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Der Burnley FC, der nächste Gegner des Liverpool FC in der Premier League, in der Analyse.
Photo credit: Michael Regan/Getty Images

Gegneranalyse: Burnley FC

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    10 Monat(e) vor



Analyse │ Am Donnerstag trifft der Liverpool FC am 18. Spieltags der Premier League auf den Burnley FC. Die Gegneranalyse der Redmen Family.

In Zeiten, in denen gefühlt jeder Spieler, der fünf gerade Pässe über zehn Meter spielen kann, einen zweistelligen Millionenbetrag zu kosten scheint, mutet es mehr als ungewöhnlich an, dass bei einem Premier-League-Team nach sieben Jahren Erstligazugehörigkeit der Rekordeinkauf immer noch bei lediglich 16,9 Millionen Euro liegt. Die Philosophie ist klar: Man holt selten Spieler mit großem Entwicklungspotential aus dem Ausland, sondern lieber Spieler, die sich bereits in England etabliert haben.

Kaum Veränderung im Kader

Im Sommer holte man lediglich einen Spieler. Dale Stephens (31) kam für knapp eine Million Euro aus Brighton. Der Mittelfeldspieler wurde auch nur geholt, da mit Jack Cork (31) ein Stammspieler im zentralen Mittelfeld die komplette Hinrunde ausfiel. Auch in Sachen Abgänge tat sich auf dem Transfermarkt sehr wenig. Außenbahnspieler Jeff Hendrick (28) verließ die Clarets bereits vor dem Restart und schloss sich im Sommer ablösefrei Newcastle United an. Auch Ersatzkeeper Joe Hart (33) verließ das Team ablösefrei, ihn zog es zu den Tottenham Hotspur.

Sean Dyche - Der Macher von Burnley

Sean Dyche (47) ist der dienstälteste Trainer der Liga. Bereits 2012 übernahm er den Verein. Damals war man ein klassischer Zweitligist. Dyche brachte eine Arbeitermentalität in den Verein, die sich inzwischen von oben bis ganz nach unten durchzieht. Jedem in Burnley ist bewusst, dass man eigentlich von den Voraussetzungen her nichts in dieser Liga verloren hat, umso mehr kämpft man darum und tut alles dafür, sich in der Liga halten zu können.

Durch seinen sehr defensiv und destruktiv geprägten Fußball wird Dyche trotz seiner Erfolge bei Burnley, inklusive einer Teilnahme an der Europa League 2018, kaum mit größeren Vereinen in Verbindung gebracht. Dies dürfte ihm allerdings auch ganz recht sein, so kann er in aller Ruhe arbeiten und Burnley Schritt für Schritt an die Möglichkeiten eines Premier-League-Vereins annähern.

Letzte Saison wurde vermehrt von Unstimmigkeiten zwischen Dyche und dem ehemaligen Besitzer Mike Garlick berichtet, da dieser ihm kaum Geld für Neuzugänge zur Verfügung stellte. Daher schien die Möglichkeit zu bestehen, dass Dyche nach dieser Saison zurücktritt. Am 1. Januar 2021 gab der Verein dann jedoch bekannt, dass Garlick seine Anteile an das amerikanische Investment-Konsortium ALK Capital verkauft hat. Unter den neuen Besitzern scheint in Zukunft deutlich mehr Geld zur Verfügung zu stehen, was einen Verbleib Dyches sehr wahrscheinlich macht.

Kick and Rush in Reinform

Das System Burnley ist schnell erklärt. Es wird in einem 4-4-2 gespielt mit zwei großen, wuchtigen Stürmern. Der Ball wird hoch Richtung dieser Stürmer geschlagen, die dann versuchen, die Bälle festzumachen. So haben die Clarets in dieser Saison erneut ligaweit die meisten langen Bälle gespielt. Setzt man das in Zusammenhang damit, dass Burnley insgesamt mit Abstand am wenigsten Pässe gespielt hat, wird die Häufung der langen Bälle noch gravierender.

