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Gerrard wird neuer Trainer bei Aston Villa - zurück in der Premier League stellen sich viele die Frage.
Photo credit: Ian MacNicol Getty Images

Steven Gerrard - Es ist noch ein langer Weg bis nach Anfield

  • Autor André Völkel
    16. november 2021

 

 

Für Gerrard beginnt jetzt erstmal ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere und die eigentliche Prüfung, die für viele viel zu einfach auszusehen scheint. 

Unter normalen Umständen würde ich gar nicht erst einen ausgiebigen Kommentar über einen ehemaligen Liverpooler schreiben, der jetzt bei einem anderen Fußballklub Trainer geworden ist. Schon gar nicht, wenn es Aston Villa ist. Aber, es ist Steven Gerrard - einer der Gründe, warum ich mich überhaupt erst als Fan immer wieder mit Liverpool beschäftigt hatte. Gerrard ist eine Liverpool Legende, ein toller Mensch, Vater und ehemals genialer Mittelfeld-Maestro der Reds - aufrichtig, ehrlich und mit diesem gewissen Etwas. Seine "cockiness", wenn er auf stumpfe, hohle Fragen der Presse antwortet, hat was von Kenny Dalglish. Ich liebe es.

Daniel Aggers Klo-Firma - da war doch was?

 

 

Natürlich ist es interessant zu sehen, was die ehemaligen Helden treiben nach ihrer Karriere als Spieler auf dem Platz. Ich meine, wie lustig ist es bitte, dass Daniel Agger eine Klo-Firma gegründet hat? Oder wie bemerkenswert ist bitte die Arbeit von Fowler und Carragher, die neben ihren Stiftungen jetzt Melwood gekauft haben und daraus eine Akademie machen? Aber normalerweise hört mein Interesse dann auch schon auf.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Und die Ausnahme hat jetzt seinen ersten Job in der Premier League. Gerrard wird versuchen, die hervorragende Arbeit von Dean Smith weiterzuführen, der für mich unverständlicherweise gekündigt wurde. Die Ziele in Birmingham sind anspruchsvoll und man will die Jahre überwinden, in den man in einem Schlafwandel vor sich "hingewirtschaftet" hat. Sportliche Erfolge sollen her. Mehr als der Aufstieg 2019.

Aston Villa steckt dezent in einer sportlichen Krise. Finanziell geht es dem Klub besser nach dem Verkauf von Jack "Ich liebe Aston Villa" Grealish. Und Gerrard kommt mit einer gehörigen Portion Rückenwind in den Villa Park.

Gerrard und die legendären Rangers

 

 

Er reanimierte die Glasgow Rangers, beendete die Serienmeisterschaft von Celtic mit einer "Invincible"-Saison und beeindruckte viele über die Grenzen Schottlands hinaus. Es reichte diese großartige Leistung bei den Rangers, um Premier League-Klubs von seiner Qualität zu überzeugen. Tatsächlich bekam er aber schon als Spieler Angebote von Klubs, die ihn für seine zweite Karriere anwerben wollten. Verrückt!

Als er von der Liverpooler Akademie nach Glasgow wechselte, war klar: Der schottische Klub muss sich erst wieder in der Liga etablieren. Als dies unter Steven gelang, folgte die Kür: Meisterschaft.

Doch obwohl die Unterstützung von der Geschäftsführung die ersten Jahr sicherlich vorhanden war, fiel gerade dieses Jahr die Aktivität auf dem Transfermarkt mager aus. Vorstand und Trainergespann schienen sich uneinig darüber, wie es weitergehen sollte. Genug Nährboden für eine wachsende Unzufriedenheit. Das Team war zwar weiterhin stark und konnte locker dieses Kunststück unter Gerrard noch einmal schaffen, doch ein Trainer möchte sicherlich in so einer Position gerne das Fundament verbessern.

Nur ein Verein fürs Leben?

 

 

Als ich als aufwuchs, dachte ich, es gäbe nur einen Verein fürs Leben", sagte Gerrard nach dem Gewinn der Meisterschaft. "Ich hatte meine Karriere in Liverpool, worauf ich sehr stolz bin. Aber ich kam mit offenen Augen hierher, um mehr über den Verein zu erfahren. Von außen betrachtet hatte ich zwar eine gute Vorstellung davon, aber das hier hat mich gepackt, es hat mich richtig gepackt!"- Große Worte.

