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FC Liverpool, Liverpool FC, Aston Villa, Jürgen Klopp
Photo credit: Photo by Catherine Ivill/Getty Images

Gegneranalyse: Aston Villa

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  • Autor Lukas Heigl
    23 Monat(e) vor



Mit Rekordausgaben zum Klassenerhalt? Am Samstag geht es für den Liverpool FC nach Birmingham zu Aston Villa. Der Aufsteiger machte im Sommer vor allem durch teure Transfers auf sich aufmerksam. Ob sich diese gelohnt haben oder ob man Fulham 2.0 ist, erfahrt ihr hier.

Kader: Den Kader verjüngt und das Leihsystem durchbrochen

Der Aufstieg wurde in großen Teilen auf dem Rücken von Leispielern erreicht. Daher galt es vor allem, diese zu halten oder adäquat zu ersetzen.

Dies gelang sehr gut. Tyrone Mings, Anwar El Ghazi und Kortney Hause konnten fest verpflichtet werden. Dazu konnte Wesley als Nachfolger für Tammy Abraham geholt werden.

Zusätzlich konnte mit Matt Targett, Ezri Konsa und Björn Engels die Defensive verstärkt werden. Durch Douglas Luiz und Marvelous Nakamba konnte man das stark überalterte Mittelfeld verjüngen. Dazu kamen mit Trezeguet und Jota Spieler für die Außenbahn und mit Tom Heaton ein neuer Stammtorwart.

Insgesamt machte man im Sommer ein Transferminus von fast 150 Millionen Euro, womit man in der Premier League Geschichte auf Platz sechs steht bei der Frage, wer in einem Sommer das größte Transferminus gemacht hat. Europaweit machte lediglich Real Madrid diesen Sommer mehr Transferminus.

Taktik: Wucht und Konter

Bei Villa weiß man - im Gegensatz zu den beiden letzten Liga-Spielen - ganz genau, was einen erwartet. Ein 4-1-4-1 mit einem sehr kampfstarken Mittelfeld und einem bulligen Stürmer. Das Team ist inzwischen eingespielt, lediglich gegen Manchester City gab es zwei Änderungen, davor spielte die selbe Elf drei Spiele zusammen.

Defensiv ist man vor allem bei Flanken anfällig, fünf der letzten sieben Gegentore fielen nach Flanken. Hier ist vor allem Björn Engels als Schwachstelle zu nennen in der Innenverteidigung. Außerdem lassen sich die Außenverteidiger zu leicht überspielen. Für die Außenverteidiger von Liverpool heißt es also wieder einmal flanken was das Zeug hält.

Nach vorne spielt man gerne über lange Bälle, die Wesley dann auf die nachrückenden Mittelfeldspieler ablegen soll. Dass Wesley hierbei kein Kind von Traurigkeit ist, sieht man daran, dass er bisher ligaweit die meisten Fouls begangen hat.

Eine spielerische Lösung versucht man eher selten zu finden. Das zeigt sich auch daran, dass lediglich Newcastle United und Burnley weniger Pässe gespielt haben in dieser Saison.

Trainer: Dean Smith - Villa Fan durch und durch

Er übernahm letzte Saison nach einem misslungenen Saisonstart am 13. Spieltag. Vor allem die Stabilisierung der Defensive machte er sich zur Aufgabe. Bekam man in den ersten 12 Spielen noch 20 Gegentore, waren es in den folgenden 34 Spielen lediglich 41. Da es offensiv auch gut lief, konnten ab Zeitpunkt der Übernahme lediglich Norwich City und Sheffield United mehr Punkte holen, man erreichte die Championship Playoffs und stieg schließlich auf.

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, er habe als Junge die Sitze im Stadion geputzt. Auch wenn dies wohl nicht stimmt, zeigt alleine die Hartnäckigkeit, mit der sich das Gerücht hält, wie verbunden er dem Verein ist.

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhand sicherlich auch John Terry, der als Co-Trainer fungiert. Er hat einen sehr guten Draht zu den Spielern und gilt als eine Art Vaterfigur, der das Team auch in schweren Phasen zusammen halten soll.

Form: Solide, oder?

Insgesamt ist man für einen Aufsteiger solide in die Saison gestartet. Vor allem zu Hause hat man mit acht Punkten aus fünf Spielen eine starke Bilanz. Allerdings kam noch kein Topteam nach Birmingham, die bisherigen Begegnungen gegen diese wurden alle verloren, man bekam jeweils drei Gegentreffer.

Im Carabao Cup steht man nach einem Sieg unter der Woche gegen die Wolverhampton Wanderers unter den letzten acht Teams.

Player to watch: Tyrone Mings - Über die zweite Liga ins Nationalteam

Was wurde Villa belächelt, als man für Mings im Sommer über 20 Millionen Euro ausgab. Er hatte in der Rückrunde der vergangenen Zweitligasaison als Leihgabe aus Bournemouth starke Leistungen gezeigt, ja. Allerdings habe er ja in seinen dreieinhalb Jahren Premier League beim AFC Bournemouth nicht überzeugen können und sei mit seinen 26 Jahren auch schon lange aus dem Alter, in dem man noch einen Leistungssprung erwarten könne.

All diese Kritiker scheinen sich getäuscht zu haben. Mings ist nicht nur Abwehrchef und stand bisher jede Minute auf dem Feld, sondern ist auch einer der besten Innenverteidiger ligaweit. Nur Steve Cook klärt mehr Bälle, kaum ein Innenverteidiger hat eine ähnlich saubere Zweikampfführung, was sich auch in seinen bisher nur sechs Fouls ablesen lässt. In der Luft ist er mit seinen 1,95 Metern kaum zu bezwingen. Gepaart mit seiner Geschwindigkeit kann man Parallelen zu Virgil van Dijk nicht von der Hand weisen.

Auch Gareth Southgate ist diese Entwicklung aufgefallen, er nominierte ihn in dieser Saison bisher für alle Länderspiele. In Bulgarien am 14.10.2019 feierte er schließlich sein Debüt. Die Kritiker, die die Nominierungen darauf zurückführen, dass Southgate selbst lange für Aston Villa spielte und durchaus Sympathien für den Verein hegt, konnte er mit seiner starken Leistung erst einmal ruhig stellen.

Prognose:

Physische Spielweise, dazu die beschriebenen Schwächen bei hohen Bällen, eigentlich sollte Villas Spielsystem perfekt für Liverpool sein. Dazu kommt, dass Villa unter der Woche im Pokal zwar auch ordentlich rotiert hat, allerdings vor allem im Mittelfeld durchaus Stammspieler eingesetzt wurden. Die Fitness dürfte also ebenfalls für Liverpool sprechen.

 





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