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Der Chelsea FC, der nächste Premier League-Gegner des Liverpool FC, in der Gegneranalyse der Redmen Family.
Photo credit: Justin Setterfield/Getty Images

Gegneranalyse Chelsea FC: Ist die Meisterschaft schon verloren?

  • Autor Lukas Heigl
    1. januar 2022

Nach dem Trainerwechsel von Frank Lampard (43) hin zu Thomas Tuchel (48) lief es für die Blues in der Vorsaison sehr gut. Nachdem man im Winter im Tabellenmittelfeld gestanden hatte, konnte man durch eine starke Aufholjagd am Ende noch Platz vier und damit die Qualifikation für die Champions League klarmachen. Daneben gewann die Mannschaft etwas überraschend, aber nicht unverdient, die Champions League. Auf dieser starken Rückrunde will man nun aufbauen und auch in der Liga ein Wörtchen um die Meisterschaft mitreden.

Tuchel - Fußballgenie mit schwierigem Charakter

Tuchel gehört definitiv zu den absoluten Top-Trainern im modernen Fußball. Seine Trainerkarriere begann der Deutsche in Stuttgart und Augsburg im Nachwuchsbereich. Seine erste Station im Profifußball war der 1. FSV Mainz 05. Nach fünf Jahren zog es ihn als Nachfolger von Jürgen Klopp (54) zu Borussia Dortmund. Hier zeigte sich jedoch recht schnell die Schattenseite des Thomas Tuchel. Trotz guter sportlicher Leistungen, unter anderem dem Gewinn des DfB-Pokals 2017, musste Tuchel nach nur zwei Jahren aufgrund von Differenzen zwischen ihm und der Vereinsführung seinen Hut nehmen.

Nach einem Sabbatjahr übernahm Tuchel 2018 den französischen Serienmeister Paris St. Germain. In den zwei vollen Saisons unter seiner Leitung gewannen die Hauptstädter zwei Meistertitel, dazu gewann man 2020 beide heimischen Pokale und erreichte das Champions-League-Finale (0:1 gegen den FC Bayern München). All diese Erfolge und die sehr gute Beziehung zu den Spielern konnten die Entlassung Ende Dezember 2020 nicht verhindern. Grund waren neben Platz zwei in der Liga vor allem Unstimmigkeiten mit dem sportlichen Leiter Leonardo (52). Nur einen Monat später hatte Tuchel jedoch wieder einen Job, er unterschrieb beim Chelsea FC.

Aus der Not eine Tugend gemacht

Zu Beginn der Zeit von Tuchel hieß es, die Dreierkette sei nur eine Übergangslösung, um die Mannschaft zu stabilisieren. Inzwischen scheint es jedoch so, als sei das System mit drei Innenverteidigern die dauerhafte Lösung. Dafür hat Tuchel die beiden gelernten Rechtsverteidiger im Kader umfunktioniert. Cesar Azpilicueta (32) bildet den rechten Teil der Dreierkette, vor ihm als Schienenspieler spielt Reece James (22).

Dazu hat er einigen Spielern gefühlt neues Leben eingehaucht. Antonio Rüdiger (28) ist in der Innenverteidigung gesetzt und spielt derart stark, dass der deutsche Nationalspieler mit Real Madrid in Verbindung gebracht wird. Grund dafür ist, dass sein Vertrag im Sommer 2022 ausläuft. Auch seinen Nebenmann Andreas Christensen (25) hatten viele bereits abgeschrieben, der ehemalige Gladbacher kam nie so ganz in London an. Doch in der Dreierkette spielt er so stark, wie es sich die Fans seit Jahren von ihm erhofft haben. Einziges Problem ist, dass auch bei dem Dänen der Vertrag im kommenden Sommer endet. Auch hier stehen die Zeichen auf Abschied.

Schwächephase kostet Anschluss zu Manchester City

Zu Saisonbeginn lief es für die Blues hervorragend. Von den ersten 14 Ligaspielen konnten zehn gewonnen werden, es gab nur eine Niederlage. Folgerichtig thronten die an der Spitze der Premier League. Seither ist jedoch einiges passiert. Vor allem die lange so sattelfeste Defensive begann zu wackeln. Kassierte man in den ersten 14 Spielen nur sechs Gegentore, sind es seither in nur sechs Spielen derer acht.

