboriert seit Ende Dezember an einer Oberschenkelverletzung. Inzwischen trainieren beide wieder mit der Mannschaft, es erscheint durchaus denkbar, dass sie am Sonntag zumindest wieder im Kader stehen.

Auch ansonsten dürfte Tuchel die volle Kapelle am Start haben. Das im Dezember und Januar noch überfüllte Lazarett lichtete sich nach und nach, inzwischen sind alle Spieler wieder einsatzbereit. Die Verletzungsmisere war derart schlimm, dass Kenedy (26), der seit seinem Wechsel zu Chelsea 2015 nie wirklich eine Rolle gespielt hatte und in der Hinrunde in die brasilianische Heimat zu Flamengo verliehen war, zurückgeholt worden war, um den Kader aufzufüllen.

Inzwischen taktisch flexibel

Der „Vorteil“, den die vielen Verletzungen hatten war, dass Chelsea wie bereits beschrieben systematisch umstellte. So ist man nun, da James und Chilwell auch in der Viererkette spielen können, taktisch flexibler und weniger leicht ausrechenbar. Da gegen Liverpool in den bisherigen drei Duellen unter Tuchel die Dreierkette hervorragend funktioniert hat (man blieb ungeschlagen und holte fünf Punkte), könnte der deutsche Trainer am Sonntag wieder auf die eigentlich alte Formation zurückgreifen.

Während man defensiv mit beiden Systemen gut steht (zwei Gegentore in sechs Spielen), drückt offensiv gewaltig der Schuh. In den letzten sieben Spielen wettbewerbsübergreifend erzielten die Blues nach 90 Minuten nur einmal mehr als einen Treffer. Die beiden deutschen Nationalspieler Timo Werner (25) und Havertz wurden jeweils von einer Corona-Infektion aus der Bahn geworfen.

Dazu zeigt Neuzugang Romelu Lukaku (28) nicht die erhofften Torjäger-Qualitäten. Der Belgier steht in 28 Einsätzen nur bei zehn Toren und ist regelmäßig komplett abgemeldet. Im letzten Liga-Spiel gegen Crystal Palace (1:0) hatte er in der ersten Halbzeit gar nur zwei Ballkontakt, wobei einer davon der Anstoß war. Dennoch gilt es natürlich auf Lukaku zu achten, nicht umsonst erzielte er letzte Saison 24 Treffer für Inter Mailand und war Chelsea im Sommer 117 Millionen Euro wert.

Im Tor dürfte Kepa Arrizabalaga (27) stehen. Der Spanier, immer noch teuerster Torhüter der Geschichte, ist eigentlich nur die Nummer zwei, darf jedoch in den Pokalwettbewerben ran. Arrizabalaga hat seine Stärken vor allem mit dem Ball am Fuß. Dazu ist er ein herausragender Elfmetertöter, was im Pokal keine unwichtige Eingenschaft ist. Schwächen hat er bei der Strafraumbeherrschung und bei Fernschüssen. Ecken dürften daher ein noch probateres Mittel als ohnehin schon sein, dazu sollten sich Fabinho (28), Trent Alexander-Arnold (23) oder Thiago (30) nicht davor scheuen, auch einmal aus größerer Distanz einen Torschuss zu wagen.

Prognose

Die Blues dürften auch diesmal wieder sehr defensiv gegen Liverpool agieren. Tuchel ist bekannt dafür, in Topspielen eher abwartend zu agieren. In den bisherigen vier Spielen gegen die Reds und Manchester City kam Chelsea im Schnitt auf 43,5% Ballbesitz. Im Mittelfeld versucht man dann, Zugriff zu bekommen und schnell umzuschalten. Gerne werden dann auch im Konter die Außenbahnen überladen, um bis an die Grundlinie durchzukommen. Hier muss Liverpool definitiv aufpassen, vor allem die Außenverteidiger.


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Sowohl vorne als auch hinten werden bei Spielen mit Chelsea-Beteiligung extrem viele Elfmeter gepfiffen. Die Blues hatten allein in der Premier League bereits sieben Strafstöße, ihre Gegner vier. Zum Vergleich: Liverpool hatte bisher fünf Elfmeter und verursachte noch keinen einzigen. Hier muss man in jedem Fall aufpassen, die Offensivspieler abseits von Lukaku sind allesamt äußerst wendig und fallfreudig.








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