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Manchester United, der nächste Gegner des Liverpool FC in der Premier League, in der Gegneranalyse der Redmen Family.
Photo credit: Alex Pantling/Getty Images

Gegneranalyse Manchester United: Endspiel für Solskjaer?

  • Autor Lukas Heigl
    23. oktober 2021

In der letzten Saison spielten die Red Devils ein insgesamt gutes Jahr. In der Liga etablierte man sich früh als zweitbeste Mannschaft, in den Pokalwettbewerben kam man weit, konnte am Ende jedoch keinen gewinnen. Im Sommer ging man nun zwei der drei Schwachstellen im Kader an.

Eine offene Baustelle trotz großer Namen

Die drei Schwachstellen waren die Position des zweiten Innenverteidigers, die rechte Außenbahn sowie das defensive Mittelfeld. Für die Außenbahn wurde früh im Transferfenster Jadon Sancho (21) verpflichtet. Der Engländer kam für 85 Millionen Euro aus Dortmund, wo er sich in den letzten Jahren zu einem der besten Offensivspieler der Bundesliga entwickelt hatte. Als neuer Partner von Harry Maguire (28) in der Innenverteidigung konnte Raphael Varane (28) geholt werden. Der Franzose suchte nach vielen Jahren und noch mehr Erfolgen bei Real Madrid eine neue Herausforderung. Aufgrund der kurzen Vertragsdauer war der Transfer mit 40 Millionen Euro verhältnismäßig preiswert.

Der ganz große Name kam dann am Deadline Day. Kurz vor Transferschluss entschied sich Cristiano Ronaldo (36), Juventus Turin doch noch verlassen zu wollen. Der fünffache Weltfußballer verhandelte mit einigen Teams, vor allem mit Uniteds Stadtrivalen Manchester City soll der Portugiese in intensiven Gesprächen gewesen sein. Einen Wechsel in den blauen Teil der Stadt konnte jedoch vor allem Sir Alex Fergurson (79) nicht zulassen. Schließlich wurde Ronaldo in seiner ersten Zeit bei Manchester United (2003 - 2009) zum Weltstar und ist immer noch ein absoluter Fanliebling. Und so nutzten die Red Devils die Gunst der Stunde, weil sich City noch etwas Bedenkzeit erbeten hatte, und verpflichteten den verlorenen Sohn für 15 Millionen Euro.

Verlassen haben den Verein vor allem Talente auf Leihbasis. So ging Facundo Pellistri (19) zu Deportivo Alaves in die spanische erste Liga, Axel Tuanzebe (23) schloss sich Aston Villa an und Brandon Williams (20) verstärkte Norwich City. Die einzigen beiden festen Abgänge waren die vom dritten Torwart Sergio Romero (34), der durch Tom Heaton (35) ersetzt wurde, und von Daniel James (23). Der junge Waliser wechselte für fast 30 Millionen Euro zu Leeds United, während Romeros Vertrag nicht verlängert wurde. Der Argentinier ist nach wie vor auf Vereinssuche.

Ole Gunnar Solskjær - Fergies Lieblingsschüler

Ole Gunnar Solskjaer (48) übernahm nach der Entlassung von Jose Mourinho (58) zunächst interimsweise den Verein. Er wurde für zwei Millionen Euro von Molde FK ausgeliehen, mit einer Option, ihn für acht Millionen Euro fest zu verpflichten. Da es zu Beginn des Engagements sehr gut lief und man zwölf der ersten 15 Spiele in der Premier League gewinnen konnte, zog man trotz Bedenken der Vereinsverantwortlichen die Option und verpflichtete Solskjaer unter großer Freude der Anhängerschaft fest.

Zu seiner aktiven Karriere stand der Norweger elf Jahre für Manchester United auf dem Feld. In dieser Zeit konnte er unter anderem sechsmal die Meisterschaft sowie die Champions League gewinnen. Vor allem der Champions-League-Triumph ist den meisten Fußballfans im Gedächtnis geblieben. Gegen den FC Bayern lag Manchester United bis zur 90. Minute mit 0:1 zurück, ehe man das Spiel in zwei Minuten drehte. Solskjaer gelang hierbei das entscheidende 2:1. Der Name dürfte bei vielen deutschen Fans also sehr negativ (oder positiv) im Gedächtnis sein.

