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Aston Villa, der nächste Premier League-Gegner des Liverpool FC, in der Analyse.
Photo credit: Peter Powell/55878774 via Imago

Gegneranalyse Aston Villa: Starke Defensive und vorne fehlt der Schlüsselspieler

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    6 Monat(e) vor



Analyse | Am Samstagnachmittag empfängt der Liverpool FC am 31. Spieltag der Premier League Aston Villa. Die Gegneranalyse der Redmen Family:

Nach dem mehr als knappen Klassenerhalt im letzten Jahr scheint sich die Mannschaft inzwischen in der Premier League etabliert zu haben.

Im Sommer wurden die Problemzonen gut analysiert und nahezu vollständig geschlossen. Mit Emiliano Martinez (28) vom Arsenal FC kam ein neuer Torwart. Grund war, dass der Stammtorwart der letzten Saison, Tom Heaton (34), sich Anfang Januar 2020 das Kreuzband riss und dadurch auch in der Hinrunde 2020/21 verletzungsbedingt fehlte.

Clevere Einkaufspolitik in Birmingham

Mit Matty Cash (23) kam ein Spieler aus Nottingham, der auf den Außenbahnen sowohl offensiv als auch defensiv nahezu auf jeder Position spielen kann. Bisher wird er als Rechtsverteidiger eingesetzt, sollte Not am Mann sein, kann er allerdings auch nach links wechseln oder eine Position nach vorne rücken. In Bertrand Traore (25) kam ein Flügelspieler aus Frankreich von Olympique Lyon. Der Franzose war nach zwei starken Jahren in der letzten Saison lediglich Ergänzungsspieler, auch deshalb war es den Villans überhaupt möglich, ihn zu verpflichten.

Außerdem gewann man das Rennen um einen der begehrtesten Spieler der Championship, Ollie Watkins (25). Der Stürmer kam aus Brentford und soll Kapitän Jack Grealish (25) offensiv entlasten. Auch für diese Verpflichtung war eine Verletzung mitentscheidend, Wesley (24) fiel in der letzten Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses lange aus und fand danach nie wieder zu seiner vorherigen Form. Dazu konnte noch Mittelfeldspieler Ross Barkley (26) vom Chelsea FC für eine Saison geliehen werden.

Abgegeben wurde kein wirklich relevanter Kaderspieler. Nachdem man im letzten Jahr ein Transferminus von über 150 Millionen Euro hatte und damit weltweit auf Platz zwei in Sachen Transferminus lag, hieß es auch in diesem Jahr „Nicht kleckern, sondern klotzen“. Die vier Neuzugänge kosteten insgesamt über 80 Millionen Euro, womit man auch in diesem Sommer wieder ganz oben mit dabei ist, wenn es um das Minus auf dem Transfermarkt geht.

Im Winter schlug man dann noch einmal zu. Morgan Sanson (26) kam für knapp 17 Millionen Euro aus Marseille. Der zentrale Mittelfeldspieler kann sowohl auf der Doppelsechs als auch im offensiven Mittelfeld agieren.

Tempo und defensive Stabilität

Im 4-2-3-1 versucht man, im eigenen Ballbesitz möglichst schnell das Mittelfeld zu überbrücken. Vor allem dadurch, dass mit Watkins in dieser Saison kein bulliger, sondern vielmehr ein schneller, wendiger Spieler im Sturmzentrum spielt, hat die Spielweise von hohen hin zu flachen Bällen in den Lauf verändert. Der Fixpunkt der Offensive war lange Zeit Grealish. Der englische Nationalspieler agierte im linken offensiven Mittelfeld, nahezu jeder Angriff lief über seine Seite. 18 Torbeteiligungen in 22 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Nicht wenige haben in ihm den Spieler der Saison gesehen.

Seit Mitte Februar fehlt Grealish jedoch verletzt. Muskuläre Probleme im Oberschenkel machen ihm zu schaffen. Ob der in Birmingham geborene Kapitän der Villans in dieser Saison noch einmal auf den Platz zurückkehren kann ist unklar. Eigentlich war geplant, dass er nach der Länderspielpause wieder ins Mannschaftstraining einsteigt. Dann gab es jedoch Komplikationen, der Wiedereinstieg verzögert sich weiter.

