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Photo credit: Michael Regan/Getty Images

Gegneranalyse: Everton FC

Analyse

  • Autor Lukas Heigl
    4 Tage vor



Am Mittwoch empfängt man den blauen Rivalen aus der eigenen Stadt, den Everton FC. Die Toffies versuchen seit Jahren, die Phalanx der Big Six anzugreifen. Ob es ihnen dieses Jahr gelingen kann und was die Reds erwartet, erfahrt ihr hier. Eine Analyse:

Seit Jahren versucht der Verein, sich als ernsthafter Konkurrent um die internationalen Plätze zu positionieren. Dies versucht man vor allem mit teuren Transfers. Allerdings vergisst man dabei regelmäßig, dass eine Mannschaft auch zusammenwachsen muss, was im blauen Teil Liverpools durch die Vielzahl an Transfers jeden Sommer nur schwer möglich ist.

Kader: Viele potentielle Stammspieler, kaum Topniveau

Auch diesen Sommer holte man sich wieder einige vielversprechende Spieler dazu. Alex Iwobi kam von Arsenal, Fabian Delph von Manchester City. Jean-Philippe Gbamin kam aus Mainz und sollte den nach Paris abgewanderten Idrissa Gueye im defensiven Mittelfeld ersetzen. Außerdem konnte Andre Gomes nach seiner Leihe fest verpflichtet werden, mit Djibril Sidibe konnte ein neuer Rechtsverteidiger mit Kaufoption geliehen werden. Der vermeintliche Toptransfer war der von Moise Kean. Der Teenager kam für fast 30 Millionen Euro aus Turin und gilt als eines der größten Sturmtalente der Welt.

Abgegeben hat man neben dem bereits erwähnten Gueye lediglich bereits verliehene Spieler oder Spieler, die kaum eine Rolle gespielt haben im letzten Jahr. Daher waren sich die meisten Experten im Sommer einig, dass der Kader stärker ist als im Vorjahr und man die 12 Punkte, die man Rückstand auf Platz sechs hatte, durchaus gut machen könne.

Trainer: Marco Silva - der perfekte Feuerwehrmann, aber auch eine langfristige Lösung?

Letzte Saison 22 Punkte nach 13 Spielen mit Everton, im Jahr davor 21 Punkte nach 13 Spielen mit Watford FC, im Jahr davor in seinen ersten elf Spielen 17 Punkte bei Hull City. Man kann also durchaus sagen, dass Silva sehr gut in seine jeweiligen Stationen in England gestartet ist.

Das Problem ist, dass dieser gute Start bisher nirgends konserviert werden konnte. Bei Hull holte er aus den letzten sieben Spielen nur noch vier Punkte, bei Watford aus den folgenden elf Spielen nur fünf Punkte. Und auch bei Everton ist die Bilanz nach dem guten Start verheerend, in 38 Spielen konnten lediglich noch 49 Punkte eingefahren werden. Mit dieser Punkteausbeute wäre man in den letzten fünf Jahren in der Premier League im Schnitt auf dem zehnten Platz gelandet und weit weg von dem eigentlichen Ziel, die großen Teams anzugreifen.

Inzwischen gibt es vermehrt Gerüchte, nach denen Silva bald entlassen wird, sollten die Ergebnisse nicht besser werden. Der Sieg gegen Southampton war für Silva überlebenswichtig, hätte man dieses Spiel nicht gewonnen, hätte er die Länderspielpause wohl nicht mehr als Trainer bei Everton erlebt.

System: Massives Abwehrbollwerk in Anfield

Für gewöhnlich lässt Silva in einem 4-2-3-1 spielen. Hierbei stehen die Außenverteidiger sehr offensiv, vor allem Lucas Digne auf links schaltet sich immer wieder in den Angriff mit ein. Seine Flanken sind sehr präzise, was ihn auch zum etatmäßigen Freistoßschützen von Everton macht. Im defensiven Mittelfeld spielt für gewöhnlich ein eher defensiv orientierter Spieler (Delph oder Morgan Schneiderlin) neben einem offensiv denkenden Spieler (Gomes oder Tom Davies). Somit kann das System situativ auch zu einem 4-1-4-1 werden.

