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Photo credit: OLI SCARFF/Getty Images

Gegneranalyse: Brighton & Hove Albion

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    8 Tage vor



Am Samstag ist Brighton & Hove Albion zu Gast beim Liverpool FC. Die Gäste aus der Seebad-Stadt sind nach einem ereignisreichen Sommer bisher gut unterwegs. Eine Analyse aus Liverpooler Sicht.

Dieser ereignisreiche Sommer begann bereits im Mai, als man sich von langjährigen Trainer Chris Hughton trennte und dafür Graham Potter einstellte. Dieser Wechsel auf der Trainerposition brachte einen radikalen Stilwechsel mit sich. Neben dem Trainer wurde auch im Kader einiges geändert.

Kader: Breit aufgestellt, aber auch stark genug?

Mit Neal Maupay, Adam Webster, Leandro Trossard und Aaron Mooy wurden gleich vier Spieler geholt, die den Anspruch haben, in jedem Spiel eingesetzt zu werden. Während Mooy vom Absteiger aus Huddersfield geliehen wurde, kosteten die anderen drei Spieler jeweils über 20 Millionen Euro. Außerdem kam mit Aaron Connolly ein sehr talentierter Stürmer von einer Leihe zurück und soll in dieser Saison an die Mannschaft herangeführt werden.

Abgegeben wurde kein Spieler, der letzte Saison eine wirklich große Rolle spielte. Lediglich Florin Andone, Anthony Knockaert und Jürgen Locadia spielten überhaupt eine Rolle, diese wurden alle verliehen, um den Kader zu verkleinern.

Trainer: Graham Potter – Über Schweden in die Premier League

Graham Potter hat einen sehr ungewöhnlichen Weg hinter sich. Nach seiner aktiven Karriere wurde er während seines Studiums Trainer der Universitätsmannschaft, anschließend nahm er den Job des technischen Direktors der ghanaischen Frauennationalmannschaft an. 2010 gibt er nach Schweden zu Östersunds FK, die er in siebeneinhalb Jahren aus der vierten Liga bis in die Europa League führte, wo man unter anderem Hertha BSC Berlin hinter sich lassen konnte und beim Arsenal FC gewinnen konnte.

Nach einer Saison bei Swansea City bekam er schließlich das Angebot von Brighton, die er am 20.05.2019 übernahm.

Potter gilt als Anhänger des Ballbesitzfußballs. Selbst mit individuell unterlegenen Mannschaften versucht er nach Möglichkeit, den Ball in den eigenen Reihen zu halten.

Wie sehr man Potter vertraut, sieht man daran, dass man am Dienstag bereits nach wenigen Monaten den Vertrag bis 2025 verlängert hat.

System: Systemwechsel als Waffe

Das System ist durchaus variantenreich. Spielte man zu Beginn der Saison noch im 3-5-2, spielt man inzwischen eher im 4-4-2. Da man allerdings weiterhin mit drei Innenverteidigern, drei zentralen Mittelfeldspielern, zwei Außenbahnspielern und zwei Stürmern spielt, ist man sehr flexibel und wechselt auch im Spiel regelmäßig das System.

Was aber all diese Systeme gleich haben, ist der Fokus auf den eigenen Ballbesitz. Nur fünf Mannschaften haben mehr Pässe gespielt in dieser Saison. Auch die sehr geringe Anzahl an Flanken zeigt, dass man versucht, einen passorientierten Weg vor das gegnerische Tor zu finden. Das zeigt sich auch in der Aufstellung, mit Glenn Murray sieht der kopfballstärkste und physischste Stürmer kaum Minuten, während mit Connolly und Maupay zwei kleine, technisch starke Stürmer die Stammspieler sind.

Form: Zu viele Punkte verschenkt

Insgesamt läuft die Saison bisher zufriedenstellend. Man ist gegen nahezu jedes Team außerhalb der besten sieben Mannschaften die spielerisch bessere Mannschaft. Lediglich den Lohn dafür fährt man zu selten ein. Das liegt zum einen daran, dass man sich bereits zwei mal durch Platzverweise selbst geschwächt hat, zum anderen daran, dass man ebenfalls zwei mal in der Nachspielzeit entscheidende Gegentore bekommen hat. Insgesamt ist die Punktausbeute allerdings durchaus in Ordnung, man steht mit 15 Punkten im Tabellenmittelfeld.

Das Highlight der Saison war bis dato sicherlich das 3:0 gegen Tottenham, bei dem man auch spielerisch die deutlich bessere Mannschaft war.

Player to watch: Dan Burn – Innenverteidiger auf Abwegen

Dan Burn ist ein Kuriosum. Er ist 2,01 Meter groß und gelernter Innenverteidiger. Als solcher kam er 2018 aus Wigan in den Süden Englands. In seiner ersten Saison spielte er keine einzige Minute in der Premier League. Im Sommer gab es Gerüchte über einen Abgang. Potter überzeugte ihn vom Verbleib. Da er sich als einziger Linksfuß unter den Innenverteidigern durchaus Hoffnungen auf Spielzeit in der geplanten Dreierkette machen konnte, blieb er.

Und diese Spielzeit bekommt er auch. Mehr als er selbst wohl gedacht hätte. In der Premier League verpasste er bisher keine einzige Sekunde. Wäre das noch nicht ungewöhnlich genug, kommt noch hinzu, dass er seine Minuten seit dem Systemwechsel als linker Verteidiger abreißt. Und das mehr als ordentlich.

Denn wer denkt, dass er dann wohl ein rein defensiv denkender Linksverteidiger sei, der nur sehr selten die Mittellinie überquert, der täuscht sich. Burn glänzt regelmäßig mit Flankenläufen und beteiligt sich regelmäßig am Kurzpassspiel in der gegnerischen Hälfte. So schlägt er die drittmeisten Flanken des Teams und spielt die zweitmeisten „tödlichen Pässe“.

All dies funktioniert nur, weil er für seine Größe ungemein schnell ist und ein gutes Spielverständnis mitbringt.

Prognose:

Ein Gegner, der versucht mitzuspielen, der oftmals nur mit einem Außenspieler auf jeder Seite agiert und der anfällig in der Schlussphase ist? Klingt nach dem perfekten Gegner für Liverpool. Zumal Brighton bisher auswärts deutlich schwächer auftritt als zu Hause. Auswärts bei den Big Six holte Brighton allgemein erst einen Punkt seit dem Aufstieg vor 2 ½ Jahren, was auch nicht gerade für sie spricht.








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  Premier League   saison 19/20   Brighton & Hove Albion  


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