So sind 20,6 % der Pässe von Burnley lange Bälle. Zum Vergleich: Bei Liverpool sind es nur 8,9 %. Daher wäre es für Liverpool-Trainer Jürgen Klopp (53) durchaus eine Überlegung wert, mit Nathaniel Phillips (23) in der Innenverteidigung zu beginnen, der seine Stärken ganz klar im Kopfballspiel hat. Gegen West Ham United (2:1) konnte Phillips beispielsweise den ebenfalls sehr kopfballstarken Sebastian Haller (26) nahezu komplett aus dem Spiel nehmen.

Auch Flanken sind daher logischerweise eine große Waffe der Clarets. Mit Dwight McNeil (21) hat man einen Spieler im Kader, der ligaweit die meisten Flanken aus dem Spiel schlägt. Bei Standards herrscht ebenfalls immer Gefahr, da Burnley auch Einwürfe in Strafraumnähe wie Flanken in den Strafraum bringt. Dabei wird gerne der Keeper des Gegners komplett zugestellt und teilweise fünf Spieler im gegnerischen Fünfmeterraum zugestellt.

Allmählich geht es bergauf

Der Saisonstart war besorgniserregend. Nach sechs Spielen stand Burnley bei einem Punkt, den ersten Sieg feierte man erst am achten Spieltag. In den folgenden sechs Spielen konnten die Clarets einen kleinen Lauf starten, elf Punkte in diesem Zeitraum waren die Folge. Dadurch konnte man sich im Abstiegskampf ein kleines Polster erarbeiten.

James Tarkowski - Abwehrchef mit lokaler Klausel

Zu Beginn seiner Zeit in Burnley musste sich James Tarkowski (28) noch hinten anstellen. Das Abwehrduo Ben Mee (31) und Michael Keane (28) war gesetzt. Und auch die Leistungen des aus Brentford gekommenen Tarkowskis waren, als er doch mal ran durfte, zu schwach. Als Keane dann 2017 zum Everton FC wechselte, war sich die Fachpresse einig, dass Burnley einen Fehler machen würde, ihn nicht extern zu ersetzen, sondern auf Tarkowski zu setzen.

Doch der Engländer entwickelte sich zu einem der stärksten Innenverteidiger der Liga. Er ist kein Edeltechniker, sein Spielaufbau ist unterdurchschnittlich, doch in nahezu allen Statistiken, die sich auf das Verteidigen konzentrieren, war Tarkowski auch in der letzten Saison wieder unter den Top Drei.

Ein Kuriosum gibt es zu dem 28-Jährigen auch noch zu berichten: Da Tarkowski in Manchester geboren ist und unbedingt einmal in seiner Heimatstadt Fußball spielen will, hat er sich bei seiner letzten Vertragsverlängerung eine Ausstiegsklausel für Nordwest-England einbauen lassen. Diese beträgt dem Vernehmen nach knapp 50 Millionen Euro. Diese muss jedoch aller Voraussicht nach gar nicht gezogen werden, sollte ein Team den Innenverteidiger verpflichten wollen. Denn sein Vertrag läuft 2022 aus, und Tarkowski ist aktuell nicht bereit, diesen zu verlängern.

Prognose

Hohe Bälle und harte Zweikämpfe. Das klingt nach dem Albtraum eines jeden Gegners. Und genau das ist Burnley auch. Die Clarets versuchen, das Spiel zu einem großen Teil auf Zufall basieren zu lassen. Für Liverpool heißt es, ruhig zu bleiben, vor allem die Mittelfeldspieler sind angehalten, um jeden zweiten Ball zu kämpfen. Die Stürmer dürfen nicht verzweifeln, wenn Keeper Nick Pope (28) auch mal den ein oder anderen eigentlich unhaltbaren Ball fängt. Denn der englische Nationalkeeper ist einer der besten Torhüter der Liga. Seine Stärken hat er vor allem auf der Linie und bei der Strafraumbeherrschung. Flanken dürften also eher wenig Erfolgsaussichten haben, man ist angehalten, sich durch die Mitte zu kombinieren.








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