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Die Mannschaft von Brighton & Hove Albion, der nächste Gegner des Liverpool FC.
Photo credit: Richard Heathcote/Getty Images

Gegneranalyse: Brighton & Hove Albion

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    4 Monat(e) vor



Am Mittwoch geht es für den Liverpool FC an die englische Südküste nach Brighton. Die Seagulls sind nach einem radikalen Stilwechsel quasi gerettet.

Bereits im Mai 2019 begann für Brighton ein ereignisreicher Sommer, als man sich von langjährigen Trainer Chris Hughton trennte und dafür Graham Potter einstellte. Dieser Wechsel auf der Trainerposition brachte einen radikalen Stilwechsel mit sich. Neben dem Trainer wurde auch im Kader einiges geändert.

Kader: Breit aufgestellt, aber auch stark genug?

Mit Neal Maupay, Adam Webster, Leandro Trossard und Aaron Mooy wurden gleich vier Spieler geholt, die sich inzwischen allesamt einen Stammplatz erkämpft haben. Während Mooy vom Absteiger aus Huddersfield zunächst geliehen und im Winter für sechs Millionen fest verpflichtet wurde, kosteten die anderen drei Spieler jeweils über 20 Millionen Euro. Außerdem kam mit Aaron Connolly ein sehr talentierter Stürmer von einer Leihe zurück, der ebenfalls regelmäßig zum Einsatz kommt.

Abgegeben wurde kein Spieler, der letzte Saison eine wirklich große Rolle spielte. Lediglich Florin Andone, Anthony Knockaert und Jürgen Locadia spielten überhaupt eine Rolle, diese wurden alle verliehen, um den Kader zu verkleinern. Im Winter wurde der Kader durch Leihen weiter verkleinert.

Im Winter kam mit Tariq Lamptey ein hochtalentierter Rechtsverteidiger, der auch als Rechtsaußen spielen kann, aus der Jugend des Chelsea FC. Dazu wurde Alexis McAllister von seiner Leihe aus Argentinien zurückgeholt.

Trainer: Graham Potter – Über Schweden in die Premier League

Graham Potter hat einen sehr ungewöhnlichen Weg hinter sich. Nach seiner aktiven Karriere wurde er während seines Studiums Trainer der Universitätsmannschaft, anschließend nahm er den Job des technischen Direktors der ghanaischen Frauennationalmannschaft an. 2010 ging er nach Schweden zu Östersunds FK, die er in siebeneinhalb Jahren aus der vierten Liga bis in die Europa League führte, wo man unter anderem Hertha BSC hinter sich lassen konnte und beim Arsenal FC gewinnen konnte.

Nach einer Saison bei Swansea City bekam er schließlich das Angebot von Brighton, die er am 20.05.2019 übernahm. Potter gilt als Anhänger des Ballbesitzfußballs. Selbst mit individuell unterlegenen Mannschaften versucht er nach Möglichkeit, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Das zeigte sich auch im Hinspiel, als Brighton an der Anfield Road 55,2 % Ballbesitz hatte, mehr als jede andere Auswärtsmannschaft in dieser Saison (Manchester City auf Platz zwei hatte 55,0 % Ballbesitz).

Wie sehr man Potter vertraut, sieht man daran, dass man bereits nach wenigen Monaten den Vertrag vorzeitig bis 2025 verlängerte.

System: Systemwechsel als Waffe

Das System ist durchaus variantenreich. Spielte man zu Beginn der Saison noch im 3-5-2, spielt man inzwischen eher im 4-4-2. Da man allerdings weiterhin mit drei Innenverteidigern, drei zentralen Mittelfeldspielern, zwei Außenbahnspielern und zwei Stürmern spielt, ist man sehr flexibel und wechselt auch im Spiel regelmäßig das System.

Was aber all diese Systeme gleich haben, ist der Fokus auf den eigenen Ballbesitz. In dieser Statistik steht man auf Platz sieben, vor Teams wie den Tottenham Hotspur oder den Wolverhampton Wanderers. Auch die sehr geringe Anzahl an Flanken zeigt, dass man versucht, einen passorientierten Weg vor das gegnerische Tor zu finden.

