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Der Southampton FC, der nächste Gegner des Liverpool FC in der Premier League, in der Gegneranalyse der Redmen Family.
Photo credit: Mike Hewitt/Getty Images

Gegneranalyse Southampton - Den Umbruch gut überstanden

  • Autor Lukas Heigl
    26. november 2021

Nach einer hervorragenden Hinrunde 2020/21 stürzten die Saints in der Rückrunde der vergangenen Saison komplett ab. Aus den letzten 21 Spielen konnte die Mannschaft von der Südküste nur 14 Punkte holen, man wäre beinahe noch in den Abstiegskampf geraten. Im Sommer kamen weitere Hiobsbotschaften hinzu:

Umbruch wider Willen

Grund für den Umbruch war die Vertragssituation einiger Stützen im Kader. Linksverteidiger Ryan Bertrand (31) konnte den Verein ablösefrei verlassen, Stürmer Danny Ings (29) und Innenverteidiger Jannik Vestergaard (29) hatten beide nur noch ein Jahr Vertrag. Während bei Bertrand früh klar war, dass er den Verein verlassen würde, was er auch Richtung Leicester City tat, hieß es bei Ings und Vestergaard lange, dass Southampton diese halten und versuchen wolle, beide von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen.

Doch es kam anders. Für beide Spieler kamen im Laufe des Sommers derart gute Angebote hereingeflattert, dass es sich die Saints nicht erlauben konnten, diese auszuschlagen. Und so wechselte Ings für fast 30 Millionen Euro zu Aston Villa, während sich Vestergaard für 17,6 Millionen Euro Leicester anschloss. 47 Millionen für zwei Spieler einzunehmen, die 2022 ablösefrei hätten gehen können, war finanziell betrachtet ein echter Coup.

Die Frage war nun, wie man die drei essenziellen Stammspieler ersetzt bekommen wollte. Bei der Suche nach den Nachfolgern wurde man schnell fündig. Für die Innenverteidigung kam Lyanco (24) vom FC Turin, im Angriff konnte Adam Armstong (24) aus Blackburn verpflichtet werden, der in der letzten Saison starke 28 Tore in der zweitklassigen Championship erzielte, und als neuer Linksverteidiger Romain Perraud (24) von Stade Brest vorgestellt. Für die drei Spieler musste Southampton insgesamt 37,2 Millionen Euro auf den Tisch legen.

Transferplus wichtig in Zeiten von Corona

Neben diesen drei ausgetauschten Stammspielern wurde der Kader noch weiter angepasst. Theo Walcott (32), der bereits letzte Saison vom Everton FC ausgeliehen war, wurde inzwischen ablösefrei fest verpflichtet. Dazu kamen zwei Spieler aus der Chelsea-FC-Jugend. Stürmer Armando Broja (20) wurde für ein Jahr geliehen, Rechtsverteidiger Valentino Livramento (19) für sechs Millionen Euro fest verpflichtet. Die Blues haben sich hier eine Rückkaufoption einbauen lassen.

Abgegeben wurden noch vier Spieler, die in der letzten Saison keine Rolle gespielt hatten, namentlich Mario Lemina (27, nach Nizza), Wesley Hoedt (27, Anderlecht), Angus Gunn (25, Norwich) und Michael Obafemi (21, Swansea). Insgesamt konnten die Saints im Sommer ein Transferplus von 17,3 Millionen Euro erwirtschaften, was gerade in Corona-Zeiten für einen Verein ohne spendablen Besitzer auch in England wichtig ist.

Ralph Hasenhüttl - Aufbauhilfe in England

Ralph Hasenhüttl (53) hat einen beschwerlichen Weg hinter sich. Angefangen hat die Trainerkarriere des Österreichers in der dritten Liga bei der Spielvereinigung Unterhaching. Nach weiteren Stationen in der deutschen Unterklassigkeit kam er nach Ingolstadt, wo Hasenhüttl die Schanzer zum Aufstieg in die Bundesliga coachte und sie dort sogar eine Saison halten konnte.

