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Gegneranalyse - Analyse | Am Sonntag geht es für den Liverpool FC nach London. Im Topspiel des zweiten Premier-League-Spieltags geht es gegen den Chelsea FC. Mit der wohl besten Transferphase ihrer Vereinsgeschichte wollen die Blues endlich wieder um Titel mitspielen.
Photo credit: Ian MacNicol/Getty Images

Gegneranalyse: Chelsea FC

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    15 Monat(e) vor



Analyse | Am Sonntag geht es für den Liverpool FC nach London. Im Topspiel des zweiten Premier-League-Spieltags geht es gegen den Chelsea FC. Mit der wohl besten Transferphase ihrer Vereinsgeschichte wollen die Blues endlich wieder um Titel mitspielen.

Nachdem man im Jahr 2019 eine Transfersperre durch die UEFA absitzen musste, konnte man in diesem Sommer endlich wieder auf dem Transfermarkt tätig werden. Durch die fehlenden Ausgaben 2019 war mehr Geld da als sonst, was sich vor allem in der aktuellen Corona-Krise deutlich bemerkbar machte. Konnten die meisten große Vereine kaum Geld ausgeben, profitierte Chelsea zum einen von der fehlenden Konkurrenz und zum anderen von den sinkenden Preisen.

Kader - Volle Offensive

 

 

Timo Werner, Ben Chilwell, Kai Havertz, Thiago Silva, Hakim Ziyech. Gleich fünf hochkarätige Spieler konnte man in diesem Sommer in den blauen Teil Londons lotsen. Dabei adressierte man mit den Neuzugängen die klar ersichtlichen Problemzonen der letzten Saison. Werner und Havertz sollen die mangelhafte Chancenverwertung aufbessern, Silva und Chilwell die wackelige Abwehr verstärken. Silva soll zusätzlich mit seiner Erfahrung die jungen Nebenleute anführen. Mit Ziyech hat man einen Spieler, der vor allem durch seine Flanken aus dem Halbfeld auch defensiv orientierte Gegner sehr gut bespielen kann.

Abgegeben wurde von den Spielern, die letzte Saison eine Rolle gespielt haben, lediglich Willian. Der Brasilianer wechselte ablösefrei zu Arsenal FC. Der bereits verliehene Alvaro Morata wurde fest von Atletico Madrid verpflichtet.

Durch die Neuzugänge ist der Kader auf nahezu allen Positionen zu breit besetzt. So könnten noch einige Spieler den Verein verlassen, darunter Jorginho, Marcos Alonso, Olivier Giroud oder auch Andreas Christensen.

Trainer Frank Lampard - die Vereinslegende

 

 

Lampard begann erst 2018 seine Trainerlaufbahn, als er mit Derby County einen durchaus überraschenden sechsten Tabellenplatz in der zweiten englischen Liga erreichte. Als Spieler verbrachte er 13 Jahre bei den Blues, in denen er ebenso viele Titel gewinnen konnte, darunter drei Meisterschaften und 2012 die Champions League. Taktisch ist Lampard sehr flexibel. Drei Systeme wurden in seiner ersten Saison regelmäßig gespielt, er passt das System gerne dem Gegner und dem zur Verfügung stehenden Spielermaterial an. Sein Lieblingssystem bleibt allerdings das 4-2-3-1, das er bereits bei Derby sehr erfolgreich spielen ließ.

Dass Lampard und Jürgen Klopp nicht das beste Verhältnis haben, konnte man sowohl im Rückspiel der letzten Saison sehen. Lampard warf nach dem Spiel dem Stab von Klopp arrogantes und unsportliches Verhalten vor. Auch vor dieser Saison gerieten Klopp und Lampard aufgrund einer Aussage Klopps zum Transferverhalten verschiedener Vereine aneinander.

Lieblingssystem oder Reaktion auf den Meister?

 

 

Gegen Liverpool spielte Chelsea in der vergangenen Saison dreimal im 4-3-3. Das einzige Spiel mit einem anderen System war das 5:3 für die Reds Ende der letzten Saison. Da dies deutlich schlechter funktionierte als die Spiele in der Hinrunde, dürfte Lampard wieder auf ein System mit vier Verteidigern setzen. Ein weiteres Indiz dafür ist, dass Chelsea im Auftakt gegen Brighton auch im 4-2-3-1 agierte.

Man versucht, aus einer kompakten Grundordnung, in der auch die Außenspieler viel mitarbeiten müssen, nach Ballgewinnen - vornehmlich durch mannschaftlich geschlossenes Pressing - zügig mit möglichst wenigen Kontakten vor das gegnerische Tor zu kommen. Dieses System verlangt den Spielern körperlich sehr viel ab und ist durchaus mit dem System das Liverpool die ersten Jahre unter Klopp gespielt hat zu vergleichen.

Player To Watch: Kepa Arrizabalaga

 

 

"Geld verhindert Tore". Kepa zeigt, dass diese leicht abgewandelte Phrase eben nicht immer zutrifft. 2018 zog Chelsea die Ausstiegsklausel des Spaniers, wodurch sie ihn mit 80 Millionen Euro zum teuersten Torwart aller Zeiten machten. Bereits damals hielten viele die Ablöse für völlig überteuert. Doch Chelsea waren im Prinzip die Hände gebunden. Thibaut Courtois befand sich kurz vor Ende der Transferphase auf dem Weg zu Real Madrid und echte Alternativen waren nicht in Sicht. Bei Chelsea hoffte man, dass sich der damals noch recht junge Spanier zu einem Weltklassekeeper entwickeln würde.

Die Realität sieht anders aus. Nach einer soliden ersten Saison verlor er letzte Saison sein Selbstvertrauen und seinen Stammplatz. Zu viele Fehler gerade bei hohen Bällen und zu wenige gute Aktionen führten dazu, dass man sich diesen Sommer intensiv mit Alternativen beschäftigte. Da man Jan Oblak aber nicht von Atletico Madrid loseisen konnte, bleibt Kepa mitsamt seinen Schwächen in der Strafraumbeherrschung und bei Fernschüssen auch in der neuen Saison die Nummer Eins. Es bleibt abzuwarten, ob die erhoffte Entwicklung doch noch einsetzt. Sollte dies nicht der Fall sein, wird Chelsea 2021 noch einmal deutlich intensiver den Markt sondieren.

Prognose

 

 

Bei Chelsea kommt es auf die Tagesform an, was man von ihnen erwarten kann. An guten Tagen kann man fast jede Mannschaft schlagen, so geschehen letzte Saison gegen beide Manchester Vereine. An schlechten Tagen kommt es aber auch mal vor, dass sie gegen Abstiegskandidaten verlieren. Dies und die vielen neuen Spieler sorgen dafür, dass sie gerade zu Saisonbeginn noch ihre Probleme haben werden, da man aufgrund der verkürzten Vorbereitung nicht eingespielt ist.

Die Reds müssen vor allem mit dem Pressing der Blues klarkommen. Auch die schnellen Pässe hinter die Außenverteidiger können zu Problemen führen. Offensiv sollte man sich vor allem auf Standards konzentrieren. In den Top-5-Ligen war letzte Saison lediglich Amiens SC, ein französischer Absteiger, anfälliger bei ruhenden Bällen.








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