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Brighton & Hove Albion, der nächste Gegner des Liverpool FC in der Premier Leaguge, in der Gegneranalyse der Redmen Family.
Photo credit: Henry Browne/Getty Images

Gegneranalyse: Brighton - Endlich bereit für das Tabellenmittelfeld?

  • Autor Lukas Heigl
    29. oktober 2021

Letzte Saison spielte Brighton herausragenden Fußball, dominierte gegen einen Großteil der Gegner, machte jedoch zu wenig aus ihren Möglichkeiten. Und so musste man bis kurz vor Saisonende um den Klassenerhalt zittern. Dieser wurde geschafft, im Sommer hat man das Team weiter verstärkt.

Den Kader ordentlich ausgedünnt

Und das, obwohl es einen neuen vereinsinternen Rekordabgang gab und die größte Baustelle nicht angegangen wurde. Ben White (23), der als Eigengewächs nach vielen Leihen nur eine Saison in Brightons erster Mannschaft verbracht und sich in diesem Jahr zum englischen Nationalspieler entwickelt hatte, wechselte für fast 60 Millionen Euro zum Arsenal FC.

Neben dem Rekordabgang des Innenverteidigers wurde der Kader stark ausgedünnt. Es verließen acht Spieler den Verein, die in der letzten Saison kaum eine Rolle gespielt, jedoch große Gehälter bezogen hatten. Für diese Spieler nahm Brighton lediglich fünf Millionen Euro ein. Das Hauptziel des Sommers war es, die Spielergehälter deutlich zu reduzieren, nachdem man im Geschäftsjahr 2020 ein Minus von knapp 70 Millionen Euro gemacht hatte. Besitzer Tony Bloom (51) ist zwar in Brighton geboren und liebt den Verein, dauerhaft kann sich der professionelle Pokerspieler solche Verluste jedoch nicht leisten.

Zwei überragende Neuzugänge

Auch bei den Neuzugängen hat sich einiges getan. Neu im Kader sind Ersatzkeeper Kjell Scherpen (21), Mittelfeldmann Enock Mwepu (23) und Außenspieler Marc Cucurella (23). Mwepu und Cucurella sind zwei hochkarätige Neuzugänge, die zeigen, was selbst für Teams aus der unteren Tabellenhälfte der Premier League möglich ist. Der dringend benötigte Stürmer hingegen wurde erneut nicht verpflichtet.

Mwepu war letzte Saison bei RB Salzburg Stammspieler, während Cucurella beim FC Getafe zu überzeugen wusste und bereits spanischer Nationalspieler ist. Für Mwepu legte Brighton 23 Millionen Euro auf den Tisch, bei Cucurella zog man die Ausstiegsklausel in Höhe von 18 Millionen Euro. Insgesamt verblieb so ein Transferplus von knapp acht Millionen Euro, dazu kommt ein deutlich geringerer Gehaltskostenapparat.

Graham Potter – Über Schweden nach Brighton

Graham Potter (46) hat einen sehr ungewöhnlichen Weg hinter sich. Nach seiner aktiven Karriere wurde er während seines Studiums Trainer der Universitätsmannschaft, anschließend nahm er den Job des technischen Direktors der ghanaischen Frauennationalmannschaft an. 2010 ging er nach Schweden zum Östersunds FK, die er in siebeneinhalb Jahren aus der vierten Liga bis in die Europa League führte, wo man unter anderem Hertha BSC in der Gruppe hinter sich lassen und beim Arsenal FC gewinnen konnte.

Nach einer Saison bei Swansea City bekam er schließlich das Angebot von Brighton, die er am 20.05.2019 übernahm. Potter ist auch neben dem Platz die Weiterbildung seiner Spieler sehr wichtig. So lässt er sie Theaterstücke aufführen, gibt ihnen die Lektüre von Klassikern an die Hand und vieles mehr. In seiner Zeit an der Universität schloss Potter ein Studium zum Erlernen von Führungsqualitäten (Sozialwissenschaften) mit der Note 2,1 ab.

Im vergangenen Sommer sollen gleich mehrere Vereine großes Interesse an Potter gezeigt haben, allen voran Tottenham Hotspur. Doch Potter blieb, zum einen, weil die Ablöseforderungen von Brighton sehr hoch waren (man spekuliert über einen Betrag von über 20 Millionen Euro), zum anderen hofft Potter dem Vernehmen nach, nach dem Abgang von Pep Guardiola (50) 2023 Coach von Manchester City werden zu können.

Duffy kehrt wiedererstarkt zurück

Wechselten sich letzte Saison noch in schöner Regelmäßigkeit Systeme mit Viererkette und Dreierkette ab, bleibt man in dieser Saison nahezu durchgehend bei Systemen mit drei Innenverteidigern. In diesem System fühlen sich besonders die beiden Außenverteidiger Tariq Lamptey (20) und Cucurella wohl, die beide für klassische Außenverteidiger defensiv und für Flügelspieler offensiv zu schwach sind. Lamptey ist nach neun Monaten Verletzung endlich zurück, zuletzt wurde er immer wieder eingewechselt und könnte gegen Liverpool sein Startelfcomeback feiern.

