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Jürgen Klopp vom Liverpool FC kritisierte die Fernsehsender Sky Sports und BT Sport.
Photo credit: Laurence Griffiths/Pool/AFP via Getty Images

Es interessiert euch nicht - Klopp teilt gegen Fernsehsender aus

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  • Autor Richard Köppe
    13 Monat(e) vor



Jürgen Klopp holte nach dem Sieg gegen Leicester zum Rundumschlag gegen die Fernsehsender Sky und BT Sport aus.

Nach dem überzeugenden 3:0-Sieg am Sonntagabend im Topspiel gegen Leicester City sollte Jürgen Klopp eigentlich wenig Gründe dafür haben, negativ gestimmt zu sein. Doch der Trainer des Liverpool FC war sichtlich erzürnt. Denn erneut musste er beim Premier League-Spiel auf mehrere verletzte Spieler wie Joe Gomez oder Jordan Henderson verzichten, erneut verletzte sich mit Naby Keïta ein weiterer seiner Schützlinge während eines Spiels.


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Die Verantwortlichen sind laut Klopp schnell gefunden: Im Post-Match-Interview kritisierte der LFC-Trainer erneut die britischen Fernsehsender Sky und BT Sport, die die Übertragungsrechte der Premier League in Großbritannien besitzen. Seiner Meinung nach setzen die Sender gemeinsam mit der Premier League die Spiele nicht zum Wohle der Spieler an:

"Es ging dabei nie um uns, als ich damals darüber geredet habe, sondern nur um die Spieler. Es geht um die Spieler in England, es geht um die Spieler, die in den Europapokalen spielen. Wenn ihr nicht anfangt, mit BT Sport und Sky darüber zu reden, sind wir alle erledigt", sagte Klopp.

Klopp sieht die Gesundheit der Spieler in Gefahr

Auslöser dieser Worte ist unter anderem die ungünstige Terminierung der Spiele des Liverpool FC in dieser Woche. Nach dem Sonntagabendspiel gegen Leicester empfangen die Reds Atalanta Bergamo am Mittwochabend in Anfield. Keine drei Tage später muss Liverpool in der Premier League am Samstagmittag nach Brighton reisen.

"Sky und BT müssen miteinander reden, denn wenn wir weiterhin am Mittwoch und am Samstag um 12.30 Uhr spielen müssen, bin ich mir nicht sicher, ob wir die Saison mit elf Spielern beenden können - das gilt für alle Top 6- oder Top 7-Vereine."

Vergangenen Monat äußerten sich bereits Ole Gunnar Solskjaer, Jose Mourinho und Pep Guardiola kritisch über den Spielplan der aktuellen Saison. Klopp machte ebenfalls deutlich, dass er keine Ausreden in dieser Thematik vonseiten der Fernsehsender  mehr duldet und stellt das Wohl der Spieler an oberster Stelle.

Klopp: "Es ist nur eine Entscheidung in einem Büro"

"Ich weiß euch (die Fernsehsender d.R.) interessiert das nicht und das ist das Problem. Wir haben es lange genug ausdiskutiert und nichts ist dabei herumgekommen. Jeder sagt mir wie schwierig es ist, hier ist es schwierig, da ist es schwierig, aber es ist nur wirklich schwierig für die Spieler - das ist schwierig, der Rest ist nur eine Entscheidung an einem Schreibtisch in einem Büro."

"Es geht dabei nicht um uns, ich möchte diese Dinge gerne in Ruhe ausdiskutieren, aber das Problem ist, dass was immer ich auch sage mit 'er redet über Liverpool' gekontert wird. Ich rede nicht über Liverpool, ich spreche über alle Fußballspieler da draußen", machte Klopp nochmals klar.

Klopp soll mehr rotieren - doch wen?

Der LFC-Coach ging ebenso auf den Vorwand ein, dass er seine Mannschaft nicht genügend rotiere. Anders als in den anderen europäischen Ligen sind in der Premier League nur drei Wechsel pro Spiel erlaubt. Gegen Leicester wechselte Klopp nach dem  Keïta-Wechsel erst in der 89. Minute aus. "Manche Leute sagen, wir sollen rotieren, aber wen? Wir haben einige Offensivspieler, aber der Rest sind Kinder. Wir kämpfen mit allem, was wir haben, aber wenn wir nicht anfangen zu reden, werden wir sehen, was passiert."

Die Folgen sind bereits jetzt deutlich zu sehen. Derzeit fehlen Virgil van Dijk und Joe Gomez für große Teile der Saison. Alex Oxlade-Chamberlain hat aufgrund einer Verletzung kein Spiel bestritten. Mit Thiago Alcântara, Trent Alexander-Arnold, Jordan Henderson, Naby Keïta und bis vor kurzem auch Fabinho und Alisson Becker muss beziehungsweise musste Klopp fast immer auf eine große Anzahl an Schlüsselspielern verzichten.

Dazu kommen noch immer wiederkehrende kleinere Probleme bei Spielern wie Joel Matip oder Xherdan Shaqiri oder COVID-19-Infektionen wie zuletzt bei Mohamed Salah hinzu. Durch die verkürzte Vorbereitung hatten die Klubs auch weniger Zeit, das nötige Fitness-Level für die Saison aufzubauen. Zwischen den Spielen haben die Spieler kaum Zeit, diese wieder aufzubauen, geschweige denn sich von den vorherigen Spielen zu erholen.

"Mittwoch und Samstag um 12.30 Uhr ist ein Übertragungsproblem und nichts anderes", sagte Klopp. "Leute sagen mir, wenn wir das ändern wollen brauchen wir ein Shareholder-Meeting. Wofür denn bitte? Wir haben zwei Teams die am Dienstagabend Champions League spielen und zwei am Mittwoch, dann haben wir die Teams die am Donnerstag Europa League spielen."

"Weil Sky die erste Begegnung aussucht, nimmt BT anschließend uns dran und wir spielen am Mittwoch gegen Atalanta und dann am Samstag um 12.30 Uhr gegen Brighton. Es ist ein frühes Weihnachtsgeschenk. Wir werden am Zittern sein, wenn wir da ankommen. Ich ziehe es in Betracht, ihnen die Punkte zu geben. So sieht es aus!"

Klopp: "Die Welt hat sich verändert!"

Als wäre Klopp mit seinen Worten nicht deutlich genug, wird er später im Interview mit Sky noch deutlicher. Als Moderator Geoff Shreeves den Deal zwischen den Fernsehsendern und der Premier League erwähnt, richtet Klopp erneut scharfe Worte der Kritik an die Übertragungsanstalten.

"Wenn mir jemand wieder mit den Verträgen kommt, drehe ich durch. Denn diese Verträge wurden nicht für eine COVID-Saison gemacht. Wir müssen uns anpassen. Alles verändert sich, aber bei den Verträgen mit den Fernsehsendern heißt es weiterhin: 'Wir haben das ausgemacht, deswegen bleibt es so'. Wie bitte? Alles hat sich verändert! Die Welt hat sich verändert."

Ob die Fernsehsender Klopps Worten tatsächlich Taten folgen lassen, scheint weniger realistisch. Wie bereits beim gescheiterten Pay-per-View-System zu sehen war, scheint der eigene Profit die Interessen der Vereine und die Sorge um die Qualität des Premier League-Fußballs zu überwiegen.





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