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Liverpool feiert den Sieg gegen Leicester City im Carabao Cup-Viertelfinale in Anfield.
Photo credit: Naomi Baker - Getty Images

Wie wichtig sind diese Saison die englischen Pokale für Liverpool?

  • Autor André Völkel
    9. januar 2022

Kommentar | Das Carabao-Cup-Halbfinale gegen Arsenal ist verschoben. Und es könnte sich sehr wohl positiv auf die Saison der Reds auswirken. Durchschnittliche Lesedauer: 7 Minuten

 

 

Keine Sonderbehandlung für Liverpool bei der EFL oder FA. Das wollen die Reds auch nicht. Trotzdem ist die Spielverlegung im englischen Ligapokal regelkonform und sinnvoll. Und mit einem möglichen Finale in Wembley am Horizont könnte der Pokal doch viel wichtiger sein, als es Fans lieb ist.

Liverpools Jahreswechsel verläuft turbulent. Bereits im Dezember vermeldet der Klub die ersten positiven COVID-Tests. Auch Jürgen Klopp ist betroffen und verpasst zum Jahresanfang, zusammen mit Alisson, Roberto Firmino und Joel Matip das Topspiel gegen Chelsea an der Stamford Bridge.

Infektionen und Verletzungen: Chaos in Kirkby

 

 

Kurz vor dem Carabao-Cup-Halbfinale gegen Arsenal dann der Super-GAU - weitere positive Tests und Infektionen. Was folgt ist ein Antrag auf Verschiebung, den die EFL natürlich gewährt. Schon vor der Flut positiver Tests in den 48 Stunden vor dem Spiel fehlten Liverpool elf Spieler wegen COVID-19, Verletzungen, Krankheit und dem Afrika-Cup.

Kirkby wurde kurzzeitig geschlossen, Klopp und Lijnders in Quarantäne. Es wäre absolut unsinnig gewesen nach London zum Spiel zu fahren. Zum Glück besagen die Regeln des englischen Ligapokals, dass ein Spiel verschoben werden darf, wenn 14 Spieler, die für die Ligaspiele gemeldet sind, nicht zur Verfügung stehen.

Nicht so bei der FA. Der FA Cup muss gespielt werden. Komme, was wolle. Und so tritt ein Team am Sonntag gegen Shrewsbury an, das wohl niemand vorhersehen kann. Und wenn doch, findet diese Person meine Telefonnummer im Impressum und sagt mir hoffentlich die nächsten Lottozahlen.

Derzeit liest man viel Kritik über die sturen Verbände, die unsinniger Weise in einem sowieso schon vollgepackten Terminkalender ihre Pokale reindrücken. Es sei unsinnig, diese Pokale in der Form diese Saison mit allen den Turbulenzen durchzuführen. Und eine Kritik ist zu Recht angebracht.

Jedoch bringt diese Kritik in dieser Saison nichts mehr für den aktuellen Verlauf. Die Daten sind fix, die Sponsorenverträge sind unterschrieben und die kleineren Klubs benötigen die wichtige Finanzspritze. Nichtsdestotrotz ist es für die Verbände empfehlenswert, ihr Konzept für die kommenden Saisons zu überdenken.

Nur die vierte Priorität für Liverpool

Das Finale des Ligapokals ist aktuell noch sieben Wochen entfernt (27. Februar 2022). Bis dahin muss das Halbfinale ausgetragen sein. Liverpool und Arsenal tauschen nun den Heimvorteil und datieren die Spiele neu. Ein kleiner Preis für die aktuelle Situation.

Natürlich steht der englische Ligapokal bei Liverpool nur an vierter Stelle in der Prioritätenliste. Wie auch bei den Fans. Und der Buchhalter der Premier-League-Klubs. Doch sollte er das?