Defensiv steht die Mannschaft exzellent. Nach Manchester City (21) und dem Chelsea FC (30) stellt man mit 31 Gegentreffern die drittbeste Abwehr der Liga. Die Innenverteidiger Tyrone Mings (28) und Ezri Konsa (23) sind inzwischen extrem eingespielt, beide sind Kandidaten für einen Platz im EM-Kader der Engländer. Gleiches gilt für die beiden Außenverteidiger. Matt Targett (25) galt in seiner Zeit in Southampton als großes Versprechen für die Zukunft, dieses löst er in Birmingham immer mehr ein. Mit Cash hat die Mannschaft von Dean Smith einen weiteren Glücksgriff im vergangenen Sommer getätigt.

Was besonders heraussticht ist neben der Qualität auch, dass alle vier Verteidiger selten ausfallen. Cash war Anfang des Jahres für fünf Spiele verletzt, die anderen drei Spieler fehlten bisher zusammen drei Spiele. Diese Eingespieltheit hilft gerade in dieser eng getakteten Saison ohne viele Trainingsmöglichkeiten enorm.

Grealishs Ausfall kann nicht kompensiert werden

Wirklich kompensieren kann man den Ausfall von Grealish verständlicherweise nicht. In den sieben Spielen ohne Grealish konnte die Mannschaft nur sechs Tore erzielen, drei davon im letzten Spiel gegen den Fulham FC (3:1). Durch die starke Defensive, die im gleichen Zeitraum auch nur sieben Gegentore erlaubte, konnten die Birminghamer immerhin acht Punkte generieren. Das reicht, um auf Platz neun und damit in der oberen Tabellenhälfte zu stehen.

Sogar die Europa League wäre theoretisch mit fünf Punkten Rückstand und noch einem Nachholspiel im Bereich des Möglichen. Da sich der Ausfall von Grealish jedoch länger hinzieht als zunächst gedacht und auch sein in der Hinrunde kongenialer Partner Barkley sein Leistungshoch nicht halten konnte, wird es für die Villans den Rest der Saison darum gehen, einen sicheren Mittelfeldplatz zu halten und die eigenen Talente weiterzuentwickeln.

Dean Smith - Villa-Fan durch und durch

Trainer Dean Smith (50) ist ein waschechter Brummie. Im Vorort West Bromwich geboren und aufgewachsen, wurde er sehr schnell ein Fan der Villans. In seiner Jugend war das Team fester Bestandteil der ersten Liga und spielte regelmäßig um die Meisterschaft mit (zweimal Vizemeister zwischen 1990 und 1993).

Es hält sich sogar hartnäckig das Gerücht, er habe als Junge die Sitze im Stadion geputzt. Auch wenn dies wohl nicht stimmt, zeigt allein die Hartnäckigkeit, mit der sich das Gerücht hält, wie verbunden er dem Verein ist.

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang sicherlich auch John Terry (40), der als Co-Trainer fungiert. Er hat einen sehr guten Draht zu den Spielern und gilt als eine Art Vaterfigur. Der ehemalige Innenverteidiger Chelseas soll das Team auch in schweren Phasen zusammenhalten.

Und auch der zweite Co-Trainer, Craig Shakespeare (57), ist nicht zu unterschätzen. Der in Birmingham geborene Shakespeare hat bereits einiges an Erfahrung gesammelt, unter anderem war er Assistent von Claudio Ranieri (69), als dieser Leicester City zur unerwartetsten Meisterschaft in der Geschichte des Fußballs geführt hat.

Prognose

Offensiv sind die Villans ohne Grealish nur noch ein Schatten ihres früheren Niveaus. Defensiv hingegen ist die Mannschaft immer noch mehr als stabil, Martinez hat die starke Endphase der letzten Saison bestätigen können und ist einer der besten Keeper dieser Premier-League-Saison.


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Die Mannschaft von Smith wird daher gegen Liverpool wohl sehr tief verteidigen, jedoch auch immer wieder situativ hoch pressen und dabei die Physis, die nahezu alle Spieler mitbringen, ausspielen. Der LFC muss extrem aufpassen, den Gästen keine Pressing-Angebote zu unterbreiten.








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