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Die Spieler des Chelsea FC, dem nächsten Premier League-Gegner des Liverpool FC.
Photo credit: Andy Rain/Pool/AFP via Getty Images

Gegneranalyse: Chelsea FC

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    3 Monat(e) vor



Am Mittwoch empfängt der Liverpool FC den Chelsea FC. Die Blues kämpfen in der Premier League noch um den Einzug in die Champions League.

Mit Eden Hazard verließ im Sommer DER Spieler schlechthin den Chelsea FC. Ihm allein war es zu verdanken, dass man sich 2018/19 für die Champions League qualifizieren konnte. Dazu verließ mit Mauricio Sarri auch noch der Trainer den Verein, der Italiener wollte zurück in die Heimat.

Als man durch regelwidrige Transfers von Minderjährigen auch noch eine Transfersperre aufgebrummt bekam und keine neuen Spieler verpflichten konnte, war jedem klar, dass eine Übergangssaison bevorstehen würde. Wie sich der Chelsea FC trotzdem zu einem Klub mit Champions League-Aspirationen mauserte, erfahrt ihr in unserer Analyse:

Kader - Jugend forscht

Mit David Luiz wurde ein Stamm-Innenverteidiger der letzten Saison innerhalb Londons zum Arsenal FC abgegeben. Mateo Kovacic konnte aufgrund einer Sondergenehmigung nach seiner Leihe von Real Madrid fest verpflichtet werden. Ansonsten wurde der Kader mit einigen Rückkehrern der „Loan-Army“ aufgebessert. Hier sind vor allem Mason Mount, Fikayo Tomori, Tammy Abraham, Kurt Zouma und Reece James zu nennen, alles Spieler aus der eigenen Akademie, die in dieser Saison nach und nach eingebaut wurden.

Hinzu kommen weitere Talente wie Ruben Loftus-Cheek oder Callum Hudson-Odoi, die ebenfalls vermehrt Einsatzzeit bekommen. Bereits im Januar 2019 wurde Christian Pulisic verpflichtet, jedoch für die Rückrunde 2018/19 nach Dortmund zurück verliehen. Somit kann er in dieser Saison als Neuzugang gewertet werden.

Trainer Frank Lampard - die Vereinslegende

Lampard begann erst 2018 seine Trainerlaufbahn, als er mit Derby County einen durchaus überraschenden sechsten Tabellenplatz erreichte und in den Aufstiegs-Playoffs den Favoriten Leeds United ausschalten konnte. Erst im Finale verlor man gegen Aston Villa und verpasste damit den Aufstieg.

Lampard gilt als Förderer der Jugend. Mit Mount, Abraham, Pulisic, Tomori und James haben fünf Spieler unter 23 Jahren mehr als 1.000 Spielminuten in der Premier League sammeln können. Auch der freiwillige Verkauf von David Luiz zeigt dies. Lampard vertraute bereits im Sommer auf die jungen Zouma, Tomori und Andreas Christensen.

Als Spieler verbrachte er 13 Jahre bei den Blues, in denen er ebenso viele Titel gewinnen konnte, darunter drei Meisterschaften und 2012 die Champions League. Taktisch ist Lampard sehr flexibel. Drei Systeme wurden in dieser Saison regelmäßig gespielt, er passt das System gerne dem Gegner und dem zur Verfügung stehenden Spielermaterial an. Sein Lieblingssystem bleibt allerdings das 4-2-3-1, das er bereits bei Derby sehr erfolgreich spielen ließ.

Spielsystem - Lieblingssystem oder Reaktion auf die Reds?

Gegen Liverpool spielte Chelsea in allen drei bisherigen Spielen im 4-3-3. Da dies immer sehr gut funktionierte, ist davon auszugehen, dass dies auch am Mittwoch zur Anwendung kommen wird.

Billy Gilmour und N’Golo Kante werden im zentralen Mittelfeld sehr wahrscheinlich ausfallen, deshalb werden wohl Jorginho und Kovacic die beiden defensiveren Positionen einnehmen. Da Ross Barkley am Sonntag im FA-Cup-Spiel gegen Manchester United nicht im Kader stand, ist anzunehmen, dass er auf der offensiven Acht den Vorzug gegenüber Mount erhält.

Im Sturmzentrum war zuletzt Olivier Giroud gesetzt. Der erfahrene Franzose profitiert hierbei von einer anhaltenden Formschwäche Abrahams. Auf den Außen dürfte Pulisic wieder in die Mannschaft rotieren, der gegen Manchester United keine Einsatzzeit bekam. Auf der anderen Seite wird mit Willian der aktuell wohl wichtigste Spieler der Blues spielen.