Der Wettbewerb ist mittlerweile zu einer Vermarktungs-Veranstaltung "verkommen". Angesichts des vollen Spielkalenders und der Sorge um das Wohlergehen der Spieler steht der Pokal immer wieder in der Kritik und kurz davor im "nächsten Jahr" nicht mehr für die Großen stattzufinden.

Aus finanzieller Sicht sind die Prämien für die großen Klubs unbedeutend. Der Gewinner des Pokals bekommt ein Preisgeld in Höhe von 100.000 Pfund. Zum Vergleich: Ein Sieg in der Gruppenphase der Champions League bringt Liverpool ca. 2,5 Millionen Pfund.

Klopp rotiert normalerweise ordentlich durch. Alleine diese Saison gab es neun Änderungen gegen Norwich City, elf Änderungen gegen Preston North End und zehn gegen Leicester City im Vergleich zur Stammelf im Spiel davor.

Pokale: Impulse für die Liverpool-Jugend

 

 

Doch jetzt kommt der erste interessante Aspekt am League Cup. Klopp und Lijnders gaben 25 Spielern bisher im Pokal wertvolle Spielzeit. Darunter Youngstern wie Kaide Gordon, Tyler Morton, Conor Bradley, Harvey Blair und Owen Beck. Allesamt Spieler, die sich für das erste Team empfehlen.

Das hervorragende Comeback gegen Leicester City gab dem Team zumindest mental einen Boost. Es war ein Spektakel für Fans im Stadion und vor den Fernsehern und zählt zu den Top10-Spielen der Saison.

Jetzt, mit dem Halbfinale, kommt der Zeitpunkt, an dem der Carabao Cup an Attraktivität gewinnt. Jetzt wird er für die Reds wirklich wichtig.

Natürlich hätte ein Halbfinale vollkommen ausgereicht in dem schon ohnehin viel zu überladenen Spielplan. Aber Geld spielt eine größere Rolle im Fußball, als es sollte und deshalb war nie zu erwarten, dass die Verantwortlichen das Sinnvollere tun.

Carabao Cup: Negativserie wegspielen

Jedoch könnte nun dieses Halbfinale genau der Impuls sein, den Liverpool für ein erfolgreiches 2022 benötigt. Neben dem FA Cup im Januar bietet der Carabao Cup inzwischen die Möglichkeit, die kleine Negativserie Ende 2021 - zwei von möglichen neun Punkten - wegzuspielen und Schwung zu bekommen! Genauso wie der FA Cup gegen Shrewsbury.

Manchester City hat sehr viel Vorsprung in der Liga. Und von einer "Aufholjagd" zu sprechen ist schon mit einer Prise Ironie zu betrachten. Aktuell können die Reds nur ihre Spiele gewinnen und hoffen, dass Guardiolas Starensemble strauchelt. Jedoch, das muss immer gesagt sein, ist die Meisterschaft erst gewonnen, wenn sie faktisch nicht mehr einholbar sind.

Liverpool ist diese Saison weiterhin einer der Favoriten auf den Ligatitel. Aber vielmehr ein ernsthafter Anwärter auf die Champions League. Und genau deshalb kann der Carabao-Cup als Trophäe genau diesen Impuls bieten.

Der Champions-League-Triumph 2019 diente als Kickstart für eine der legendärsten Liverpool-Saison mit dem Gewinn des UEFA Super Cups, der FIFA-Klubweltmeisterschaft und dem Premier-League-Titel.

Den heißbegehrten Ligatitel konnten die Reds nicht mit Fans feiern. Ein weiterer Impuls endlich nach Wembley zu kommen und dort vor vollem Haus einen Titel zu feiern.

Wembley - Das "Anfield South" für Liverpool

 

 

Früher reiste Liverpool regelmäßig und so oft zu den Pokalspielen nach London, dass die Fans das legendäre Wembley-Stadion liebevoll "Anfield South" nannten. Liverpools Bilanz im Ligapokal und im FA-Cup sind nicht gut. Das letzte Mal gewann Liverpool den Ligapokal 2011 unter Kenny Dalglish. Den FA Cup holten sich die Reds im Steven-Gerrard-Finale 2006 das letzte Mal. Das fand zwar in Cardiff statt - die Symbolik bleibt die gleiche.