In der Regel versucht man durchaus, spielerische Ansätze zu zeigen. Wenn man das Spiel der vergangenen Saison in Anfield als Maßstab heranzieht, dürfte man im Derby allerdings einen eher defensiven Ansatz wählen, in dem die offensiven Szenen eher über schnelles Umschalten als über Ballbesitzphasen zustande kommen sollen. Damals hatte Liverpool über 70% Ballbesitz, allerdings hatte auch Everton vor allem in Halbzeit eins ebenfalls einige gefährliche Szenen.

Im letzten Spiel bei Leicester City spielte man zum ersten mal in dieser Saison mit drei Innenverteidigern in einem 5-4-1. Dies war vor allem der Tatsache geschuldet, dass kein gelernter defensiver Mittelfeldspieler zur Verfügung stand. Da dies allerdings 70 Minuten sehr gut funktionierte, könnte diese Aufstellung durchaus auch am Mittwoch zur Anwendung kommen.

Form: Länderspielpausen als Fluch und Segen

Nachdem es zu Saisonbeginn sehr gut lief mit sieben Punkten aus vier Spielen, kam mit der ersten Länderspielpause ein Bruch. Zwischen der ersten und der zweiten Länderspielpause verlor man alle vier Spiele. Seit der zweiten Länderspielpause läuft es wieder deutlich besser. In den vier Spielen bis zur dritten Pause konnte man wieder sieben Punkte holen.

Auch die letzte Läderspielpause änderte den Trent wieder komplett. Die beiden Spiele gegen Norwich und in Leicester gingen verloren. Bleibt alles im Rhythmus, braucht Liverpool sich also keine Sorgen machen.

Player to watch: Mason Holgate - Legitimer Nachfolger von Jagielka?

Holgate hatte es die letzten Jahre nicht leicht. Er gilt als Riesentalent, konnte es allerdings viel zu selten zeigen. Zur letzten Rückrunde wurde er dann in die zweite Liga zu West Bromwich Albion verliehen. Dort konnte er sich in kürzester Zeit als Stammspieler etablieren, allerdings als Rechtsverteidiger. Nach der Rückkehr war die Frage, ob er sich auch bei Everton in die Mannschaft spielen könne und wenn ja, auf welcher Position.

Diese Frage dürfte inzwischen geklärt sein. Nachdem er in den ersten Spielen kaum zum Einsatz kam, durfte er die letzten drei Spiele vor der letzten Länderspielpause starten. Hierbei wurde er zuletzt dem Nationalverteidiger Michael Keane vorgezogen.

Seine Stärken liegen in der Spieleröffnung. Er ist nicht darum verlegen, auch einmal mit nach vorne zu gehen, hat ein hervorragendes Auge für die Mitspieler und auch die nötige Technik, die entscheidenden Pässe zu spielen. Auch ist er für seine Größe von 1,87 Meter recht schnell. Schwächen hat er vor allem im Stellungsspiel, hier sieht man ihm seine fehlende Erfahrung noch deutlich an. Mit wachsender Erfahrung kann Holgate zu einem Innenverteidiger moderner Schule werden und zu dem Abwehrchef, den Everton seit Jahren sucht.

Prognose

Everton wird Liverpool den Ball überlassen, in Phasen jedoch auch sehr hoch pressen. Daher wird es sehr wichtig sein, im Spielaufbau sauber zu agieren, um Everton möglichst selten in Pressingsituationen kommen zu lassen. Ebenfalls sollte man Standardsituationen vermeiden. Everton ist nach Liverpool die Mannschaft mit den meisten Kopfballtoren, was vor allem an den stark getretenen Standards von Digne und Gylfi Sigurdsson liegt.

Offensiv sollte man versuchen, die nicht immer einwandfreie Abstimmung zwischen den Innenverteidigern und den defensiven Mittelfeldspielern auszunutzen. Hier sind vor allem die beiden zentralen Mittelfeldspieler und Roberto Firmino gefragt, immer wieder in diese Zwischenräume zu stoßen und aus diesem Bereich heraus gefährliche Situationen zu erzeugen.








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