Das zeigt sich auch in der Aufstellung: Mit Glenn Murray sieht der kopfballstärkste und physischste Stürmer kaum Minuten, während mit Connolly und Maupay zwei kleine, technisch starke Stürmer die Stammspieler sind.

Allgemein zeigt sich immer mehr, dass es natürlich auch Verlierer unter den Spielern durch den Stilwechsel gibt. Shane Duffy, Pascal Groß, Murray, Dale Stephans und Martin Montoya, alle in den ersten beiden Jahren unumstrittene Stammspieler, sind mehr und mehr ins zweite Glied gerückt.

Form: Zu viele Punkte verschenkt, trotzdem inzwischen gerettet

Insgesamt läuft die Saison bisher zufriedenstellend. Man ist gegen nahezu jedes Team außerhalb der besten sieben Mannschaften die spielerisch bessere Mannschaft. Lediglich den Lohn dafür fährt man zu selten ein. Dadurch steckte man bis zuletzt im Abstiegskampf.

Seit dem Restart konnte man die Punkteausbeute dem spielerischen Niveau anpassen. In den vier Spielen gab es sieben Punkte, darunter einen Sieg gegen den Arsenal FC und ein Unentschieden gegen Leicester City. Durch den Sieg im letzten Spiel gegen Norwich City hat man nun neun Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, dazu das deutlich bessere Torverhältnis. Das, in Kombination mit dem schweren Restprogramm der drei sich aktuell auf den Abstiegsplätzen befindlichen Teams,  bedeutet quasi der Klassenerhalt für die Seagulls.

Player to watch: Lewis Dunk – Der Stolz Brighton's

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Lewis Dunk einer der besten Innenverteidiger der Liga ist. Bereits in den letzten Jahren war er nur sehr schwer zu überwinden. Auch dieses Jahr führt er seine Mannschaft in den meisten relevanten Statistiken in Sachen Verteidigung an (geblockte Schüsse, Ballgewinne, Klärungen mit dem Kopf). Besonders bemerkenswert ist hierbei auch, dass er noch keinen Fehler begangen hat, der zu einem Gegentreffer geführt hätte, und mit 16 Fouls auch kaum zu unfairen Mitteln greifen muss.

In dieser Saison hat er allerdings auch noch eine weitere Komponente in sein Spiel integrieren können, nämlich den Spielaufbau. Ging es die letzten beiden Jahre zumeist direkt lang und hoch auf nach vorne, hat Dunk in dieser Saison die achtmeisten Pässe der Liga gespielt und hat sich zu einem der besten Aufbauspieler der Liga entwickelt. Durch die letzten Jahre sind allerdings auch seine langen Pässe eine echte Waffe. So konnte er auf diesem Wege bereits zwei Vorlagen sammeln.

Dazu kommt noch, dass er auch in dieser Saison mit drei Treffern durchaus für Gefahr sorgen kann bei Standards. Besonders stolz sind die Fans der Seagulls auch, weil Dunk in Brighton geboren ist und seine gesamte Karriere im Verein verbracht hat. Im letzten Sommer war er bei Leicester City als Nachfolger für Harry Maguire im Gespräch, allerdings wollten die Foxes die geforderten 45 Millionen nicht zahlen.

Prognose:

Gegnern, die mitspielen möchten, sieht sich der LFC nur äußerst selten gegenüber. Umso mehr ist zu hoffen, dass es ein attraktives Spiel wird, da auf beiden Seiten der Siegesdruck weg ist. Vor allem auf die rechte Seite von Brighton mit Lamptey und Mooy muss man achten, die beiden haben bereits nach wenigen Spielen eine sehr gute Chemie entwickelt. Auch bei Standards ist Brighton nicht zu unterschätzen, Dunk und Webster haben als Innenverteidiger jeweils bereits drei Treffer erzielt.

 








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