"Es ist ein Verein, wie es nur wenige auf der Welt gibt, mit vielen Ähnlichkeiten zu Liverpool und jetzt hat er einen besonderen Platz in meinem Herzen. Ich bin hier glücklich. Familiär gesehen muss ich viele Opfer bringen, aber ich will mehr. Das hat mir Lust auf mehr gemacht. Ich bin noch entschlossener, darauf aufzubauen."

Eigentlich keine Ansätze in den Worten von Steven den Verein vor Ende der Vertragslaufzeit 2024 zu verlassen. Dass er sich Anfang November dazu entschlossen hat, den Verein doch zu verlassen - an der Spitze der Premiership-Tabelle, mit einem League-Cup-Halbfinale kurz nach seine Abschied, und kurz davor, sich für die K.O.-Phase der Europa League zu qualifizieren - das wird die Rangers-Fans ärgern. Und persönlich finde ich solche Situationen auch immer befremdlich.

Irgendwie schien sein Weg bei den Rangers noch nicht zu Ende zu sein. Zumindest für mich in der Außenwahrnehmung.

Doch wahrscheinlich sah Gerrard eine besondere Chance bei Aston Villa, oder es fehlte ihm der Support von der Geschäftsführung, den er brauchte. Oder, es war alles sowieso irgendwie klar. Gerrard ist zu Größerem bestimmt?

Als Dean Smith gefeuert wurde und Villa bei Gerrard anklopfte, sah der Scouser wahrscheinlich eine Möglichkeit sich so weiterzuentwickeln wie er es für richtig hält. Das muss man ihm hoch anrechnen. Er geht seinen Weg!

Und mit dem Wechsel nach Birmingham überschlagen sich schon die Gerüchte in der Presse und bei den Liverpool-Fans, um der ganzen Sache einen Blickwinkel zu geben, der die feuchten Träume wahr werden lässt. "Gerrard wird irgendwann Trainer des Liverpool FC". Eine so unfassbare Konstellation, wie einst Klopps Ankunft in Liverpool. Die sozialen Medien würden erneut explodieren.

Wann kommt Stevie zurück zum LFC?

 

 

Tief im Innern weiß unser Stevie natürlich - egal ob Rangers, oder Villa - "du bist Liverpool!". Und alle drumherum wissen es auch. Aber genau jetzt muss Gerrard dieses Geschwafel abstellen. Er muss sich 100 Prozent auf Villa konzentrieren - und wer Steven schon einmal in einer Pressekonferenz erlebt hat, der wird sich auf die erste PK bei Villa freuen... und dann erst recht auf die PK vor dem Spiel gegen Liverpool am 11. Dezember.

Wenn Gerrard bei Villa versagt, stellt sich die Frage, ob die Stimmen mit den feuchten Träumen auch wieder verschwinden werden. Auch das kann passieren.

Wie dem auch sei - Gerrard muss sich bei Villa beweisen. Und selbst, wenn er dort erfolgreich ist, so wird nicht einfach der Rote Teppich für ihn in Liverpool ausgebreitet. Er weiß das. Und aktuell ist dort Jürgen Klopp am Werk.

Für FSG ist Liverpool eine Investition. Sie wollen ein nachhaltiges Konstrukt aufbauen und weiterführen. Sie sind nicht im Geschäft, um einen Trainer verpflichten, der die feuchten Träume von Fans und Medien erfüllt. Das bedeutet am Ende: Die Trainer müssen Leistung bringen, ihre Vision muss passen, und die großen Erwartungen und Ambitionen müssen erfüllt werden.

Die Rangers Fans müssen die Fußballwelt und den Weggang von Gerrard erstmal verkraften und akzeptieren, wie das im Fußballgeschäft läuft. Und die Liverpool-Fans ebenfalls. Nur der Name Steven Gerrard wird nicht ausreichen, um das Erbe von Klopp anzutreten. Das muss uns allen klar werden.

Spekulationen hin oder her - lassen wir doch einfach Gerrard erstmal in der Premier League ankommen, wünschen ihm das Beste, genießen die Zeit mit unserer Legende "Kloppo" und schauen dann mal in ein paar Jahren weiter.

Viel Erfolg, Steven!

Was haltet ihr vom Wechsel zu Aston Villa? Wie seht ihr die Situation um eine Rückkehr zu Liverpool? Wir sind auf eure Kommentare in unserer Community gespannt! 





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