Entsprechend ließ auch die Punkteausbeute deutlich nach. In den letzten sechs Spielen holte das Team von Trainer Tuchel nur neun Punkte, verlor die Tabellenführung an Manchester City und auch ein wenig den Anschluss. Inzwischen beträgt der Rückstand acht Punkte. Und auch der Vorsprung auf die Londoner Rivalen Arsenal FC und Tottenham Hotspur schrumpfte in dieser Schwächephase seit Anfang Dezember deutlich.

Verletzungen als Grund

Der Grund für den Leistungsabfall liegt in Ausfällen begründet. Ende November verletzte sich der bis dato überragende Linksverteidiger Ben Chilwell (25) am Knie, seine Saison ist beendet. Sein Backup Marcos Alonso (30) ist zwar offensiv durchaus fähig, defensiv jedoch ein absoluter Schwachpunkt. Folgerichtig musste sein Pendant auf der anderen Seite James seither deutlich defensiver spielen, um diese Schwäche auszugleichen. Dadurch verlor das Offensivspiel der Blues deutlich an Durchschlagskraft. James fällt nun seinerseits ebenfalls aus, es wird interessant sein zu sehen, wie Tuchel dieses Problem löst.

Im Mittelfeld schwächen ebenfalls Verletzungen die Mannschaft. N'Golo Kante (30) hat bisher nur knapp 39% der Spielminuten auf dem Feld stehen können, auch Jorginho (30) und Mateo Kovacic (27) waren zwischenzeitlich verletzt. Da Neuzugang Saul Niguez (27) nicht die erhoffte Verstärkung ist, mussten die beiden jedoch auch immer wieder trotz Blessuren spielen, was ihrem Leistungsvermögen und folglich dem Niveau der ganzen Mannschaft geschadet hat.

Und auch im Angriff blieben die Blues nicht vor Verletzungen verschont. Königstransfer Romelu Lukaku (28) fiel immer wieder aus, machte bisher nur 13 der 20 Spiele mit. Dadurch kann die Eingespieltheit mit den Kollegen nicht da sein, entsprechend steht der Belgier erst bei fünf Saisontoren. Und auch die beiden ersten Alternativen, Timo Werner (25) und Kai Havertz (22), fehlten schon einige Spiele.

Zeitweise war es sogar so schlimm, dass Christian Pulisic (23) im Sturmzentrum auflief. Eine Position, für die der 1,77 Meter große US-Amerikaner nun wirklich nicht gemacht ist. Corona tat dann noch sein übriges: Da Chelsea ebenso wie Liverpool eine sehr hohe Impfquote im Verein hat und entsprechend wenige ungeimpfte Kontaktpersonen sich in Quarantäne begeben mussten, wurden die Spiele der Blues trotz teilweise fünf positiven Fällen nicht verlegt. Dadurch wurde die Personaldecke in den letzten Wochen noch dünner.

Prognose

Die Blues sind dieser Tage ganz schwer einzuschätzen. Defensiv wirken sie nicht mehr so stabil wie noch in der Hinrunde, als Liverpool trotz einer kompletten Halbzeit in Überzahl nicht über ein 1:1 hinaus kam. Da Tuchel gegen Topteams gerne deutlich defensiver als normal agiert, dürften die letzten Ergebnisse jedoch nur bedingt Einfluss auf das Spiel am Sonntag haben.


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Offensiv dürfte vor allem die rechte Seite der Reds gefragt sein. Alonso ist wie gesagt defensiv nicht der beste Linksverteidiger. Hier dürften Trent Alexander-Arnold (23) und Mo Salah (29) einige Freiheiten haben. Dazu wirkt Keeper Edouard Mendy (29) bei Fernschüssen zurzeit nicht gerade sattelfest. Auch hier sollten sich Möglichkeiten bieten.





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  gegneranalyse   chelsea fc  




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  • DavidII
  • DavidII
    DosLeftFüße
    OLSC Berlin Reds
      1. januar 2022   

  • Hoffentlich nicht das nächste Schiedsrichterdesaster ....

  • Andre3000
  • Andre3000
    Admin
    1892 Moppel KG
    OLSC Berlin Reds
      2. januar 2022   

  • Kann Chelsea ohne Lukaku und in der aktuellen Form irgendwie gar nicht einschätzen. Aber ich bin heute eher happy über Safe Standing und ein schönes Geschenk von den Jungs, die danach zum Afrika Cup fahren müssen :)

    Hoffe, dass die Reds da ordentlich abreißen werden!