Im Angriff richten es die Portugiesen

Inzwischen hat sich Solskjaer auf das 4-2-3-1 als System festgelegt. Dieses wird jedoch ziemlich variabel ausgeführt, je nachdem, ob die Mannschaft offensiv oder defensiv agieren soll. Mal spielt man mit drei Stürmern, ein anderes Mal agiert mit Paul Pogba (28) ein zentraler Mittelfeldspieler auf der Außenbahn. Die Außenbahn ist auch die einzige Position, auf der Solskjaer regelmäßig rotiert. Die anderen neun Starter sind - Verletzungen mal außen vor gelassen - immer dieselben. Auf dem Flügel hingegen bekommen neben Pogba und Sancho noch Mason Greenwood (20), Jesse Lingard (28), Anthony Martial (25) und der wiedergenesene Marcus Rashford (23) Minuten. Entsprechend schwierig ist es für die Spieler, sich hier einen Stammplatz zu erkämpfen, da alle sechs Spieler eigentlich den Anspruch haben zu spielen.

In Topspielen agiert die Mannschaft sehr abwartend und überlässt dem Gegner den Ball. Durch die vielen zweikampfstarken Spieler in der Defensive kann man sich dies erlauben. Bei Ballgewinnen soll dann über den Fixpunkt Bruno Fernandes (27) schnell umgeschaltet werden. Der Portugiese spielt zwar noch nicht so gut wie in seinen ersten eineinhalb Jahren in England, ist dennoch in acht Spielen schon wieder an sechs Toren direkt beteiligt (vier Tore, zwei Vorlagen). Wenn es in den Strafraum geht, ist Ronaldo zumeist die erste Anspielstation. Der Portugiese schließt dabei in erster Linie selbst ab, gerne auch aus eigentlich unmöglichen Lagen.

Gut gestartet, doch Schwachstellen tun sich auf

Zu Saisonbeginn konnte man, wenn man rein auf die Ergebnisse geschaut hat, den Eindruck gewinnen, Manchester United sei ein ernstzunehmender Titelanwärter. Nach fünf Spielen stand die Mannschaft bei vier Siegen und einem Remis. Sah man jedoch genauer hin, wirkte die Mannschaft auch hier alles andere als gefestigt und wie eine Spitzenmannschaft. Der Spielplan war recht leicht, zwei der vier Siege waren äußerst glücklich (1:0 gegen die Wolverhampton Wanderers, 2:1 gegen West Ham United).

Entsprechend kam der anschließende Bruch nicht unerwartet. Aus den letzten drei Ligaspielen konnten die Red Devils nur noch einen Punkt holen. Gegen Aston Villa (0:1) und Leicester City (2:4) verlor man, gegen Everton (1:1) sprang nur ein Remis heraus. Damit hat man sich mit fünf Punkten Rückstand auf Platz eins gefühlt schon aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedet, vor allem da die Mannschaft noch gegen kein Topteam gespielt hat. Auch Solskjaers Stuhl wackelt inzwischen ganz gehörig, sollte es eine hohe Niederlage gegen Liverpool geben, könnte der Norweger seinen Trainerjob bereits verlieren.

Prognose

Der LFC muss sich erneut auf einen defensiv agierenden Gegner einstellen. Die Außenverteidiger scheinen dabei unüberwindlich, daher wird man es vor allem durch das Zentrum versuchen müssen. Victor Lindelöf (27) dürfte sich als größter Angriffspunkt herausstellen. Der Schwede war letzte Saison noch Stammspieler, doch auch aufgrund seiner schwankenden Leistungen verpflichtete man im Sommer Varane. Nun fällt der Franzose jedoch aus und Lindelöf muss es erneut richten.


Defensiv muss man irgendwie versuchen, Bruno Fernandes aus dem Spiel zu nehmen. In nahezu jedem Angriff hat der Portugiese seine Füße im Spiel. Natürlich gilt es auch auf Ronaldo zu achten. Doch nach drei Treffern in den ersten beiden Spielen wurde es zuletzt deutlich ruhiger um den ehemaligen Weltklassespieler. Man merkt ihm sein Alter inzwischen deutlich an, bekommt er die Bälle nicht mustergültig serviert, ist er nahezu nutzlos für das Spiel der Red Devils.

 





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  manchester united   gegneranalyse  




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  • DavidII
  • DavidII
    DosLeftFüße
    OLSC Berlin Reds
      23. oktober 2021   

  • Danke für diese schöne Analyse!
    2 stimme zu

  • Andre3000
  • Andre3000
    Admin
    1892 Moppel KG
    OLSC Berlin Reds
      25. oktober 2021   

  • Joa, das hat ja hervorragend geklappt 😂❤️