Die Innenverteidigung wird für gewöhnlich aus Shane Duffy (29), Lewis Dunk (29) und Adam Webster (26), der nach langer Verletzung wieder fit ist, gebildet. Vor allem Duffys Entwicklung ist absolut bemerkenswert. Der Ire war in der vergangenen Saison nach Schottland zu Celtic Glasgow ausgeliehen, wo er überhaupt nicht in Tritt fand und sich schnell auf der Bank wiederfand. Zurück in Brighton glänzte er in seinen ersten Spielen und macht den Abgang von White quasi vergessen. Hier macht sich auch extrem der Einfluss von Dunk bemerkbar, der seinem Nebenmann viel Stabilität und Ruhe bringt.

Bissoumas Situation als Belastung

Davor bilden zwei Spieler das Zentrum, in der Regel der groß gewachsene und zweikampfstarke Yves Bissouma (24) sowie ein technisch starker Spieler neben ihm. Bissouma kam in den letzten vier Spielen jedoch nicht mehr zum Einsatz. Zwei Spiele verpasste er verletzt, seit der Länderspielpause steht er wieder im Kader, wurde von Potter in der Liga jedoch nicht eingesetzt. Grund hierfür dürfte sein, dass Bissouma während der Pause in einem Nachtclub verhaftet wurde. Ganz fallen lassen möchte ihn Potter jedoch auch nicht, sonst würde er den Malier aus dem Kader streichen. Im Pokal unter der Woche wurde Bissouma erstmals wieder eingewechselt.

Dieses System mit fünf Verteidigern und zwei defensiven Mittelfeldspielern klingt auf den ersten Blick recht defensiv, doch die Seagulls interpretieren es sehr offensiv. Die Innenverteidiger, vor allem Webster, schieben immer wieder von hinten an und dribbeln gerne bis weit in die gegnerische Hälfte. Auch die Außenverteidiger stehen sehr hoch. So ergeben sich immer wieder Lücken.

Schlechter spielen, mehr gewinnen

Spielerisch läuft die Saison noch nicht so gut wie letzte Saison. Im Spiel mit dem Ball merkt man extrem, dass statt White nun Duffy in der Startelf steht. Auch dass Webster seit Spieltag fünf ausfiel, machte sich bemerkbar. Zu Saisonbeginn machte sich die schwächere Leistung nicht in der Tabelle bemerkbar. Von den ersten fünf Spielen konnte Brighton vier gewinnen und stand zeitweise auf Platz vier. Seit Bissouma nicht mehr dabei ist, läuft es jedoch deutlich schlechter. Aus den letzten vier Spielen konnte man keinen Sieg generieren. Zwar verlor man auch nur einmal (1:4 gegen Manchester City), doch vor allem gegen den Arsenal FC (0:0) und Norwich City (0:0) hätte man mehr Punkte holen müssen.

So steht die Mannschaft mit 15 Punkten aus neun Spielen auf dem fünften Tabellenplatz. Auf den ersten Blick eine Überraschung, auf den zweiten Blick ob des recht leichten Spielplans zu Saisonbeginn eine notwendige Punkteausbeute, um sich aus dem Abstiegskampf heraushalten zu können.

Prognose

Defensiv steht Brighton bisher sehr stabil. Selbst nach den vier Gegentoren gegen Manchester City stellt man mit neun Gegentreffern immer noch die viertbeste Abwehr der Liga. Am anfälligsten ist die Mannschaft von Potter bei Ballverlusten im Spielaufbau. Ohne Bissouma fehlt im Mittelfeld die körperliche Präsenz, um schnelle Gegenangriffe zu unterbringen, wodurch oft riskante Situationen entstehen.


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Offensiv hingegen ist Brighton auch in dieser Saison sehr ausrechenbar. Viel geht über die Flügel, ohne jedoch einen großen Stürmer für die Abnahme der Flanken zu haben. Und so passiert es zu oft, dass man sich außen bis an die Grundlinie kombiniert, dann jedoch abdrehen muss und es erneut durch das Zentrum versucht. Entsprechend kann man bei aller Qualität, die die beiden Außenverteidiger haben, diese ruhig die Linie hinunterlaufen lassen. Vor allem muss man Dribblings und Pässe ins Zentrum verhindern.

 





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  • Andre3000
  • Andre3000
    Admin
    1892 Moppel KG
    OLSC Berlin Reds
      29. oktober 2021   

  • Lukas - was tippst du für das Spiel am Wochenende? Wo siehst du Brighton realistisch am Ende der Saison?
     
    • reds93
    • reds93
      Reds93
        29. oktober 2021   

    • @Andre3000 Am Wochenende kommt es in meinen Augen ganz drauf an, ob Bissouma mitspielt und falls ja, wie fokusiert er ist. Spielt er so wie die letzten 18 Monate, wird es schwer für Liverpool. Ansonsten dürfte es ähnlich für Brighton laufen wie gegen City letzte Woche: Gut mitspielen und am Ende 2:0 bis 4:1 verlieren.
      Wo sie am Ende der Saison stehen liegt nur zu einem gewissen Grad an ihnen selbst. Nominell dürften 12 - 14 Teams besser besetzt sein, wenn die ihre Hausaufgaben machen wird es wohl Platz 13 - 15. Falls die anderen schwächeln, wird man jedoch da sein, wenn der Kader (v.a. Lamptey) fit bleibt. Dann sehe ich 9 bis 11 als machbar an. Das Ziel war es zu Potters Dienstantritt, sich innerhalb von 5 Jahren als Top10-Verein zu etablieren. Den ersten Schritt dahin sollte man diese Saison machen können
      2 stimme zu

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