Zur Taktik lässt sich sagen, dass man versucht, aus einer kompakten Grundordnung, in der auch die Außenspieler viel mitarbeiten müssen, nach Ballgewinnen - vornehmlich durch mannschaftlich geschlossenes Pressing - zügig mit möglichst wenigen Kontakten vor das gegnerische Tor zu kommen. Dieses System verlangt den Spielern körperlich sehr viel ab und ist durchaus mit dem System das Liverpool die ersten Jahre unter Klopp gespielt hat zu vergleichen.

Form: Gut aus der Pause gekommen

Die Form seit dem Restart ist durchaus positiv. In der Liga konnten fünf der sieben Spiele gewonnen werden, dazu konnte man sich im FA-Cup durch Siege gegen Leicester City und Manchester United ins Finale spielen. Dort geht man gegen Arsenal durchaus als Favorit ins Spiel und hat gute Chancen, direkt in der ersten Saison unter Lampard den ersten Titel zu holen.

Auch durch die schwächelnde Konkurrenz hat man es selbst in der Hand, sich für die Champions League zu qualifizieren, was in dieser Saison bereits ein großer Erfolg wäre. Da Leicester und Manchester United am letzten Spieltag gegeneinander spielen, reichen den Blues hierfür aus den beiden letzten Spielen drei Punkte.

Das große Plus des Teams von der Stamford Bridge ist vor allem im aktuell sehr eng getakteten Spielplan die Breite des Kaders. Nahezu jeder Spieler kann gleichwertig ersetzt werden, eine nominelle beste Elf existiert so nicht. Der einzige kaum zu ersetzende Spieler ist wohl Willian, vor allem aufgrund seiner Erfahrung.

Player To Watch: Christian Pulisic

Als Chelsea im Winter 2019 über 60 Millionen Euro nach Dortmund überwiesen, staunten die meisten nicht schlecht. Klar stand für die Blues eine Transfersperre bevor und es war absehbar, dass Hazard den Verein Richtung Madrid verlassen würde. In dieser Situation dennoch so viel Geld für einen Spieler auszugeben, der in Dortmund eher Ersatz für Jadon Sancho war, der in seinen Einsätzen gut, aber nicht herausragend war und der nur noch 18 Monate Vertrag hatte? Die einhellige Meinung war schnell klar, es handele sich um einen überteuerten Transfer.

Anfangs sah es auch in der Tat so aus. In den ersten neun Spielen in der Liga war Pulisic lediglich an zwei Treffern beteiligt und saß des Öfteren nur auf der Bank. Nach einem kurzen, nur drei Spiele andauernden Zwischenhoch ging es genauso schwach weiter. Zu allem Überfluss verletzte er sich auch noch Mitte Januar und fiel acht Spiele aus.

Nach der coronabedingten Pause jedoch war der US-Amerikaner wie verwandelt. In den sieben Ligaspielen war er an sechs Treffern beteiligt, in manchen Spielen trug er die Offensive Chelseas quasi allein. Addiert man dazu noch das Vermarktungspotential, dass er als mit Abstand bester Spieler der Vereinigten Staaten nun einmal mitbringt und die Tatsache, dass er immer noch erst 21 Jahre jung ist, muss man zu dem Schluss kommen, dass Chelsea Stand jetzt mit dem Transfer alles richtig gemacht hat.

Gegen Manchester United im Pokal wurde er geschont, da er leicht angeschlagen war, am Mittwoch dürfte er allerdings wieder mit von der Partie sein.

Prognose

Bei Chelsea kommt es rein auf die Tagesform an, was man von ihnen erwarten kann. An guten Tagen kann man fast jede Mannschaft schlagen, so geschehen zuletzt gegen Manchester City und Manchester United. An schlechten Tagen kommt es aber auch mal vor, dass sie gegen Abstiegskandidaten verlieren. Diese Schwankungen in der Form und die oft wackelige Defensive sorgen dafür, dass sie (noch) kein ernsthafter Kandidat für die Meisterschaft sind.

In einem einzelnen Spiel ist hingegen alles möglich. Die Reds müssen vor allem mit dem Pressing der Blues klarkommen. Hier gab es in den bisherigen Spielen große Probleme. Auch die schnellen Pässe hinter die Außenverteidiger können zu Problemen führen. Offensiv sollte man sich vor allem auf Standards konzentrieren. In den Top-5-Ligen ist lediglich Amiens SC, ein französischer Absteiger, anfälliger bei ruhenden Bällen.








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