Das ist viel zu selten für einen Klub dieser Größenordnung. Und wer die Entwicklung Liverpools in den letzten Jahren unter Klopp miterlebt hat, weiß, dass die Performance viel schlechter als die Qualität der Spieler ist. Für die Fans wurden die nationalen Pokale vor allem vor den "großen" Preisen der Champions League und Liga immer mit etwas Gleichgültigkeit abgetan. Vor allem, wenn man früh ausschied in den letzten Jahren. 

Ein Pokalsieg als wichtiges Symbol

Es wirkt etwas töricht, wenn man die Symbolik hinter einem guten Pokalabschneiden betrachtet. Im Fußball geht es um Ruhm, Erfolg und positive Erinnerungen - einen Pokal zu holen fällt in diese Kategorie. Einen Pokal mit den Fans zu feiern ist wichtig. Wichtiger denn je nach den letzten Pandemie-Jahren.

 

 

Fast alle Aspekte, die für einen Sieg im Ligapokal sprechen, treffen auch auf den FA-Cup zu. Das Finale ist zwar erst zum Saisonende, könnte aber ebenso ein schönes Abschiedsgeschenk an diese Saison sein. Und das unabhängig davon, ob noch weitere Titel gewonnen wurden.

Die Zeiten haben sich geändert. Der Glanz der Pokale ist dem Geld gewichen. Ob die Pokale aber in der aktuellen Zeit jemals wieder aus ihrer eigenen Natur heraus interessant und wichtig werden für die großen Fußballklubs, ist zu bezweifeln. Und vieles hat sich seit 2006 und 2011 verändert.

Doch ein volles Wembley, ein Meer von Rot, ein roter Bogen und Jordan Henderson mit seinem Shuffle - es wäre genau das richtige Zeichen, welches Liverpool den nötigen Schwung in dieser verrückten Saison geben könnte. Diese Symbolik ist nicht zu unterschätzen.





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  • David
  • David
    Hannover Cardinals
      9. januar 2022   

  • Ich würde beide Pokale feiern. Natürlich bringt es International nicht viel aber man kann sich sowas schön in die Klubvitrine stellen. Ende Februar einen Titel holen, wäre doch Mega!
    2 stimme zu

  • HansiLa
  • HansiLa
    Munich Reds
      9. januar 2022   

  • Am wichtigsten finde ich, dass die Jungs Spielpraxis durch die Pokale bekommen. Wenn sie dann gefordert sind, werden sie nicht in ganz so kaltes Wasser geschmissen. Kelleher ist das beste Beispiel. Ich glaube nicht, dass er sonst so gut wäre
    2 stimme zu

  • RKöppe
  • RKöppe
    FC Köppenhagen
    OLSC Berlin Reds
      11. januar 2022   

  • Finde es schade, dass bei manchen Fans die Pokale nur nach dem finanziellen Wert eingeteilt werden und der emotionale Aspekt vergessen wird. Unsere Cup-Runs im League Cup und im FA Cup 2012 waren für mich als jungen Fan so ein emotionales Erlebnis und wird mir immer gut in Erinnerung bleiben. Nur weil wir jetzt anders statt damals auch um die großen Titel mitspielen können, wird der emotionale Wert der nationalen Pokale doch nicht kleiner.
    1 stimme zu
     
    • Andre3000
    • Andre3000
      Admin
      1892 Moppel KG
      OLSC Berlin Reds
        11. januar 2022   

    • @RKöppe Absolut! Erinnere mich an das League Cup Finale 15/16... verkorkste Saison und dann gegen City. Was wir alle gemeinsam eskaliert sind und gehofft haben. Find das schön und wichtig. ❤️🙏

  • Absolut, ein Cupfinale ist immer geil
    1 stimme zu