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Liverpool in der Champions League gegen Atletico Madrid - Redmen Family Germany Liverpool Fans Deutschland
Photo credit: Getty Images

Coronavirus in Liverpool: Wut und Ärger über Atletico-Fans in Anfield

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  • Autor Redmen Family
    7 Tage vor



Viele Liverpooler-Fans und Politiker der Kommune sind sauer, dass trotz der Warnungen und bekannten Gefahren 3000 Menschen aus Madrid nach Liverpool reisen durften und in Anfield reingelassen wurden.

Wie "The Guardian" berichtet herrscht mittlerweile starker Unmut über die Politik im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. Kurz zuvor wurde die Stadt Madrid zu einem der Hot-Spots der Coronavirus-Ausbreitung benannt. Die spanische Liga richtete einen Tag zuvor schon die ersten Geisterspiele aus. In Englands Politik verfolgte man den Ansatz der "Herdenimmunität", von dem die Regierung mittlerweile absieht.

 

 

Aus sportlicher Sicht war es ein Privileg am 11. März vor Ort gewesen zu sein. European Nights in Anfield, Flutlicht, restlos ausverkauft und über weite strecken eines der besten Spiele der Saison von Liverpool. Es war laut, die Stimmung aufgeheizt und das Spiel war an Dramatik kaum zu überbieten. Die Reds verloren am Ende überraschen mit 2:3 und verabschiedeten sich aus der Champions League. Es war Englands letztes großes Fußballspiel für eine sehr lange Zeit.

Aus gesundheitlicher Sicht scheint nun klar zu sein, dass es kein Privileg war an diesem Abend in Anfield gewesen zu sein. Massives Unverständnis macht sich mittlerweile in der Fanszene von Liverpool breit. Wie kann eine Regierung so fahrlässig, langsam und gefährdend handeln? Am Ende der Krise muss man fragen, wie man ein Großevent mit 54.000 Menschen plus den vielen feiernden Menschen in den Pubs überhaupt stattfinden lassen, wenn kurz vorher die Welt-Gesundheitsorganisation die Ausbreitung als Pandemie betitelte und die Folgen für die Bevölkerung klar waren?

 

 

Erst fast zwei Wochen später wurden die ersten lockeren Ausgangssperren von der Regierung festgelegt. In einem Interview beschreibt der ehemalige Regionaldirekt der öffentlichen Gesundheit, Prof. John Ashton, die Strategie als "erbärmlich". Sie seien nicht in der Lage gefährdete Menschen zu beschützen. Er selbst habe zwar eine Dauerkarte, entschied sich allerdings an dem Abend nicht ins Stadion zu gehen.

Für den Professor ist klar, dass einige unter den 3000 Anhängern "Covid-19 in sich trugen und es deshalb zu einem Ausbruch kommen konnte". Das war "politisch nachlässig".

Ahston ist in Liverpooler Kreisen bekannt. Er war damals einer der Helden bei der Hillsborough-Katastrophe am 15. April 1989, als bei dem Gedränge in der Leppings Lane  96 Menschen ums Leben kamen. Er war als Fan vor Ort und versuchte als Arzt bei den Rettungsaktionen zu helfen. Ashton war damals außerordentlich kritisch und beschrieb die Reaktionen der Polizei als "bedauerlich unzulänglich". Die Untersuchungen gaben ihm 27 Jahre später recht.

 

 

"Ich fand es entsetzlich, dass die Anhänger von Madrid in die Stadt kommen, sich in den Kneipen, Restaurants, Hotels und öffentlichen Verkehrsmitteln unter die Leute mischen und das Virus möglicherweise auf viele Menschen übertragen konnten, während ihre eigene Stadt zu einem wichtigen europäischen Hotspots der Pandemie wurde." wird Dan Wakefield zitiert. Er selbe gehört mit seiner Krankheit zu der Risikogruppe.

Joe Blott, der Vorsitzende der Liverpooler Vereinigung "Spirit of Shankly" sagte, er habe den Verein bereits vor dem letzten Heimspiel gegen Bournemouth gefragt, wie der Verein mit der Situation umgehen werde. Liverpool folge wie alle anderen britischen Fussballklubs dem Rat der Regierung, die nach wie vor davon ausgeht, dass Massensportveranstaltungen nur ein geringes Risiko darstellen.

 

 

Die Spiele wurden noch für das folgende Wochenende angesetzt, bis die Premier League und die EFL selbst beschlossen, die Spiele zu verschieben, momentan bis Ende April/Anfang Mai.

Mittlerweile befindet sich Liverpool, sowie ganz England in einer ähnlichen Quarantäne wie in Deutschland, mit einigen Ausnahmen bezüglich bestimmter Unternehmen. Staatliche Einrichtungen wie Universitäten und Schulen, gefolgt von Kneipen, Restaurants, Fitnessstudios, Kinos, Theatern und Museen sind geschlossen. Weitesgehend halten sich die meisten Unternehmen dran. In Liverpool steigt gerade die Rate der bekanntgewordenen Infizierten leicht.





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