Anschließend ging es nach Leipzig, wo er den Verein als Aufsteiger bis auf Platz zwei und somit in die Champions League führte. Im zweiten Jahr lief es durch die Doppelbelastung und auch deshalb, weil Hasenhüttl eine etwas spielerische Komponente einbringen wollte, nicht mehr so gut und man landete auf Platz sechs. Da Leipzig im Sommer 2019 Julian Nagelsmann als Trainer verpflichten wollte und Hasenhüttl nicht ein Jahr den Platzhalter mimen wollte, einigte man sich auf ein Ende der Zusammenarbeit.

Am 06.12.2018 übernahm er dann in Southampton. Zu dem Zeitpunkt stand man mit neun Punkten aus 15 Spielen auf einem Abstiegsplatz. Ohne Verstärkungen im Winter konnte er die Mannschaft daraufhin retten. Hasenhüttl steht in erster Linie für starkes mannschaftstaktisches Pressing. Dadurch konnte er bereits in Ingolstadt und Leipzig überzeugen, auch in England hat er inzwischen ein ordentliches System etabliert.

Pressing vom Feinsten

Man spielt auch in dieser Saison wieder im 4-4-2. Hierbei wird es defensiv eher zum 4-2-4, da die zentralen Mittelfeldspieler sehr tief stehen, während die Außenspieler die Stürmer im Pressing sehr aktiv unterstützen. Über das Pressing versucht man, Ballgewinne sehr weit in der gegnerischen Hälfte zu erzielen und somit den Weg mit Ball zum gegnerischen Tor möglichst kurz zu gestalten.

Sobald die erste Pressinglinie überspielt ist, zieht man sich sehr weit zurück und steht mit zwei kompakten Viererketten nahe am eigenen Tor. Die beiden Stürmer stellen sich dabei eher hintereinander auf, wodurch ein 4-4-1-1 entsteht. Dieses ist aus dem Spiel nur schwer zu knacken. Es muss daher versucht werden, das Pressing schnell zu überspielen und dann mit Tempo auf die sechs defensiv stehenden Spieler zu laufen, damit sich die Kette im Mittelfeld nicht formieren kann. Offensiv versucht man sich seit letzter Saison mehr und mehr im Ballbesitz. So liegen die Saints aktuell mit 50,8% auf einem beachtlichen neunten Platz.

Nach schwachem Start inzwischen in der Spur

Wie zu erwarten lief es zu Saisonbeginn nicht wirklich rund. Die Mannschaft musste sich erst finden, dazu war der Spielplan zunächst extrem hart. Es ging unter anderem gegen Manchester United, West Ham United, Manchester City und den Chelsea FC. Entsprechend gewannen die Saints keines der ersten sieben Spiele. Man holte aber immerhin vier Punkte, darunter ein Remis gegen beide Manchester-Vereine.


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Seither läuft es deutlich besser. Aus den letzten fünf Spielen konnte man drei gewinnen und zehn Punkte generieren. Das letzte Spiel (1:2 gegen Norwich City) war zwar ein Rückschlag, doch die Tendenz ist definitiv positiv. Die Saints scheinen auf dem richtigen Weg zu sein.

Prognose

Der LFC trifft auf eine Mannschaft, die einem alles abverlangt. Durch das intensive Pressing kann Southampton spielerische Unterschiede kaschieren, da das Spiel sehr stark auf Zufall beruht. Vor allem zu Spielbeginn dürfte es wieder sehr wild werden. Hier muss Liverpool die Ruhe bewahren.

Im Gegensatz zu den letzten Jahren sind ruhende Bälle hingegen bisher noch keine Stärke der Saints. Mit James Ward-Prowse (27) haben sie zwar immer noch einen hervorragenden Standardschützen. Doch Vestergaard, der in den letzten Jahren beste Abnehmer der Flanken, fehlt nun. Und so entstand bisher erst ein Tor aus einer Standardsituation.





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