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Leicester City, der nächste Gegner des Liverpool FC in der Premier League in der Gegneranalyse der Redmen Family.
Photo credit: Laurence Griffiths/Getty Images

Gegneranalyse Leicester City: Wann kommt die Konstanz rein?

  • Autor Lukas Heigl
    9. februar 2022

In den beiden letzten Jahren verpassten die Foxes denkbar knapp die Champions League. Jeweils stand am Saisonende der fünfte Tabellenplatz zu Buche. In diesem Sommer wollte man den Kader weiter verstärken, um endlich wieder in die Königsklasse einzuziehen.

Keine Wintertransfers trotz Problemen

Die Foxes waren im Januar in einer sehr schwierigen Situation. Denn eigentlich ist der Kader – auch wegen Investitionen von mehr als 60 Millionen Euro im vergangenen Sommer – breit genug aufgestellt. Doch zum einen befinden sich viele Spieler in dieser Saison in einem Leistungstief, zum anderen fielen durch Verletzungen und den Africa Cup of Nations bereits etliche Spieler aus. Die Verletzungsprobleme machen sich vor allem in der Innenverteidigung bemerkbar. Wesley Fofana (21) fehlt bereits die komplette Saison, Jonny Evans (34) ist ebenfalls immer wieder raus und Jannik Vestergaard (29) kann nicht an seine starken Leistungen in Southampton anknüpfen.

Beim vor kurzen zu Ende gegangenen AFCON spielten mit Daniel Amartey (27, Ghana), Wilfred Ndidi (25, Nigeria), Nampalys Mendy (29, Senegal) und Kelechi Iheanacho (25, Nigeria) gleich vier Spieler mit, davon mit Amartey und Ndidi zwei Optionen für die Innenverteidigung. Trotz dieser Probleme entschloss man sich in Leicester, im Winter nicht nochmal nachzulegen. Ein Grund hierfür dürfte neben den hohen Ausgaben im Sommer sein, dass Fofana bald zurückerwartet wird und Ende Januar James Justin (23), der defensiv sehr vielseitig einsetzbar ist, von seinem Kreuzbandriss zurückkehrte.

Brendan Rodgers – Findet er bald eine Lösung?

Nachdem er aus Swansea City eine spielerisch derart starke Mannschaft gemacht hatte, dass sie den Spitznamen „Swansealona“ (in Anlehnung an den FC Barcelona und ihr Ballbesitzspiel) bekamen, wechselte Brendan Rodgers (49) 2012 zum Liverpool FC. Jedoch sollte es ihm nicht gelingen, eine Mannschaft aufzubauen, die dauerhaft Erfolg haben würde. Man verpasste knapp die Meisterschaft in der Saison 13/14. Anfang der Saison 2015/16 war Schluss, Jürgen Klopp (54) übernahm.

Nach zweieinhalb Jahren bei Celtic Glasgow, mit denen er zweimal das Double in Schottland gewinnen konnte, zog Leicester City die in seinem Vertrag enthaltende Ausstiegsklausel von knapp sieben Millionen Euro. Rodgers ist grundsätzlich ein Verfechter des schönen Ballbesitzspiels. Inzwischen ist er sich jedoch auch nicht zu schade dafür, pragmatisch agieren zu lassen.

In dieser Saison läuft es jedoch noch überhaupt nicht. Rodgers hat bisher immer noch nicht das perfekte System, geschweige denn seine Stammelf gefunden. In schöner Regelmäßigkeit wechseln sich verschiedene Formationen ab. Fünfmal spielte Leicester in der Liga im 3-4-1-2, zweimal im 4-4-2, achtmal im 4-2-3-1 und viermal im 4-1-4-1.

Problematisch ist vor allem, dass der Kader an der Spitze nicht wirklich überdurchschnittlich aufgestellt ist. Zuletzt haben auch die zu Saisonbeginn starken Caglar Söyüncü (25), Timothy Castagne (26) und Youri Tielemans (24) nicht mehr ihr Niveau halten können. Und so ist es auch für Donnerstag kaum einzuschätzen, wie Rodgers aufstellen wird. Wahrscheinlich ist, dass er eher eine defensive Taktik wählt und nach vorne auf Geschwindigkeit setzt. Jamie Vardy (35), mit neun Toren Leicesters Toptorschütze, fehlt verletzt. Daher wird wohl wieder Patson Daka (24) von Beginn an stürmen.

2022 fünf Punkte nach Führung abgegeben

Seit dem Hinspiel haben die Foxes aufgrund einiger Spielverlegungen und der Tatsache, dass in der Premier League die Spielpläne der Hin- und Rückrunde nicht identisch sind, nur zwei Spiele bestritten. Gegen Tottenham Hotspur verlor man auf spektakuläre Art und Weise, obwohl man nach 94 Spielminuten 2:1 führte, am Ende noch mit 2:3. Lucas Moura traf für die Spurs in der 95. und 97. Minute.

Gegen Brighton vier Tage später verspielte man erneut eine Führung, diesmal endete die Partie 1:1. Am vergangenen Wochenende flogen die Foxes zudem nach einer sehr schwachen Leistung aus dem FA-Cup. Gegen Zweitligist Nottingham Forest gab es in der vierten Runde ein 1:4. Nach dem Spiel fand Rodgers überraschend klare Worte: "Unsere Spieler müssen sich selbst im Spiegel betrachten und beweisen, dass sie gut genug sind, um hier zu sein. Viele Spieler müssen sich verbessern. Ich muss mich bei den Fans entschuldigen. Das war das erste Mal, seit ich hier bin, dass es mir peinlich war. Zu viele Spieler halten sich für Topspieler, sind aber weit davon entfernt. Einige Spieler haben hier vielleicht alles erreicht, was sie können."

James Maddison – Genie mit Macken

James Maddison (25) ist zurück. Der kreative Offensivspieler ist diese Saison so gut in Form wie vielleicht noch nie in seiner Karriere, die sehr verheißungsvoll begann. Mit 21 Jahren wechselte er für viel Geld aus der Championship nach Leicester und schlug dort voll ein. Bereits nach drei Monaten bei den Foxes wurde Maddison erstmals für die Nationalmannschaft berufen, bis Ende 2019 war er - Verletzungen ausgeklammert - Stammgast bei den Three Lions.

Danach ging es vor allem körperlich bergab. Eine langwierige Hüftverletzung brachte ihn ziemlich aus dem Tritt, er wirkte teilweise wie ein anderer Spieler. In dieser Saison ist er nun also wieder zurück bei seinem vollen Leistungsniveau. Vor allem im November und Dezember zog er die Mannschaft offensiv quasi im Alleingang. Von seinen neun Torbeteiligungen in dieser Saison (sechs Tore, drei Vorlagen) kamen in diesen beiden Monaten sieben zustande. Inzwischen hat er sich auch wieder ins Blickfeld der Nationalmannschaft gespielt.

Maddison hat jedoch auch seine Schattenseiten. Zu oft lässt er sich ablenken, andere Dinge sind ihm stellenweise wichtiger als der Fußball. Zwei Beispiele, die dies verdeutlichen: Im Oktober 2019 war er Teil der englischen Nationalmannschaft. Als ihm von Trainer Gareth Southgate (51) eröffnet wurde, er würde im nächsten Spiel nicht zum Einsatz kommen, meldete er sich krank und reiste ab. Nur einen Tag später wurde er in einem Casino beim Pokern gesichtet.

Das andere Beispiel wäre die Tatsache, dass er, nachdem die Premier-League-Partie gegen Norwich City am Neujahrstag wegen zu vieler Corona-Fälle abgesagt wurde, kurzerhand gemeinsam mit Teamkollegen bei der Darts-WM im Londoner „Ally Pally“ vorbeischaute und sich unter die 3.000 Zuschauer im Saal mischte.

Prognose

Eine Prognose zu treffen, fällt extrem schwer. Bei kaum einer Mannschaft ist die Diskrepanz zwischen den guten Spielen und den schlechten so groß wie bei Leicester. Genauso ist es wie gesagt kaum möglich, die korrekte Formation, geschweige denn die richtige Aufstellung vorherzusehen.


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Die Tatsache, dass sich die Mannschaft bisher noch nie über einen längeren Zeitraum einspielen konnte, zeigt sich vor allem bei den Gegentoren. Bereits elf Tore kassierte man nach ruhenden Bällen. Nur Crystal Palace kassierte hier mehr Gegentreffer. Dazu kommen bereits fünf verschuldete Elfmeter. Das ist durchaus unerwartet, da die Foxes eigentlich eine der fairsten Mannschaften der Liga sind. Man foult am zweitseltensten in der Liga und hat die wenigsten Verwarnungen.





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